Das Dschungelcamp ist vorbei, die Diskussionen um Gil Ofarim noch nicht. Doch auch RTL wird für den Umgang mit dem Musiker kritisiert. Die diesjährige Dschungelcamp-Staffel polarisierte wie kaum eine zuvor. Grund dafür war die Teilnahme von Gil Ofarim . Der Musiker war mit einer Lüge über angebliche antisemitische Diskriminierung durch einen Leipziger Hotelangestellten in Ungnade gefallen. In der RTL-Show vermied er das Thema unter Berufung auf eine angebliche Verschwiegenheitserklärung weitestgehend. In wenigen Momenten äußerte er sich aber doch und erweckte den Eindruck, seine einstige Entschuldigung nicht aus Einsicht ausgesprochen zu haben sowie seine Schuld infrage zu stellen. Einige seiner Mitstreiter, allen voran Realitystar Ariel Hediger , sprachen Ofarim wiederholt auf seine damalige Lüge an und gingen ihn deswegen auch teils lautstark an. Dennoch oder womöglich sogar deswegen holte Ofarim am Ende die Dschungelkrone. Ein Ausgang, der auch eine Diskussion über den Umgang seitens RTL mit seinem Skandal entfachte. Auch viele t-online-Leser kritisieren den Sender scharf und unterstellen Parteilichkeit. So schreibt etwa Michael Richter: "Hier wird einem Täter die Plattform geboten, eine erneute Täter-Opfer-Umkehr vorzunehmen. RTL wäre gut beraten, die ganze Angelegenheit durchzugehen und die Mutmaßungen über angeblich verfälschte Videoaufnahmen klarzustellen." Für Richter ist nicht nachvollziehbar, "weshalb man hier jemandem eine Straftat vergoldet". Horst Löw schlägt ähnliche Töne an: "Bravo, hier hat unter fleißiger Mithilfe von RTL und den beiden 'tollen' Moderatoren, eine Täter-Opfer-Umkehr stattgefunden." Ofarim habe sich als Justizopfer präsentiert. Löw schreibt: "Der hat hier keinen Ladendiebstahl begangen. Er hat den deutsch-jüdischen Beziehungen erheblich geschadet und ein aufrichtiger Hotelmitarbeiter hätte beinahe seinen Job verloren. Hat RTL eigentlich mal nach dem Opfer gefragt? Billige Sensationsmache auf dem Rücken des Opfers. Pfui Teufel." Ulrike Mach plant sogar, der RTL-Show den Rücken zu kehren: "Das war nicht nur für mich der letzte Dschungel, den ich im Fernsehen verfolgt habe! Wie kann man einen Mann mitspielen lassen, der so frech und unehrlich war! Dass er nicht daraus gelernt hat und es überhaupt nicht bereut, zeigt die Tatsache, dass er im Camp weiter gelogen hat! Wie kann RTL das akzeptieren und ihn noch mit der Krone belohnen. Waren die Anrufe für ihn überhaupt ehrliche Anrufe?" Auch Heinz O. Schramm zweifelt an einem ehrlichen Telefonvoting: "Die ganze Veranstaltung war unwürdig. Schon vor der ersten Sendung stand der 'gewählte' Sieger fest. Ich werde von nun an RTL strikt boykottieren, Betrug am Kunden." Klaus Dieter Riess schreibt zudem: "Sicherlich trägt RTL die alleinige Schuld an diesem geschehen!" "Warum kritisiert man RTL?" Andere Leser sehen dagegen keinen Fehler bei dem Privatsender. So kommentiert etwa Sabine Beyer: "Warum kritisiert man RTL? Es waren die Zuschauer, die Gil gewählt haben und im Camp hat er geliefert, vielleicht hätte er freiwillig mehr erzählt, wenn man ihn nicht so unverschämt bedrängt hätte und im Übrigen hätte es auch eine Entschuldigung von einer Ariel geben müssen für ihre Beleidigungen, Unterstellungen und Abwertungen gegenüber etlichen Leuten im Camp, da kam auch nichts." Barbara Koch sieht es ähnlich: "Eine Verantwortung oder ein Fehlverhalten bei RTL sehe ich hier jedoch nicht. Camilla Plock schreibt: "Ich finde die Diskussion um die Dschungelkrone und darum, wer sie erhalten darf und wer nicht, einfach unterirdisch. Da werden Verschwörungstheorien oder Deals zwischen RTL und Gil Ofarim vermutet." Auch sei kritisiert worden, dass die falschen Gäste in die Dschungelcamp-Folgeshow "Die Stunde danach" geladen worden seien: "Dabei habe ich bemerkt, dass mehr Gäste da waren, die Gil Ofarim kritisiert haben, als solche, die auf seiner Seite waren. Ist aber ein bekanntes Phänomen, dass man nur das rauspickt, was einem in den Kram passt. Zudem hat Angela Finger.Erben verzweifelt versucht, die Zuschauer darauf hinzuweisen, sich bei RTL den Fall Gil Ofarim anzuschauen. Kam mir dann aber wieder vor wie bewusste Beeinflussung der Zuschauer", so Plock.