Eisbaden kann gefährlich für das Herz sein: Wer lieber verzichten sollte

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Eine Runde in eiskaltem Wasser schwimmen: Eisbaden wird häufig als Gesundheitstipp genannt. Doch nicht für jeden eignet sich das Winterhobby. In Ländern wie Finnland , Schweden oder Polen gehört es fest zum Winterprogramm: Schwimmen in kaltem Wasser – als Eisbaden bekannt. Und auch hierzulande zieht es immer mehr Menschen bei Minusgraden in Seen und Flüsse. Der Reiz liegt oft in der vermeintlichen Stärkung des Immunsystems und dem Freisetzen von Glückshormonen. Doch die Kälte birgt auch Risiken – insbesondere für das Herz. Davor warnt der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen. Wer auf Eisbaden verzichten sollte und was dabei genau im Körper passiert, lesen Sie hier. Eisbaden: Das passiert mit dem Körper Beim Eintauchen in kaltes Wasser erlebt der Körper einen plötzlichen Kälteschock. Dieser aktiviert das sogenannte sympathische Nervensystem, was eine Reihe körperlicher Reaktionen auslöst: Kältekontraktion der Blutgefäße : Die Gefäße ziehen sich zusammen, um Wärmeverluste zu minimieren. Dies führt zu einem Anstieg des Blutdrucks. Erhöhter Herzschlag : Das Herz muss härter arbeiten, um Blut durch die verengten Gefäße zu pumpen. Hyperventilation : Die Atmung wird schneller und flacher, um den erhöhten Sauerstoffbedarf zu decken. Adrenalinausschüttung : Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin werden freigesetzt, was zu einem Energieschub führt, aber auch das Herz zusätzlich belastet. Bei gesunden Menschen kann der Körper diese kurzfristigen Belastungen meist problemlos bewältigen. Doch für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen kann das Eisbaden gefährliche Konsequenzen haben. Kardiologen warnen: Das Herz ist besonders gefährdet Das Herz ist während des Eisbadens gleich mehrfach gefordert. Zum einen muss es den erhöhten Blutdruck bewältigen, zum anderen erhöht der plötzliche Kältereiz die Wahrscheinlichkeit von Herzrhythmusstörungen. Besonders gefährlich ist das sogenannte "Kälte-induzierte Kammerflimmern", bei dem die elektrischen Impulse des Herzens gestört werden. Dies kann im schlimmsten Fall zu einem Herzstillstand führen. Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen Deutschlands betont, dass starke Kälte eine immense Belastung für das Herz darstelle. Menschen mit bekannten Herzproblemen oder unentdeckten Herzrhythmusstörungen seien besonders gefährdet. Doch selbst gesunde Personen könnten unter extremen Bedingungen – wie bei sehr kaltem Wasser oder langer Verweildauer – negative Effekte spüren. Wer dennoch vom Eisbaden fasziniert ist und es ausprobieren möchte, sollte gut vorbereitet sein. Eine schrittweise Gewöhnung an kaltes Wasser unter professioneller Anleitung kann helfen, die positiven Effekte zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu minimieren. Lesen Sie auch: Kardiologen empfehlen die "Acht-Schritte-Regel" Warnzeichen, die ernst genommen werden sollten Während oder nach dem Eisbaden können Symptome auftreten, die auf eine Überlastung des Herzens hinweisen. Dazu gehören: Brustschmerzen oder ein Engegefühl im Brustkorb Schwindel oder Benommenheit Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag Atemnot Wer solche Symptome bemerkt, sollte das Eisbaden sofort abbrechen und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Fazit Eisbaden kann für gesunde Menschen eine erfrischende und gesundheitsfördernde Erfahrung sein. Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Kälte eine erhebliche Belastung für das Herz-Kreislauf-System darstellt. Besonders für Menschen mit Vorerkrankungen des Herzens ist Eisbaden deshalb tabu. Wer sich unsicher ist, sollte vorher einen Arzt konsultieren.
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