Wohnungseinbrüche: Das ist die Einbruch-Hochburg in Deutschland

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Die Zahl der Einbrüche in Deutschland ist 2025 wieder gestiegen. Das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, ist jedoch von Region zu Region höchst unterschiedlich. Gelegenheit macht Diebe. Angesichts gestiegener Einbruchszahlen boten sich Einbrechern 2025 mehr Gelegenheiten als im Jahr zuvor: Insgesamt 100.000 Einbrüche verzeichneten die deutschen Versicherer im vergangenen Jahr. Das sind 5.000 Fälle mehr als 2024. Dabei machten die Einbrecher im Schnitt auch mehr Beute. "Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch stieg um 200 auf 3.850 Euro und erreicht damit den höchsten Wert seit Beginn der Messung", sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Im Fokus haben Diebe dabei vorwiegend Gegenstände, die sich gut weiterverkaufen lassen. Dazu zählt Schmuck, aber auch technische Geräte wie Handys, Konsolen und Computerzubehör. Hohe Dunkelziffer Auch die am Montag veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik bestätigt die steigenden Einbruchszahlen. Obwohl die Zahl der Diebstahlsdelikte insgesamt zurückging, vermeldet das Bundeskriminalamt bei den Wohnungseinbrüchen ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – das entspricht 4.484 zusätzlichen Fällen. Die tatsächlichen Zahlen dürften deutlich höher liegen, schätzt die Polizei. Laut einer bundesweiten Dunkelfeldstudie wurden nur 57 Prozent der Wohnungseinbruchsdiebstähle der Polizei auch gemeldet. Laut Kriminalstatistik gab es die meisten Einbrüche (vollendete Fälle und Versuche) im vergangenen Jahr in Berlin (10.618). Mit großem Abstand folgen mit Hamburg (2.837), Köln (2.368), der Region Hannover (1.738) sowie Essen (1.736) weitere Großstädte und Ballungsgebiete. Das ist nicht sonderlich überraschend: Wo viele Menschen wohnen, bieten sich Einbrechern mehr Gelegenheiten. Aussagekräftiger für das jeweilige Einbruchrisiko in den unterschiedlichen Landkreisen ist die sogenannte Häufigkeitszahl. Diese wird ebenfalls in der Polizeilichen Kriminalstatistik ausgewiesen und zeigt die Zahl der Einbrüche je 100.000 Einwohner. Legt man diese Zahl zugrunde, ist nicht mehr Berlin die Einbruchs-Hauptstadt des Landes, sondern das nordrhein-westfälische Mülheim an der Ruhr . 573 Wohnungseinbrüche verzeichnete die Polizei hier im vergangenen Jahr: Auf 100.000 Einwohner kommen somit 331 Einbrüche. Als Gründe, warum gerade in Mülheim seit Jahren das größte Einbruchsrisiko herrscht, nennt die Polizei die verkehrsgünstige Lage im Ballungsraum, die Tätern eine schnelle Flucht ermöglicht. Zudem verfügt Mülheim über eine hohe Zahl an Einfamilienhäusern – diese sind aus Sicht der Täter attraktiver als Mehrfamilienhäuser. Hohes Einbruchsrisiko in NRW Mit Essen (Häufigkeitszahl: 302) und Berlin (288) weisen auch zwei Städte, die bei den absoluten Einbruchzahlen vorn liegen, ein vergleichsweise hohes Einbruchsrisiko auf. Die Statistik zeigt zudem: Besonders in Nordrhein-Westfalen ist das Einbruchsrisiko hoch. Mit Düsseldorf (249), Bochum (240), Dortmund (239), Köln und Herne (jeweils 231) folgen ausschließlich Städte aus diesem Bundesland auf den folgenden Plätzen – lediglich in Bremerhaven (232) ist das Einbruchrisiko ähnlich hoch. Stadt Anzahl erfasster Fälle Fälle je 100.000 Einwohner Mülheim an der Ruhr 573 331 Essen 1.736 302 Berlin 10.618 288 Düsseldorf 1.541 249 Bochum 860 240 Dortmund 1.445 239 Bremerhaven 275 232 Köln 2.368 231 Herne 360 231 Gelsenkirchen 609 227 Vergleichsweise gering ist das Einbruchrisiko im Süden des Landes. Im niederbayerischen Landkreis Regen verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr nur einen Einbruch – entsprechend beträgt die Häufigkeitszahl ebenfalls eins. Auch im fränkischen Landkreis Haßberge (Häufigkeitszahl: 6), in Bad Kissingen (7), Bamberg und Schwandorf (jeweils 9) war die Chance, Opfer eines Einbruchs zu werden, gering. Stadt/ Landkreis Anzahl erfasster Fälle Fälle je 100.000 Einwohner Regen 1 1 Haßberge 5 6 Bad Kissingen 7 7 Bamberg 14 9 Schwandorf 13 9 Neuburg-Schrobenhausen 11 11 Forchheim 13 11 Pfaffenhofen a. d. Ilm 14 11 Kempten (Allgäu) 8 12 Bad Tölz-Wolfsratshausen 16 12 Ostallgäu 17 12 Traunstein 21 12 Regensburg 23 12 Rosenheim 31 12 Doch wie können sich Wohnungsbesitzer schützen? Laut Versicherern suchen Einbrecher in der Regel den schnellsten Weg ins Haus. Wer sein Haus an den richtigen Stellen sichert, schreckt viele Täter bereits ab oder sorgt dafür, dass der Einbruch beim Versuch bleibt. Die Versicherer geben darum die folgenden Tipps zum Schutz des Hauses: Sicherung der Fenster durch abschließbare Griffe, um ein einfaches Aufhebeln zu erschweren Absicherung von Balkon- und Terrassentüren durch mechanische Riegel Bewegungsmelder können zusammen mit passender Beleuchtung verdächtige Bewegungen schneller sichtbar machen Mit Zeitschaltuhren lässt sich bei Abwesenheit die Beleuchtung automatisch steuern und Anwesenheit simulieren Türen sollten stets vollständig abgeschlossen werden, da einfach zugezogene Türen leichter überwunden werden können Vermeidung sichtbarer Hinweise auf längere Abwesenheit (z. B. überfüllter Briefkasten)
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