Corona-Pandemie verdoppelte psychische Belastungen laut neuer Studie

latest news headlines 12 std vor
Flipboard
Die Coronapandemie war eine Extremsituation. Für viele Menschen hat diese Zeit ihre mentale Gesundheit langanhaltend verändert. Depression, Angstzustände, Stress: Eine aktuelle Studie mit zehntausenden Teilnehmer hat eine erhöhte psychische Belastung der Menschen in Deutschland während der Coronapandemie bestätigt. Bis 2022 nahmen diese Beschwerden stark zu – besonders bei jüngeren Erwachsenen unter 40 Jahren und bei Frauen. Das teilte die Geschäftsstelle der Nako-Gesundheitsstudie am Freitag in Heidelberg mit. Mentalen Belastung mehr als verdoppelt Die Forscher gehen davon aus, dass die Zunahme der mentalen Belastung durch die Pandemie eine langanhaltende Veränderung war, die auch nach Aufhebung vieler Schutzmaßnahmen anhielt. Für die Analyse wurden fast 80.000 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer vor der Pandemie, im Frühjahr 2020 und im Herbst 2022 zu ihrer mentalen Gesundheit befragt. Der Anteil derjenigen mit depressiven Symptomen stieg demnach von 5,9 Prozent vor der Pandemie auf 9,7 Prozent im Herbst 2022, moderate bis schwere Angstsymptome von 3,9 Prozent auf 6,2 Prozent und moderater bis starker Stress im selben Zeitraum von 4,1 Prozent auf 10,2 Prozent. Parallel sank der Anteil derjenigen ohne Symptome, während sich die Gruppe mit allen drei Belastungen – Depression, Angst und Stress – bis zur späten Phase der Pandemie mehr als verdoppelte. Dauerstress kann krank machen : Was Stress mit Körper und Psyche macht Forschung aus Deutschland : Ursache schwerer Corona-Impfnebenwirkung aufgedeckt Wie hängen Depression und Pandemie zusammen? Extreme Zeiten wie eine Pandemie können für Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen zur Belastung werden. Katarina Stengler, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Helios Klinikum Leipzig erklärt: "Bestimmte Konstellationen können für Menschen besonders störanfällig sein und unter anderem zu Depressionen führen." Neben dem Verlust von Angehörigen durch das Virus, können auch berufliche Sorgen und die soziale Isolation zur mentalen Belastung werden. Eine andere Theorie ist, dass das Coronavirus Zellen schädigt, die für die Produktion des Glückshormons Dopamin zuständig sind . Die Symptome einer Depression sind vielfältig und von Person zu Person verschieden. Zu den Hauptsymptomen einer depressiven Episode zählen etwa gedrückte Stimmung, Hoffnungslosigkeit, Freudlosigkeit, Schlafstörungen und verringerter Antrieb beziehungsweise rasche Ermüdung. Mehr Informationen dazu, wie sich eine Depression äußern kann, finden Sie hier. Die Nako-Gesundheitsstudie, die 2014 als größte deutschlandweite Bevölkerungsstudie gestartetwurde, erforscht, wie Lebensstil und Umweltfaktoren das Risiko für häufige Erkrankungen beeinflussen. Hinweis: Falls Sie viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.
Aus der Quelle lesen