"Artemis 2": Nasa bereitet sich auf prekäre Situation vor

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Für die "Artemis 2"-Crew wird es erneut spannend: Der Flug um den Mond steht an. Eine Situation während der Umrundung ist besonders heikel. Wer den Film "Apollo 13" mit Tom Hanks gesehen hat, erinnert sich vermutlich an eine nervenaufreibende Szene ganz besonders: Minutenlang und länger als erwartet herrscht beim Eintreten der Raumkapsel in die Erdatmosphäre Funkstille zwischen der Crew und der Nasa-Missionskontrolle in Houston. Dort wächst mit jedem weiteren Moment die Angst, dass bei dem Manöver etwas schiefgelaufen sein könnte. Und dann gibt es endlich den erlösenden Funkspruch der Crew, dass alles in Ordnung sei. Solche Funkkontaktabbrüche gibt es auch bei der Nasa-Mondmission "Artemis 2" . Und sogar deutlich länger als im Film mit Hanks. Bei der anstehenden Mondumrundung der Crew wird diese laut Nasa "vorübergehend den Kontakt zur Erde verlieren, wenn die Orion hinter der Mondrückseite vorbeifliegt". Bis zu 50 Minuten könnte dann Funkstille zwischen der "Orion"-Raumkapsel und der Erde herrschen. "Artemis 2": Kurz nach dem Start bricht die Verbindung zu den Astronauten ab "Artemis 2": So läuft der Flug zum Mond ab Warum? Funksignale breiten sich geradlinig aus. Und während sich das Raumschiff mit der Crew auf der erdabgewandten Seite des Mondes befindet, blockiert dieser die Signale. Das bedeutet, es gibt keinen direkten Kontakt zur Erde. Kritische Phase der Ungewissheit für die Nasa Ist das ein Problem? Es ist ein von der Nasa einkalkuliertes und unvermeidbares Risiko. Denn sollte es in der Zeit zu einem Zwischenfall kommen, sind die Astronauten auf sich allein gestellt. Sie müssten auf die üblichen Anweisungen aus Houston verzichten. Es gab in der Raumfahrtgeschichte bereits eine solche heikle Situation: Als die Crew von "Apollo 11" 1969 hinter dem Mond den Kontakt zur Erde verlor, erfolgte das erste Manöver zum Einschwenken in die Mondumlaufbahn. Auf der Erde wusste minutenlang niemand, ob das Manöver funktioniert hat. Erst als der Funkkontakt wieder hergestellt war, kam die Bestätigung der Crew. Wäre das Manöver fehlgeschlagen, hätte es keine Möglichkeit gegeben, von der Erde aus einzugreifen. Ein Land hat das Problem mit dem Funkabbruch für sich bereits gelöst. Für seine bislang unbemannten Missionen auf der Mondrückseite hat die Volksrepublik China dort Satelliten stationiert, die den Funkkontakt zur Erde aufrechterhalten. So soll die Mondumrundung ablaufen Die vier Astronauten der "Artemis 2"-Mission haben am Montagmorgen die Einflusssphäre des Mondes erreicht. "Orion" sei an dem Punkt angekommen, an dem die Schwerkraft des Mondes stärker auf das Raumschiff wirke als die der Erde, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. In den nächsten Stunden soll das Raumschiff dem Mond am nächsten kommen – etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite. Von dort aus können die Astronauten dann Erde und Mond gleichzeitig sehen – und sogar auch eine Sonnenfinsternis , bei der die Sonne aus der Perspektive von "Orion" hinter dem Mond verschwindet. Die Nasa überträgt die Mondumrundung live auf ihrem Streamingdienst Nasa+. Hier ist der genaue Zeitplan der Nasa. Die Zeiten sind in Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) angegeben. 17:50 Uhr : Sechster Flugtag beginnt, die Crew wacht auf 20:00 Uhr : Die Nasa startet die Live-Übertragung der Mondumrundung 20:56 Uhr : Die Crew übertrifft den bisherigen Entfernungsrekord von Menschen zur Erde (aufgestellt bei Apollo 13) mit 248.655 Meilen (400.171 Kilometer) 21:15 Uhr : Die Crew bereitet die "Orion"-Raumkapsel auf das Manöver vor 21:45 Uhr : Beginn der Mondbeobachtungsphase 01:47 Uhr (7. April) : Kommunikationsverlust, während die Crew sich von der Erde aus gesehen hinter dem Mond befindet 03:35 Uhr : Phase beginnt, in der der Mond aus "Orion"-Perspektive die Sonne verdeckt 04:20 Uhr : Ende der Mondbeobachtungsphase 04:32 Uhr : Ende der Sonnenfinsternis-Phase Nach der Mondumrundung geht es für die "Artemis 2"-Crew wieder zurück zur Erde. Die Wasserung der "Orion"-Raumkapsel ist für kommenden Samstagmorgen gegen 3 Uhr unserer Zeit geplant. Die Nasa überträgt auch die Landung der Astronauten ab 1.30 Uhr live auf ihrem Streamingdienst Nasa+.
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