Das Robert Koch-Institut erweitert die Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland. Zwei neue Regionen gelten nun offiziell als betroffen. Die Zahl der gemeldeten Erkrankungen bleibt hoch. Wer sich in der Natur aufhält, sollte achtsam sein: Zecken können die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, übertragen. Jetzt hat das Robert Koch-Institut (RKI) zwei weitere Regionen als Risikogebiete eingestuft. Wie das RKI mitteilte, gelten nun auch der Landkreis Nordsachsen in Sachsen sowie der Stadtkreis Halle in Sachsen-Anhalt als FSME-Risikogebiete. Damit steigt die Zahl der betroffenen Kreise bundesweit auf 185. In diesen Regionen tritt die durch Zecken übertragene Viruserkrankung gehäuft auf. Die meisten Risikokreise liegen nach Angaben des RKI: in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Südhessen , im südöstlichen Thüringen, im südöstlichen Brandenburg und im östlichen Sachsen-Anhalt. Einzelne Gebiete befinden sich außerdem in Mittelhessen , im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen. Eine Karte aller FSME-Risikogebiete in Deutschland finden Sie hier . FSME: Nur wenige erkranken schwer Viele Infektionen verlaufen unbemerkt. Ein großer Teil der Betroffenen entwickelt keine Beschwerden oder nur grippeähnliche Symptome wie Fieber , Kopf- und Gliederschmerzen . Bei einem kleinen Teil der Erkrankten greift das Virus jedoch das zentrale Nervensystem an. Ärzte sprechen dann von einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks. Diese Entzündungen können starke Kopf- und Muskelschmerzen sowie neurologische Ausfälle verursachen. Etwa ein Prozent der Erkrankten stirbt an der Infektion. Zecken herausdrehen oder besser ziehen? Das raten Fachleute Zecke entfernen mit Öl? Warum das nicht ratsam ist Im Jahr 2025 registrierte das RKI 693 FSME-Erkrankungen . Das stellt die dritthöchste Zahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 dar. Nach Angaben des Instituts waren 98 Prozent der Erkrankten nicht oder nur unzureichend geimpft. Todesfälle verzeichnete das RKI im Jahr 2025 nicht. Selbst in ausgewiesenen Risikogebieten tragen nur wenige Zecken das Virus in sich. Im Durchschnitt enthalten zwischen 0,1 Prozent und fünf Prozent der Zecken FSME-Viren. Die Übertragung erfolgt rasch: Innerhalb von etwa zehn Minuten nach dem Stich gelangen die Viren in den menschlichen Körper. FSME-Impfung verfügbar Die Ständige Impfkommission empfiehlt Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten, eine Schutzimpfung gegen FSME. Unabhängig vom Wohnort rät das RKI dazu, beim Aufenthalt im hohen Gras, im Gebüsch oder Unterholz geschlossene Kleidung zu tragen und insektenabweisende Mittel zu nutzen. Nach Aktivitäten im Freien sollten Menschen ihren Körper gründlich nach Zecken absuchen und diese sofort entfernen. Bereits ab etwa fünf Grad Celsius werden Zecken aktiv. Neben FSME übertragen Zecken auch Borreliose . Diese Erkrankung kann das Nervensystem und die Gelenke schädigen. Je nach Region tragen bis zu 30 Prozent der Zecken Borreliose-Erreger in sich. Anders als bei FSME erfolgt die Übertragung meist erst, wenn die Zecke mehrere Stunden Blut saugt. Gegen Borreliose existiert bislang keine Impfung.