Champions League: Die Szene, die Hansi Flick zum Kochen brachte

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Der FC Barcelona steht in der Champions League vor dem Aus. Grund dafür ist die Niederlage gegen Atlético Madrid. Barça selbst sieht den Grund aber noch woanders. Das Camp Nou war für Diego Simeone eigentlich ein Ort der Niederlage. Jedes Mal, wenn der Trainer von Atlético Madrid mit seinem Team zum FC Barcelona reiste, fuhr er ohne Sieg nach Hause. Seit 2011 ist Simeone Trainer der "Rojiblancos", der Rot-Weißen. Aber genauso hartnäckig wie sein Team versuchte es auch Simeone immer wieder, ließ sich von dieser Statistik nicht entmutigen – mit Erfolg. Am Mittwochabend endete die Serie ohne Siege. Mit 2:0 gewann Atlético im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona. Ein großer Schritt Richtung Halbfinale. Beim FC Barcelona, den nahezu alle Experten als Favorit gesehen hatten, war die Wut nach dem Spiel nicht zu übersehen. Aber nicht auf sich selbst, sondern auf das Schiedsrichtergespann. Torwart Joan García stapfte nach dem Abpfiff auf den Unparteiischen István Kovács und seine Assistenten zu, João Cancelo tat es ihm gleich. Während García das Gespräch suchte, schimpfte Cancelo einfach nur und sah sofort die Gelbe Karte. Trainer Hansi Flick versuchte, seine Spieler von den Männern in Hellblau wegzuhalten, während er selbst Redebedarf hatte. Wer den Grund für den Frust bei Barça verstehen will, muss zunächst in die 44. Minute zurückspulen. Bei einem Angriff Atléticos lief Stürmer Giuliano Simeone, Sohn des Trainers, auf den Torwart Joan García zu, wurde aber von Barcelona-Verteidiger Pau Cubarsí am Bein getroffen. Schiedsrichter Kovács entschied sich für Freistoß und Gelb, hatte klare Sicht auf die Situation. Der deutsche Video-Schiedsrichter Christian Dingert war aber der Meinung, Rot sei auch eine vertretbare Entscheidung und schickte Kovács an den Bildschirm. Nach Ansicht des Videomaterials zückte der rumänische Unparteiische die Rote Karte, Barça spielte fortan in Unterzahl. Den fälligen Freistoß verwandelte Julian Álvarez zur 1:0-Führung für die Gäste. "Ich weiß nicht, es könnte eine Rote Karte sein oder auch nicht", kommentierte Barça-Trainer Flick die Szene. "Ich bin mir nicht sicher, ob er den Ball ausreichend berührt hat. Der Ball war hinter ihm", sagte er. Simeone hatte den Ball leicht in den Rücken gespielt bekommen. Flick sah daher die fehlende Kontrolle als möglichen Grund, bei einer Gelben Karte zu bleiben, da keine klare Torchance entstanden wäre. Der deutsche Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer widersprach Flick im ZDF , ordnete die Entscheidung als regelkonform ein. Hansi Flick entrüstet: "Das darf nicht vorkommen" Die entscheidende Szene für den Ärger Barcelonas geschah aber kurz nach dem Beginn der zweiten Hälfte. In der 54. Minute spielte Atléticos Torwart Juan Musso einen Abstoß flach zu Teamkollege Marc Pubill. Der bückte sich nach vorne, stoppte den Ball mit der Hand und spielte den Abstoß zurück. Sofort beschwerten sich die Spieler und Trainer Barcelonas, forderten einen Elfmeter und eine Gelb-Rote Karte für den bereits vorverwarnten Pubill. Doch weder Schiedsrichter Kovács noch VAR Dingert meldeten sich zu Wort. Sehr zum Ärger von Hansi Flick. "Ich verstehe nicht, warum der VAR nicht eingreift. Es ist normal, Fehler zu machen, aber in solchen Situationen – wozu haben wir denn den VAR? Das hätte ein Elfmeter und die zweite Gelbe, also die Rote Karte sein müssen. Das darf nicht vorkommen", schimpfte er im TV-Interview bei Movistar+. Auf der Pressekonferenz legte er dann nach. Auch im Hinblick auf die Rote Karte für Cubarsí sagte er: "Der VAR war sehr fokussiert für Atlético heute. Er ist ein Deutscher. Danke, Deutschland." Zu dem Zeitpunkt war Flick aber schon etwas ruhiger als noch im TV. "Vielleicht können sie (die Schiedsrichter, Anm. d. Red.) es erklären, wir müssen es akzeptieren." Mit der Leistung seines Teams war Flick aber zufrieden. "Wir haben in der ersten Hälfte und auch in der zweiten gut gespielt", sagte er. Verteidiger Ronald Araújo gab seinem Trainer recht: "Obwohl wir in Unterzahl gespielt haben, hatten wir den Ball, konnten nur leider kein Tor erzielen. Wir sind natürlich enttäuscht über die Niederlage, aber zuversichtlich, dass wir das noch aufholen können. Diese Mannschaft hat das Zeug dazu, das wieder aufzuholen, und davon bin ich überzeugt." Am kommenden Dienstag geht es abends im Estadio Metropolitano zur Sache. Der Hexenkessel im Osten Madrids ist das Zuhause von Atlético – und eine Festung. Atlético zählt zu den heimstärksten Teams Europas. "Es ist zugegebenermaßen schwierig in ihrem Stadion", sagte Araújo, fügte aber an: "Aber wenn es jemand schaffen kann, dann sind wir das."
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