Das Altersvorsorgedepot kommt. Diese private Altersvorsorge mit Aktien wird sogar üppig gefördert. Endlich! Ich bin wirklich begeistert! Und zwar von einem politischen Projekt. Das passiert eher selten. Aber das Altersvorsorgedepot finde ich richtig gut! Es soll die wenig beliebte Riester-Rente ersetzen. Und es ist ein echter Fortschritt, ein "Gamechanger". Sogar: Endlich weniger Garantien, endlich geringere Kosten, dafür Aktien und Zulagen satt und dadurch sicherlich endlich sehr viel mehr Rendite . Was mich besonders begeistert: Sogar meinen alten Riester, den ich als Selbstständige beitragsfrei gestellt habe, kann ich in das neue Altersvorsorgedepot einbringen. Riester ergibt für Selbstständige keinen Sinn, weil diese nicht förderberechtigt sind. Aber das ist beim Altersvorsorgedepot anders, jetzt sind mehr oder weniger alle dabei und alte Verträge können in die neuen überführt werden. Und das dürfte sehr viel Sinn ergeben, nicht nur für Selbstständige. Raus aus den hohen Gebühren, rein in günstige, renditestarke Produkte. Aber der Reihe nach! Der Staat investiert für uns mit Die Bundesregierung reformiert die private Altersvorsorge. Der Bundestag hat schon zugestimmt, der Bundesrat sollte zeitnah folgen. Am 1. Januar 2027 soll es dann losgehen. Langfristiges Investieren an der Börse wird endlich staatlich gefördert. So profitieren wir von den guten Renditen an den Aktienmärkten und der Staat investiert für uns mit, und das nicht zu knapp. Für jeden eingezahlten Euro bis zu einer Summe von 360 Euro gibt der Staat 50 Cent dazu. Bei jedem weiteren Euro bis zu einer Summe von 1.800 Euro liegt der Zuschuss bei 25 Cent. Die höchste Zulage gibt es, wenn im Laufe des Jahres 1.800 Euro oder monatlich 150 Euro eingezahlt werden. Dann gibt es vom Staat 540 Euro – eine ziemlich üppige Zulage. Über 1.500 Euro: Wer von der neuen Eigenheimrente profitiert Besonders Familien profitieren, weil die zusätzlichen Kinderzulagen das investierte Kapital deutlich erhöhen – pro Kind gibt es bis zu 300 Euro und Jahr bei einer Einzahlung von insgesamt 300 Euro. Bei zwei Kindern werden aus eingezahlten 1.800 Euro stolze 2.940 Euro, die investiert werden. Mit ETFs und Fonds gegen die Rentenlücke Das neue Altersvorsorgedepot soll unsere Rentenlücke schließen. Versicherungen, Banken, Fondsanbieter, aber auch Onlinebroker werden das neue Produkt anbieten. Gespart wird in börsengehandelte Fonds (Exchange Traded Funds, ETFs) und klassische Investmentfonds. Je nach Anlegertyp und Risikoneigung können Vorsorgesparer zwischen verschiedenen Varianten wählen und von den staatlichen Zuschüssen profitieren. Und was kommt hinten raus? Mehr als wohl bei jedem anderen bisher steuerlich gefördertem Produkt. Es kommt aber natürlich darauf an, wie viel wir monatlich einzahlen und wie sich die Finanzmärkte entwickeln. Rechner im Internet wie das von Scalable Capital zeigen, was möglich ist. Ein Beispiel: Wenn Sie 30 Jahre lang 150 Euro ansparen, kommen Sie bei einer erwarteten Nettorendite von 7,5 Prozent auf eine Summe von 269.457 Euro – nur 20 Prozent davon haben Sie selbst eingezahlt. Der Rest sind Zulagen und vor allem die Rendite der ETFs . Wenn wir uns dann bis zum 85. Lebensjahr eine Rente auszahlen lassen wollen, wären das stolze 2.152 Euro monatlich beziehungsweise 1.611 Euro netto. Klasse, oder? So schließen wir unsere Rentenlücke! Keine überteuerten Produkte, keine teuren Garantien Der große Unterschied zu Riester: keine überteuerten Produkte, keine teuren Garantien. Produkte mit hohen Gebühren sind von der staatlichen Förderung ausgeschlossen. Es gibt einen Kostendeckel von einem Prozent. Das klingt bei einem ETF-Depot erst einmal viel. Es ist aber zu erwarten, dass viele Anbieter günstigere Varianten anbieten werden. Schließlich dürften mit dem neuen Produkt auch Neukunden angelockt werden. Als ob das nicht schon genügend positive Nachrichten wären, ist das Altersvorsorgedepot auch steuerlich interessant. In der Ansparphase ist es nämlich steuerfrei, sogar die Vorabpauschale entfällt. Das Umschichten von einem Fonds in einen anderen ist ebenfalls steuerfrei, genauso wie das Rebalancing. Steuern auf Ihre Gewinne zahlen Sie erst, wenn die Auszahlphase beginnt. Das Gesetz muss noch vom Bundesrat verabschiedet werden. Aber das dürfte eine Formsache sein. Danach gibt es dann weitere Details, auch von den potenziellen Anbietern. Ich bin auf jeden Fall begeistert und werde ab Januar dabei sein. Sie auch?