Sieben Jahre lang lockte sie Millionen von Menschen mit ihrer Talkshow vor die Bildschirme. 2002 wurde "Bärbel Schäfer" abgesetzt. Das macht die Moderatorin heute. Im September 1992 holte RTL mit "Hans Meiser" die erste Talkshow ins Programm. Millionen von Menschen schalteten um 16 Uhr ein und sahen dabei zu, wie sich die Gäste über ihre Probleme austauschten. Der große Hype der Daily Talkshows war geboren. Nach 1.500 Folgen war Schluss Es folgte der Talk mit Ilona Christen und drei Jahre später die Show mit Bärbel Schäfer – deutlich jünger, frecher und provokanter. Die Moderatorin war damals 32 Jahre alt und noch recht am Anfang ihrer Karriere. Nach nur wenigen Folgen wurde sie bereits mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Insgesamt führte die gebürtige Bremerin 1.500 Mal durch ihre Talkshow, ehe sie am 30. August 2002 für immer abgesetzt wurde. Ihr Talkshow-Aus begründete Bärbel Schäfer damals so: "Ich habe sieben Jahre lang mit viel Neugier und Spaß unter deutsche Dächer geschaut. Jetzt suche ich nach neuen Herausforderungen und möchte mich deswegen von meiner Aufgabe lösen, solange es noch läuft." Dem Talk blieb sie treu Doch wie ging es für die damals 38-Jährige weiter? Dem Fernsehen blieb sie treu, übernahm Formate wie "Wellness TV" im Ersten oder "Ein roter Teppich für..." im WDR. Heute ist Bärbel Schäfer vor allem im Radio präsent. Beim Sender HR3 hat sie ein eigenes Talkformat, das wöchentlich sonntags von 10 und 12 Uhr live ausgestrahlt wird. Aber auch als Buchautorin machte sie sich einen Namen, veröffentlichte mehrere Werke. "Avas Geheimnis" aus dem Jahr 2022 beschäftigt sich mit dem Thema Einsamkeit. Ihr letztes Buch kam 2023 auf den Markt: "Eine Herde Schafe, ein Paar Gummistiefel und ein anderer Blick aufs Leben". Optisch hat sich Bärbel Schäfer nicht verändert. Die Zeit scheint spurlos an dem TV-Star vorbeigegangen zu sein. Privat musste Bärbel Schäfer in den vergangenen Jahren mehrere Schicksalsschläge wegstecken. Nur drei Jahre nach dem Start ihrer RTL-Talkshow verlor die Moderatorin ihren Lebensgefährten. Kay-Uwe Degenhardt starb 1998 bei einem Autounfall. 15 Jahre später verunglückte auch ihr Bruder beim Autofahren. "Ich stand zweimal an der Leitplanke und musste Menschen identifizieren", sagte Bärbel Schäfer 2019 im Gespräch mit "Bunte". "Am Anfang ist es ein Schock, aber du denkst trotzdem, er kommt irgendwann wieder um die Ecke und alles wird gut. Aber es wird nichts wieder gut." Aufgefangen in dieser Trauerphase hat sie damals ihr Mann Michel Friedman. Das Paar ist seit 2004 verheiratet. Ein Jahr vor der Hochzeit gingen beide durch eine schwierige Phase. Der ehemalige Politiker war in einen Skandal verwickelt. Michel Friedman hatte im Juli 2003 eine Geldstrafe wegen Kokainbesitzes akzeptiert. Dabei stießen die Ermittler der Berliner Staatsanwaltschaft im Rahmen ihrer Untersuchungen gegen einen polnisch-ukrainischen Menschenhändler-Ring auf Friedmans Namen. Die Verbindung zu diesem kriminellen Netzwerk wurde letztlich zum Auslöser für seinen öffentlichen Fall. Friedman entschuldigte sich öffentlich bei Schäfer. Sie gab ihm eine zweite Chance und das Paar heiratete kurz darauf. "Wir haben uns bis an die Grenzen des Erträglichen ausgesprochen", sagte Schäfer damals in einem Interview mit "Bunte". Auch 20 Jahre später sind sie noch immer liiert.