Cafés und Restaurants mit Terrasse: Hier zahlen Wirte die höchste Gebühr

latest news headlines 4 std vor
Flipboard
Je besser das Wetter, desto mehr Menschen bevölkern die Außenbereiche von Cafés und Restaurants. Die Gebühren für die Wirte unterscheiden sich jedoch stark. Ein Cappuccino in der Sonne, ein Eis auf dem Marktplatz: Für viele gehört es zum Sommer, in Cafés und Restaurants im Freien zu sitzen. Für die Betriebe verursacht die Außengastronomie allerdings auch Kosten. Denn wer Tische und Stühle auf öffentlichem Grund aufstellt, muss dafür in vielen Städten Gebühren zahlen. Wie hoch diese sogenannten Terrassengebühren ausfallen, unterscheidet sich jedoch erheblich. Das zeigt eine neue Auswertung des Bundes der Steuerzahler (BdSt), die 200 dicht besiedelte Städte miteinander verglichen hat. Spanne reicht von wenigen Euro bis zu 2.000 Euro Im Durchschnitt werden für eine Außenterrasse während der Hauptsaison rund 610 Euro fällig. Doch die Unterschiede sind enorm: Während ein Musterbetrieb in Plauen nur 30 Euro zahlt und in Görlitz 63 Euro fällig werden, bleibt es auch in Dessau-Roßlau mit 100 Euro oder Rastatt mit gut 104 Euro vergleichsweise günstig. Ebenfalls moderat sind die Gebühren etwa in Wilhelmshaven , Rheine und Pforzheim mit jeweils rund 125 Euro sowie in Brandenburg an der Havel mit 128 Euro. Seit Januar 2026: Das hat die Senkung der Gastro-Steuer bisher gebracht Grundsteuer, Hundesteuer, Parkgebühr: Hier zahlen Bürger am meisten Am anderen Ende der Skala wird es deutlich teurer: In Bamberg werden 2.000 Euro fällig, gefolgt von Darmstadt mit 1.875 Euro und Bonn mit 1.813 Euro. Auch Trier (1.563 Euro), Hannover (1.477 Euro), Speyer (1.375 Euro), Ludwigsburg (1.294 Euro) sowie Konstanz und Rostock mit jeweils 1.250 Euro gehören zu den hochpreisigen Standorten. Insgesamt zeigt sich: In 24 der 200 untersuchten Städte müssen Gastronomiebetriebe für eine Terrasse mindestens 1.000 Euro zahlen, während sie in 17 Städten mit weniger als 200 Euro auskommen. Die folgende Tabelle zeigt die 20 deutschen Städte mit den höchsten Terrassengebühren 2026: Stadt Terrassengebühr 2026 Bamberg 2.000 Euro Darmstadt 1.875 Euro Bonn 1.813 Euro Trier 1.563 Euro Hannover 1.477 Euro Speyer 1.375 Euro Ludwigsburg 1.294 Euro Konstanz 1.250 Euro Rostock 1.250 Euro Düsseldorf 1.213 Euro Wuppertal 1.213 Euro Hamburg 1.169 Euro Lübeck 1.125 Euro Hildesheim 1.125 Euro Weimar 1.125 Euro Heidelberg 1.095 Euro Mannheim 1.079 Euro Tübingen 1.063 Euro Leverkusen 1.038 Euro Potsdam 1.008 Euro Die Gebühren beziehen sich auf einen Musterbetrieb mit folgenden Annahmen: Außengastronomie von Mai bis September (153 Tage), auf 25 Quadratmeter öffentlicher Fläche in bester Innenstadtlage. Eventuell z usätzlich anfallende Verwaltungsgebühren wurden nicht berücksichtigt. Warum Städte überhaupt Gebühren verlangen Grundsätzlich handelt es sich bei den Terrassengebühren um sogenannte Sondernutzungsgebühren. Gastronomen nutzen mit ihren Tischen öffentlichen Raum – etwa Gehwege oder Plätze – und zahlen dafür eine Abgabe an die Kommune. Neben Einnahmen spielen dabei auch ordnungspolitische Aspekte eine Rolle. Städte steuern über solche Gebühren etwa, wie stark öffentliche Flächen genutzt werden, oder stellen sicher, dass Regeln eingehalten werden, etwa beim Brandschutz oder bei Rettungswegen. Steuerzahlerbund fordert Abschaffung der Gebühren Der Bund der Steuerzahler spricht sich angesichts der aktuellen Zahlen für einen Verzicht auf die Gebühren aus. Die Einnahmen seien für die Kommunen gering: Laut BdSt machen sie meist weniger als 0,05 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Zudem argumentiert der Verband, dass ein Gebührenverzicht die Innenstädte beleben könnte . Außengastronomie ziehe Menschen an und stärke die Attraktivität von Fußgängerzonen. Ein Ziel, für das Städte an anderer Stelle oft viel Geld ausgeben. Tatsächlich gibt es bereits einzelne Kommunen, die auf Terrassengebühren verzichten. In zehn der untersuchten Städte werden sie aktuell nicht erhoben. Andere haben sie zumindest zeitweise ausgesetzt, etwa während der Corona-Pandemie. Wie groß ist der Effekt wirklich? Allerdings ist die Debatte nicht eindeutig. Auch wenn die Einnahmen im Verhältnis zum Gesamtbudget klein erscheinen, können sie für einzelne Kommunen relevant sein. Zudem geht es nicht nur ums Geld: Öffentlicher Raum ist begrenzt und wird von vielen genutzt – von Fußgängern über Radfahrer bis hin zu Veranstaltungen. Für Gastronomiebetriebe können die Gebühren durchaus ins Gewicht fallen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten summieren sich Fixkosten schnell. Gleichzeitig bleibt das Geschäft im Freien stark vom Wetter abhängig. Ob ein Verzicht auf die Gebühren tatsächlich spürbar mehr Leben in die Innenstädte bringt, lässt sich daher pauschal schwer beantworten. Berichte einzelner Städte deuten zwar darauf hin, dass geringere Kosten die Außengastronomie fördern können – ein eindeutiger Beleg dafür fehlt jedoch.
Aus der Quelle lesen