Wann Blähungen harmlos sind – und wann ein Arztbesuch ratsam ist

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Bis zu zwanzig Mal pupst ein Mensch am Tag. Das ist ganz natürlich. Doch Blähungen können auch ein Warnsignal sein. Wann ein Arzttermin sinnvoll ist. Blähungen gehören zum Leben dazu. Ihre Entstehung ist ein natürlicher Vorgang. Besonders nach dem Verzehr schwer verdaulicher Speisen sammeln sich vermehrt Gase im Darm und suchen ihren Weg nach draußen. Kommen Beschwerden wie Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen hinzu, sollten Betroffene jedoch aufmerksam werden. Dann kann mehr dahinterstecken als eine normale Verdauungstätigkeit. Blähungen sind menschlich Angaben der Gastro-Liga e. V. zufolge pupst der Mensch im Durchschnitt fünfzehn Mal am Tag, um die entstandenen Gase wieder aus dem Darm zu befördern – oft unbemerkt. Was vielen peinlich ist und manchmal auch ziemlich übel riechen kann, ist menschlich. Eine gewisse Menge an Darmgas ist ein natürliches Nebenprodukt der Verdauung . Woher kommen Blähungen? Blähungen sind die Folge von Gasansammlungen im Darm. Ursächlich sind in der Regel die Darmbakterien, welche die unverdaulichen Nahrungsbestandteile, wie Ballaststoffe oder Zuckeralkohole, zersetzen. Dabei entstehen Kohlendioxid, Methan und Schwefelwasserstoff. Auch Luftschlucken durch Kaugummikauen oder hastiges Essen sowie das Trinken kohlensäurehaltiger Getränke können die Gasmenge im Darm erhöhen. Diese Lebensmittel begünstigen Blähungen Bestimmte Lebensmittel verursachen besonders häufig Blähungen, darunter: Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen und Sojabohnen beispielsweise enthalten schwer verdauliche Mehrfachzucker (Oligosaccharide), welche im Dickdarm vergoren werden. Kohlgemüse: Weißkohl, Rosenkohl, Brokkoli, Blumenkohl und Wirsing etwa enthalten nicht nur schwefelhaltige Verbindungen, sondern auch reichlich Ballaststoffe, welche die Gasbildung begünstigen. Zwiebeln, Knoblauch und schwerer verdauliches Gemüse, wie Paprika oder Pilze, überlasten ebenfalls so manche Verdauung. Vollkornprodukte: Vollkornbrot, Müsli, Kleie und Haferflocken beispielsweise sind ballaststoffreich und führen besonders bei ungewohnt hoher Zufuhr zu Blähungen. Bestimmte Obstsorten: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen und Trauben zum Beispiel enthalten reichlich Fruchtzucker (Fruktose) und teilweise Zuckeralkohole, die in größeren Mengen Probleme bereiten können. Bei einer Unverträglichkeit können bereits kleine Mengen Beschwerden verursachen. Milch- und Milchprodukte: Sie führen vor allem bei Menschen zu Blähungen, die zu wenig Laktase im Darm haben. Laktase spaltet den Milchzucker (Laktose). Ohne diesen Vorgang gelangt der Milchzucker in den Dickdarm und wird dort vergoren. Milchprodukte können besonders bei einer Laktoseintoleranz, bei Reizdarm oder einer Milchallergie (gegen das Milcheiweiß) zu Problemen führen. Fettige Speisen: Frittierte Gerichte, Fast Food und fettige Fleischgerichte liegen vielen Menschen schwer im Magen und verursachen vermehrt Blähungen. Fette verzögern die Magenentleerung und sind schwer verdaulich, was die Gasbildung begünstigt. Zuckeralkohole: Diese kommen in vielen Obst- und Gemüsesorten natürlicherweise vor. Häufig sind sie Kaugummis, Bonbons und Diätprodukten in größeren Mengen zugesetzt, etwa als Sorbit, Erythrit, Xylit oder Mannit. Sie werden nur teilweise im Dünndarm aufgenommen. Gelangen sie in den Dickdarm, werden sie dort vergoren. Eine zu große Menge führt neben Blähungen auch häufig zu Durchfall . Blähungen nach üppigen Mahlzeiten meist unbedenklich Kurzzeitige Blähungen, etwa nach einer üppigen Mahlzeit oder bei ballaststoffreicher Kost, sind in der Regel unbedenklich. Auch eine Ernährungsumstellung, bei der mehr Ballaststoffe und Rohkost verzehrt werden, kann zunächst zu verstärkten Blähungen führen. Hier hilft es, den Darm langsam an die neuen Speisen zu gewöhnen und die Mengen Schritt für Schritt zu steigern. Hat sich die Darmflora an das neue Essen gewöhnt, lassen meist auch die Beschwerden nach. Kurzfristig helfen Hausmittel wie eine Wärmflasche, ein Kümmel-Anis-Fenchel-Tee oder ein Spaziergang dabei, das Drücken im Darm zu lindern. Auch sorgfältiges Kauen und stressfreies Essen unterstützen die Verdauung. Wann Blähungen bedenklich werden Aufmerksam werden sollten Betroffene, wenn die Blähungen anhalten und sehr stark sind. Auch wenn weitere Symptome hinzukommen, etwa Übelkeit, Bauchweh, Durchfall oder Verstopfung, ist Vorsicht geboten. Mögliche Ursachen reichen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie einer Laktose- oder Fruktoseintoleranz, über das Reizdarmsyndrom bis hin zu Störungen der Bauchspeicheldrüse oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Warnzeichen, bei denen unbedingt eine ärztliche Abklärung nötig ist, sind: Blut im Stuhl anhaltende Schmerzen in Bauch und Darm unerklärlicher Gewichtsverlust Fieber anhaltender Durchfall oder Verstopfung Stuhlinkontinenz über Wochen bestehende starke Blähungen Auch eine gestörte Darmflora nach einer Antibiotikatherapie kann Blähungen und Durchfall begünstigen. Die Gastro-Liga rät, bei verstärkten Blähungen die Ernährung in den Blick zu nehmen. Wenn sich durch das Meiden von Nahrungsbestandteilen, die als Ursache der Blähsucht und der Stuhlunregelmäßigkeiten in Verdacht stehen, keine Verbesserung erreichen lässt, sollte laut den Darmexperten ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch dann, wenn stärkere Stuhlanomalien hinsichtlich Farbe, Beschaffenheit und Geruch auftreten.
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