Aachener Unternehmen: Voltfang lässt künftig in China produzieren – warum?

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Das Aachener Unternehmen Voltfang produziert Basis-Komponenten künftig in China. Grund sind fehlende Batterien und steigender Bedarf. Das Aachener Unternehmen Voltfang hat entschieden, Teile seiner Produktion nach China zu verlagern. Künftig sollen Basisprodukte für Batteriespeicher dort gefertigt werden. Konkret geht es um Schaltschränke inklusive Batterien. Diese Komponenten hatte Voltfang bislang in Aachen selbst produziert. Jetzt sollen sie aus China kommen. Die Endfertigung und Anpassung der Speicher an Kundenbedürfnisse sollen aber weiterhin im Industriepark Rothe Erde erfolgen. Auch Entwicklung und Software bleiben nach Unternehmensangaben am Standort Aachen. Der Hauptgrund seien Kapazitätsprobleme. Das sagte der Geschäftsführer David Oudsandji der "Aachener Zeitung". Er erklärte, man habe den Markt für gebrauchte E-Auto-Batterien in Europa nun weitgehend ausgeschöpft. Gleichzeitig wolle das Unternehmen seine Produktion deutlich ausweiten. Um Lieferfähigkeit sicherzustellen, könne Voltfang das Risiko fehlender Batterien nicht eingehen. Unternehmen setzte bis dato auf alte E-Auto-Batterien Bislang setzte das Unternehmen auf sogenannte Second-Life-Batterien aus Elektroautos. Dieses Konzept soll nun schrittweise aufgegeben werden. Stattdessen kommen künftig neue Batterien zum Einsatz, die eben überwiegend aus China kommen. Die Entscheidung steht im Kontrast zu früheren Positionen des Unternehmens. Voltfang hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, unabhängiger von China werden zu wollen. 2024 hatte Oudsandji im "Tagesspiegel Background" selbst vor einer wachsenden Abhängigkeit Europas von der chinesischen Batterieindustrie gewarnt. Voltfang wollte eigentlich von China unabhängig bleiben Er erklärte damals, dass chinesische Unternehmen große Teile der Wertschöpfungskette kontrollierten, von Rohstoffen bis zur Zellproduktion. Dies berge laut ihm Risiken für den Industriestandort Deutschland. Zugleich betonte er dort die Bedeutung von Kreislaufwirtschaft und Second-Life-Batterien, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Dieses Modell funktioniert für Voltfang nun nicht mehr. Bisher stammten 90 Prozent der Materialien aus Europa. Diese Quote dürfte sich nun verändern. Oudsandji bezeichnete den Schritt in der Lokalzeitung als "Anpassung" der Strategie. Es gehe vor allem darum, das starke Wachstum abzusichern.
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