Vincent Kompany könnte mit dem FC Bayern einen historischen Rekord von Pep Guardiola übertreffen. Vergleiche mit seinem Mentor lehnt er aber vehement ab. Wenn das mal keine besondere Extramotivation ist: Mit einem Sieg am Mittwochabend (20.30 Uhr im Liveticker bei t-online) beim 1. FC Köln könnte Chefcoach Vincent Kompany einen Rekord von Pep Guardiola übertreffen und mit dem FC Bayern die beste Hinrunde aller Zeiten perfekt machen. Genau wie Guardiolas Mannschaft in der Saison 2013/14 könnten die Kompany-Bayern auf 47 Punkte kommen. Das Torverhältnis von +51 ist dabei aber schon jetzt deutlich besser als damals (+35 Tore). Als t-online Kompany am Dienstagvormittag auf diese mögliche historische Bestmarke ansprach, wehrte der sich aber vehement gegen den Vergleich mit seinem langjährigen Trainer bei Manchester City . Das konnte man schon erahnen. Denn, wie immer, wenn es um brisante Themen geht, bei denen er ganz genau verstanden werden möchte, wechselte der Belgier bei der Beantwortung der Frage nämlich vom Deutschen ins Englische. "Ich kann und will mich nicht vergleichen, es ist für einen Trainer unmöglich, sich mit Pep zu vergleichen. Das ist ein verlorener Kampf – von Anfang an", sagte Kompany. "Erlebe eine Achterbahnfahrt der Gefühle" "Vielleicht verstehe ich es besser, weil ich selbst Spieler war und als Trainer diese Achterbahnfahrt der Gefühle miterlebt habe – die Liga zu gewinnen (die Zweitligameisterschaft mit dem FC Burnley in die Premier League; Anm. d. Red.), den Abstieg, den Gewinn der Liga (die Meisterschaft 2025 mit Bayern; Anm. d. Red.). Ich befinde mich jetzt seit dreieinhalb Jahren immer noch in diesem Prozess." Und weiter: "Weil ich diese Erfahrung gemacht habe, weiß ich: Wenn Sie sagen, meine Punktausbeute – das ist nicht meine Punktausbeute, das ist die der Spieler!" Zum Abschluss seines Statements wechselte Kompany dann wieder ins Deutsche und sagte: "Es sind die Spieler, die das geschafft haben. Es sind die Spieler, die die Tore machen. Ich verstehe das ganz gut, und deswegen will ich auch nicht meine Rekorde mit jemand anderem vergleichen, das ist mir völlig egal." Die Vergleiche drängen sich dennoch unweigerlich auf. Kompany teilt sich nach 50 Spielen mit dem Rekordmeister schließlich derzeit in der Rangliste der Bayern-Trainer mit dem besten Punkteschnitt (2,52) Rang eins mit Guardiola (102 Spiele). "Wir wollen in diesem Tunnel leben" Kompany spielte viele Jahre unter Guardiola bei Manchester City und war dort nicht nur dessen Abwehrchef, sondern auch Kapitän und Peps verlängerter Arm auf dem Platz. Kompany verfolgt auch als Chefcoach bei Bayern die gleiche Spielidee von offensivem Fußball, Dominanz und Ballbesitz wie einst Guardiola. Der stellte in der besagten Saison mit den Münchnern mit der März-Meisterschaft am 27. Spieltag übrigens noch einen weiteren Rekord auf. Bei aktuell bereits elf Punkten Vorsprung auf "Verfolger" Borussia Dortmund , wandelt Kompany auch hier bereits auf den Spuren seines fußballerischen Lehrmeisters und Mentors. Die Konkurrenz kapituliert jedenfalls bereits vor Kompany und den Bayern. Dortmunds Chefcoach Niko Kovač sagte zuletzt: "Dass wir die Bayern nicht angreifen können, ich glaube, das sieht jeder. Dieses Team, diese Mannschaft hat schon eine Extraklasse, die in der Bundesliga im Moment so nicht zu sehen ist." Nachlassen will Kompany mit seiner Mannschaft, die den VfL Wolfsburg zum Jahresstart am Sonntag mit 8:1 besiegte, aber keinesfalls. Ein Spiel gegen Bayern zu gewinnen, sei für manche Teams möglicherweise "fast wie ein Titel", sagte der 38-Jährige und betonte. "Ich möchte gar nichts herschenken. Das ist eine ganz große Motivation. Wir wollen in diesem Tunnel leben." Und dort ist in der Welt des Bayern-Trainers auch für Gedanken an Guardiola kein Platz – erst recht nicht für Vergleiche.