Am Sonntag gehört die Hauptstadt den Läuferinnen und Läufern, denn der Berliner Halbmarathon findet wieder statt. Auch 2026 werden die Bestmarken wieder attackiert werden – und könnten fallen. Frühjahrstradition in Berlin: Im Frühling wird gelaufen. Seit Jahren schon. Und wie. 21,0975 Kilometer durch die komplette Innenstadt, auch an diesem 29. März 2026. Insgesamt mehr als 43.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind für den Berliner Halbmarathon 2026 gemeldet, die Teilnehmerzahl steigt seit Jahren stetig. Es ist die insgesamt 45. Ausgabe des Laufs, der in seiner jetzigen Form seit 1990 ausgetragen wird, aber unter anderem aus dem 1981 ins Leben gerufenen Ost-Berliner Friedenslauf hervorgegangen ist. Ein Lauf über die Straße des 17. Juni, über den Kurfürstendamm und Potsdamer Platz Richtung Schloss Charlottenburg – bis zum feierlichen Zieleinlauf am Brandenburger Tor . Der Halbmarathon gehört zum Terminplan tausender Läuferinnen und Läufer. Um 9:15 Uhr beginnen die Skater, die Rollstuhlfahrer und Handbiker um 9:55 Uhr, ab 10:05 Uhr steigen die Leichtathletinnen und -athleten ein. Tausende Läufer am Start: Halbmarathon 2026 in Berlin – alle Infos Im Fokus des Männerrennens steht aus deutscher Sicht Amanal Petros. Der deutsche Rekordhalter hatte erst im vergangenen Jahr in Berlin Geschichte geschrieben: Mit 59:31 Minuten blieb er als erster Deutscher überhaupt unter der Stundenmarke und wurde Dritter. Bricht er die Bestmarke dieses Jahr erneut – und holt sich sogar den Sieg? Der bislang letzte deutsche Erfolg im Männerrennen liegt lange zurück: 1993 gewann Carsten Eich aus Leipzig. "Wir freuen uns sehr, dass mit Amanal Petros ein deutscher Läufer am Start steht, der das Potenzial besitzt, ganz vorne mitzumischen und sind gespannt", sagt Race Director Mark Milde. Neben Petros stehen vier weitere deutsche Läufer aus der Spitze am 29. März an der Startlinie: Johannes Motschmann, Simon Boch, Hendrik Pfeiffer und Sebastian Hendel wollen alle ihre Zeiten verbessern. Immer mehr Läuferinnen beim Halbmarathon Mit sieben deutschen Top-Läuferinnen bekommt das Rennen zudem den Charakter einer inoffiziellen deutschen Meisterschaft. Bekanntester Name ist Gesa Krause, zweimalige Europameisterin über 3.000 Meter Hindernis. Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) jedoch ist mit 67:28 Minuten die schnellste der deutschen Läuferinnen. Auch Eva Dieterich und Domenika Mayer ist ebenfalls viel zuzutrauen. Komplettiert wird das Feld der deutschen Favoritinnen von Alina Reh, Deborah Schöneborn, Rabea Schöneborn und Kristina Hendel. Top-Favoriten auf den Sieg ist aber der Kenianer Michael Temoi bei den Herren mit einer persönlichen Bestzeit von 58:00 Minuten. Insgesamt gehen acht Läufer mit Bestzeiten unter 60 Minuten an den Start. Bei den Frauen führt Likina Amebaw die Startliste an. Der Äthiopierin gelang im vergangenen Jahr der Durchbruch im Halbmarathon, als sie in Kopenhagen gewann und sich auf 64:44 Minuten steigerte. Auffällig ist insgesamt der gestiegene Anteil der Frauen: Lag er 1990 noch bei 8,4 Prozent, beträgt er inzwischen 46 Prozent. In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen sind es sogar 60 Prozent, bei den 25- bis 30-Jährigen 54 Prozent. Im vergangenen Jahr siegte bei den Männern Gemechu Dida aus Äthiopien in 58:43 Minuten, bei den Frauen setzte sich Didas Landsfrau Fotyen Tesfay mit einem neuen Rekord von 1:03:35 Minuten durch.