Norwegen hat es endlich wieder zu einer WM geschafft. Der Jubel im Land kennt keine Grenzen – und die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Turnier sind groß. Endlich. Das dürften sich viele Norweger im November 2025 gedacht haben. Endlich wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei – nach dann 28 Jahren des langen Wartens. Selbst König Harald V. sowie Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit ließen es sich beim letzten Heimspiel in der WM-Qualifikation gegen Estland (4:1) nicht nehmen, im Stadion von Oslo mitzufeiern. Es war der Sieg, der alles perfekt machte. Zum Abschluss einer perfekten Quali (acht Spiele, acht Siege, 37:5 Tore) gab es im Anschluss sogar noch einen 4:1-Sieg in Mailand gegen Italien, das als Favorit gestartet war, die WM aber nur von der Couch aus verfolgen wird. Weltweit hat diese Leistung der Norweger Eindruck hinterlassen – und die Skandinavier zu einem Geheimfavoriten einiger Experten und Fans werden lassen. "Wenn wir uns für die Weltmeisterschaft qualifizieren würden, wäre es so, als ob eine große Fußballnation sie gewinnen würde", hatte Superstürmer Erling Haaland im Sommer 2025 gesagt und kündigte für den Fall der Fälle eine Riesenparty an. Er sollte recht behalten. WM 2026 – Argentinien im Steckbrief: Titelverteidiger mit hohen Erwartungen WM 2026 – Brasilien im Steckbrief: Weit entfernt von früherer Dominanz So hat sich Norwegen qualifiziert Norwegen gewann die europäische Qualifikationsgruppe I mit acht Siegen aus acht Spielen. Gegner waren Italien, Israel, Estland und die Republik Moldau. Die Norweger erzielten 37 Tore und stellten damit die beste Offensive der Gruppe. Am Ende waren es ganze 16 geschossene Tore mehr als Italien auf Platz zwei. Torjäger Erling Haaland traf in jeder Partie. Der Angreifer von Manchester City steuerte 16 Treffer zum Erreichen des WM-Traums bei. Das sind Norwegens Gegner bei der WM 2026 Norwegen spielt in Gruppe I gegen Frankreich, den Senegal und den Irak. Frankreich – Gilt als Favorit der Gruppe. Das Duell gegen die Franzosen ist für Norwegen der strukturelle Härtetest der Gruppenphase. Die Ausgangslage ist klar: Frankreich bringt die höhere individuelle Qualität und mehr Turniererfahrung mit. Norwegens Chancen liegen in der eigenen, starken Offensive des Teams, in der Defensive müssen sie kompakt verteidigen. Senegal – Das Duell mit dem Senegal ist für Norwegen deutlich offener als gegen Frankreich. Beide Teams setzen weniger auf lange Ballzirkulation, sondern auf direkte Aktionen. Dazu wird die physische Präsenz in Zweikämpfen entscheidend sein. Irak – Das Spiel gegen den Irak sollte für die Norweger das klarste Duell werden, hier ist ein Sieg Pflicht. Alles spricht strukturell für die Skandinavier: mehr individuelle Qualität, klarere Abläufe im Angriff und höhere Effizienz im Strafraum. Entscheidend wird dennoch auch sein, wie Norwegen mit einem tief stehenden Gegner umgeht. Das sind Norwegens fünf wichtigsten Spieler Erling Haaland (Manchester City, 200 Mio. €) : Zielspieler im Strafraum, attackiert Schnittstellen konsequent. Abschlussfokus aus zentralen Zonen. Martin Ødegaard (Arsenal, 65 Mio. €) : Taktgeber im rechten Halbraum, steuert Rhythmus und letzte Pässe. Alexander Sørloth (Atlético Madrid, 20 Mio. €) : Ergänzt Haaland als physische Alternative, stark im Luftspiel. Sander Berge (FC Fulham, 25 Mio. €) : Verbindungsspieler im Aufbau, sichert zweite Bälle. Antonio Nusa (RB Leipzig, 32 Mio. €) : Dynamik über links, sucht Eins-gegen-eins-Situationen und Tiefenläufe. Das ist der Trainer Ståle Solbakken ist seit Dezember 2021 Nationaltrainer von Norwegen. Er kennt den Verband und die Strukturen genau, nahm als Spieler 1998 selbst an der letzten WM mit norwegischer Beteiligung teil. Sein Ansatz ist pragmatisch: klare Rollen, wenige Positionswechsel, Fokus auf Effektivität im Angriffsdrittel. Solbakken trainierte von Juli 2011 bis April 2012 den 1. FC Köln . Spielsystem und Taktik Norwegens Spiel variiert, meist agiert das Team von Trainer Ståle Solbakken aber im 4-3-3. Im Aufbau kippt ein Sechser zwischen die Innenverteidiger ab, um Überzahl zu schaffen. Ødegaard besetzt den rechten Halbraum, die Flügel geben Breite. Im Angriff sucht das Team schnell die Tiefe – häufig über direkte Vertikalpässe auf Haaland. Gegen den Ball verteidigt Norwegen kompakt im 4-1-4-1, mit engem Zentrum und klaren Pressingauslösern bei Rückpässen. So hat Norwegen bisher bei Weltmeisterschaften abgeschnitten Norwegen nimmt 2026 erst zum vierten Mal an einer WM teil. 1938 erreichten die Skandinavier das Achtelfinale (1:2 gegen Italien), 1994 war schon in der Gruppenphase Schluss. Und vier Jahre später bei der WM 1998 in Frankreich reichte es dann noch einmal für das Achtelfinale. Allerdings war erneut gegen Italien Schluss (0:1). Seitdem fehlte Norwegen bei allen Endrunden. Warum eigentlich "Løvene"? Der Spitzname "Løvene" ("Die Löwen") leitet sich vom Wappen Norwegens ab. Der Löwe steht dort als nationales Symbol für Stärke und Souveränität.