Deutsche verlieren so viel Geld durch Onlinebetrug wie niemand sonst in Europa. Eine Studie zeigt: Die Maschen werden immer raffinierter. Nutzer können sich dennoch schützen. Jeder dritte Deutsche wurde 2025 Opfer von Onlinebetrug. Die Betroffenen verloren dabei im Schnitt 1.760 Euro. Das zeigt eine aktuelle Studie des IT-Sicherheitsunternehmens McAfee. Damit liegt Deutschland bei den durchschnittlichen Verlusten vor allen anderen untersuchten Ländern. Für die Untersuchung "State of the Scamiverse" hat McAfee im November 2025 insgesamt 7.592 Erwachsene in sieben Ländern befragt, nämlich Deutschland, USA , Großbritannien , Frankreich , Australien , Japan und Indien . Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Betrugsversuche im Netz inzwischen so alltäglich geworden sind, dass viele Nutzer sie kaum noch von echten Nachrichten unterscheiden können. Neun Betrugsnachrichten pro Tag Laut der Umfrage erhalten Deutsche über verschiedene Kanäle wie SMS, E-Mail oder soziale Netzwerke durchschnittlich neun betrügerische Nachrichten täglich. Viele dieser Nachrichten seien so professionell gestaltet, dass sie auf den ersten Blick echt wirken. Dem Bericht zufolge verbringen Deutsche jährlich rund 71 Stunden damit, zu überprüfen, ob Nachrichten, Anrufe oder Benachrichtigungen tatsächlich von seriösen Absendern stammen. Das entspricht fast drei vollen Arbeitstagen. Sicherheitsamt warnt: Cyberangriffe auf Bankkunden steigen Einladung für Hacker: Das sind die beliebtesten (und gefährlichsten) Passwörter Mehr als ein Viertel der deutschen Studienteilnehmer (27 Prozent) räumte ein, sich beim Erkennen von Betrugsversuchen unsicherer zu fühlen als noch vor einem Jahr. Über die Hälfte (52 Prozent) berichtete zudem, dass ihr Social-Media-Konto im Jahr 2025 kompromittiert wurde. Deepfakes und QR-Codes als neue Gefahren Ein großes Problem für viele Verbraucher ist es, dass Kriminelle zunehmend auf neue Technologien setzen. So werden immer häufiger täuschend echte Deepfake-Videos und Sprachnachrichten eingesetzt, um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Die Befragten gaben an, durchschnittlich zwei Deepfakes pro Tag zu sehen. Allerdings seien diese oft nicht als solche zu erkennen. Auch QR-Codes, die auf Plakaten, Speisekarten oder Parkautomaten zu finden sind, würden vermehrt für Betrugsversuche genutzt. Jeder fünfte Deutsche habe bereits einen verdächtigen QR-Code gesehen, so die Studie. 15 Prozent derjenigen, die einen Code gescannt haben, seien anschließend auf einer gefährlichen Webseite gelandet. Zudem warnt McAfee vor Betrugsmaschen, die ganz ohne sichtbare Links auskommen. Mehr als jeder zehnte Befragte (13 Prozent) berichtete von verdächtigen Direktnachrichten in sozialen Medien, die keine URL enthielten. Wer auf solche Nachrichten antworte, erlaube es den Betrügern oft, das Gespräch fortzusetzen und später nach persönlichen Daten oder Geld zu fragen. Cloud-Speicher im Visier der Betrüger McAfee Labs, die Forschungsabteilung des Unternehmens, beobachtete im Oktober und November 2025 einen deutlichen Anstieg von Betrugsversuchen, bei denen Cloud-Dienste wie Google Drive, iCloud oder Dropbox nachgeahmt wurden. Die Nachrichten wirkten glaubwürdig und suggerierten dringenden Handlungsbedarf, etwa weil angeblich der Speicherplatz voll sei oder das Passwort ablaufe. Die Experten erwarten, dass solche Maschen im Jahr 2026 weiter zunehmen werden. Statt einzelner Nachrichten könnten Betrüger künftig ganze Abläufe nachahmen, etwa mit gefälschten Anmeldeseiten und Zwei-Faktor-Authentifizierungen, die den Eindruck erwecken, es handele sich um einen regulären Vorgang. Nutzer reagieren mit mehr Vorsicht Die Studie zeigt, dass viele Nutzer versuchen, sich anzupassen: 68 Prozent der Befragten gaben an, beim Öffnen von Nachrichten unbekannter Absender vorsichtiger geworden zu sein. Fast die Hälfte (47 Prozent) bemühe sich außerdem, sich über aktuelle Betrugsmaschen zu informieren. Nutzer sollten bei vermeintlich dringenden Nachrichten zunächst innehalten und den Absender überprüfen. Zufällige QR-Codes sollten gemieden und für jedes Konto sollte ein eigenes Passwort verwendet werden. Zudem sollten unerwartete Nachrichten über offizielle Kanäle überprüft werden, denn Deepfakes können Stimmen und Gesichter täuschend echt nachahmen.