Der CDU-Generalsekretär kritisiert die hohe Zahl der Krankenkassen und schlägt eine Mindestgröße vor. Lediglich 17 Kassen würden diese Schwelle derzeit überwinden. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann möchte die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland deutlich reduzieren. Geht es nach Linnemann, soll die Zahl der Kassen bis 2032 auf zehn bis 20 gesenkt werden. Derzeit gibt es noch 93 Krankenkassen. Der CDU-Politiker schlug im Gespräch mit der "Bild" vor, dass Krankenkassen künftig mindestens eine Million Versicherte haben müssen. Zum Jahresbeginn erfüllten nur 17 Kassen diese Voraussetzung, die meisten haben deutlich weniger Versicherte. Die kleinen Kassen sollen sich laut Linnemann darum zusammenschließen. Würde Linnemanns Vorschlag umgesetzt werden, würden die folgenden Kassen bestehen bleiben: Krankenkasse Versichertenzahl zum 1. Januar 2026 Techniker Krankenkasse 12.259.751 Barmer 8.198.874 DAK Gesundheit 5.373.488 AOK Baden-Württemberg 4.606.513 AOK Bayern 4.578.310 AOK Plus 3.463.644 AOK Niedersachsen 3.079.965 AOK Rheinland/ Hamburg 2.980.892 AOK NordWest 2.953.958 IKK classic 2.873.038 AOK Hessen 1.729.661 AOK Nordost 1.575.345 KKH Kaufmännische Krankenkasse 1.463.894 AOK Rheinland-Pfalz/ Saarland 1.234.444 Knappschaft 1.168.510 SBK 1.095.978 hkk Krankenkasse 1.004.696 Auch die BKK firmus hat mittlerweile nach eigenen Angaben die Schwelle von einer Million Versicherten übersprungen. Die Kasse war aufgrund ihres niedrigen Zusatzbeitrags in den vergangenen Jahren stark gewachsen, musste zuletzt jedoch einen Rückschlag einstecken. So darf sie zukünftig keine neuen Versicherten mehr aus sechs Bundesländern aufnehmen. "Damit das System gerecht ist, müssen sich alle beteiligen – auch die gesetzlichen Krankenkassen", sagte Linnemann zur "Bild". Durch eine Verringerung der Kassen würde der Wettbewerb effizienter, die Verwaltung schlanker und die Kosten deshalb geringer. Zweifel an Kostenreduzierung Dass durch weniger Kassen auch die Verwaltungsausgaben sinken, ist jedoch nicht ausgemacht. Die Finanzkommission Gesundheit stellte in ihrem Bericht an Gesundheitsministerin Nina Warken keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Größe einer Krankenkasse und der Höhe ihrer Verwaltungsausgaben fest. Das heißt: Es gibt sowohl kleine Kassen mit geringen Verwaltungsausgaben als auch größere Kassen mit hohen Kosten. Auch Warken stellte in einem Gespräch mit der "Bild" klar, dass die Verwaltungsausgaben der Kassen derzeit nicht der größte Kostentreiber seien. Dennoch zeigte sie sich offen für eine Reduzierung der Kassen. So soll sich die Finanzkommission Gesundheit künftig auch mit dieser Frage auseinandersetzen. Gleichzeitig sorgen steigende Herausforderungen bei Digitalisierung , Cybersicherheit und Fachkräftemangel dafür, dass sich die Kassen von sich aus zusammenschließen. Neben mkk und BKK Pfalz sowie Salus BKK und BIG direkt gesund verhandeln derzeit auch die kleineren Innungskrankenkassen IKK gesund plus und IKK Berlin und Brandenburg über einen Zusammenschluss.