Indem sie ihren Mund verdecken, wollen Fußballer häufig verschleiern, was sie sagen. Sollten sie dies bei einer Auseinandersetzung während der WM machen, droht nun eine empfindliche Strafe. Das Internationale Football Association Board (Ifab) hat bei einer Sondersitzung in Vancouver zwei neue Regeln für die Fußball-WM beschlossen. Wer sich in einer Konfrontation mit dem Gegner die Hand vor den Mund hält, riskiert künftig die Rote Karte – ebenso wie Spieler, die den Platz aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung verlassen. Dies gilt auch für Offizielle, die Spieler auffordern, dies zu tun. Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte sich vor knapp zwei Monaten beschwert und gefordert: "Wenn ein Spieler seinen Mund bedeckt und etwas sagt und dies rassistische Folgen hat, dann muss er natürlich vom Platz gestellt werden." Mit der Hand vor dem Mund wollen Spieler auf dem Platz häufig für die Öffentlichkeit verschleiern, was sie sagen. "Das ist etwas, das ich ohnehin nicht verstehe", so Infantino. Man müsse in so einem Fall davon ausgehen, dass der Spieler auf dem Platz etwas gesagt hat, was er nicht gesagt haben sollte. "Wenn man nichts zu verbergen hat, hält man sich beim Sprechen nicht den Mund zu. So einfach ist das", sagte Infantino. Vorfall in der Champions League befeuerte Debatte Ob die Regel auch in anderen Wettbewerben wie der Bundesliga oder der Champions League zur Geltung kommt, ist zunächst den Organisatoren überlassen. Es sei aber möglich, dass dies langfristig verpflichtender Bestandteil der Regeln werde, teilte das Ifab auf Anfrage mit. Den Anstoß zur Debatte gab ein Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon . Benficas Profi Gianluca Prestianni hatte sich in einer Auseinandersetzung mit Vinícius Júnior das Trikot vor den Mund gezogen. Er stand im Verdacht, sich rassistisch geäußert zu haben – was er bestritt. Die Uefa sperrte den Argentinier wegen einer homophoben Äußerung für sechs Spiele, davon drei auf Bewährung.