Vergrößerte Hämorrhoiden zu veröden, ist eine Möglichkeit, die damit verbundenen Beschwerden ohne OP zu lindern. Sie ist aber nicht in jedem Fall geeignet. Von selbst bilden sich vergrößerte Hämorrhoiden nicht zurück. Wer die störenden Gefäßpolster loswerden möchte, muss sie entfernen lassen. Das geht durch Verödung, Abschnürung (beziehungsweise Gummibandligatur) oder Operation. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt vom Schweregrad des Hämorrhoidalleidens ab: Hämorrhoiden von Grad 1 sind nur leicht vergrößert. Von außen sind sie nicht zu erkennen. Hämorrhoiden von Grad 2 sind stärker vergrößert. Beim Pressen können sie aus dem After heraustreten. Sie ziehen sich aber von selbst wieder zurück. Hämorrhoiden von Grad 3 treten beim Pressen aus dem After heraus. Sie ziehen sich nicht von selbst wieder zurück, lassen sich aber manuell zurückschieben. Hämorrhoiden von Grad 4 ragen dauerhaft aus dem After heraus und lassen sich auch nicht mehr zurückschieben. Vor allem in frühen Stadien lassen sich Hämorrhoiden gut veröden. Wer Hämorrhoiden von Grad 1 hat, ist nach deren Verödung fast immer zufrieden mit dem Behandlungsergebnis. Mit zunehmendem Schweregrad sinkt die Erfolgsquote jedoch. Darum raten Fachleute schon bei Hämorrhoiden ab Grad 2 eher zur Abschnürung mit einem Gummiring. In späteren Stadien kann auch eine OP nötig sein – mehr dazu erfahren Sie hier . Was ist eine Verödung? Eine Verödung ist ein minimalinvasives Behandlungsverfahren, um eine Verhärtung (beziehungsweise Sklerose) von Gewebe künstlich herbeizuführen. Fachleute sprechen darum auch von Sklerosierung oder Sklerotherapie. Die Sklerotherapie eignet sich vor allem, um krankhaft veränderte Blutgefäße zu behandeln. So lassen sich neben vergrößerten Hämorrhoiden auch viele Krampfadern veröden – zum Beispiel in den Beinen oder in der Speiseröhre. Dabei spritzt die Ärztin oder der Arzt ein Verödungsmittel in oder neben das betroffene Gefäß. Das Mittel ruft eine örtliche Entzündung in den Gefäßwänden hervor. Die Folge: Die Wände verkleben miteinander und verschließen so das Gefäß. Bei Hämorrhoiden zielt diese Verödung darauf ab, die Gefäßpolster oberhalb des Übergangs zwischen Rektum und Analkanal zu fixieren und zu stabilisieren. Hämorrhoiden veröden: Wie ist der typische Ablauf? Um vergrößerte Hämorrhoiden zu veröden, ist eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie) nötig. Dabei führt die Ärztin oder der Arzt ein Proktoskop in den After ein: Das ist ein kurzes Rohr mit eingebauter Lichtquelle und Linse. Mithilfe des Proktoskops lässt sich das Verödungsmittel (vorzugsweise mit dem Wirkstoff Polidocanol) in die gewünschte Stelle spritzen. Hier stehen zwei Methoden zur Verödung der Hämorrhoiden zur Auswahl: Bei der Methode nach Blond wird das Verödungsmittel oberhalb des Übergangs zwischen Rektum und Analkanal in die Hämorrhoiden gespritzt (unter die Schleimhaut). Bei der Methode nach Blanchard/Bensaude wird das Verödungsmittel in den Bereich der zuführenden Hämorrhoidalarterien gespritzt. Die Spritzen tun nicht weh, weil in dem Gewebe oberhalb des Übergangs zwischen Rektum und Analkanal keine freien Nervenendigungen liegen. Daher ist es üblich, Hämorrhoiden ohne Vollnarkose zu veröden. Hämorrhoiden veröden: Mit welcher Dauer ist zu rechnen? In der Regel lassen sich Hämorrhoiden ambulant in einer Praxis oder Klinik veröden. Wer sich einer Sklerotherapie unterzieht, kann also am selben Tag wieder nach Hause gehen. Die eigentliche Behandlung dauert nur wenige Minuten. Anders als nach einer Hämorrhoiden-OP ist eine Krankschreibung normalerweise überflüssig. Für gewöhnlich dauert es aber länger, bis die Sklerotherapie endgültig abgeschlossen ist: Um alle vergrößerten Hämorrhoiden zu veröden, sind meist mehrere Behandlungstermine im Abstand von einigen Wochen notwendig. Hämorrhoiden veröden: Sind Nebenwirkungen bekannt? Wer vergrößerte Hämorrhoiden veröden lässt, verspürt nur selten Nebenwirkungen. Manchmal treten als Nachwirkung Blutungen, leichte Schmerzen und/oder ein Druck- oder Fremdkörpergefühl auf. In seltenen Fällen kommt es nach der Verödung von Hämorrhoiden zu Schwellungen oder Infektionen. Zudem kann sich ein schmerzhaftes, aber meist harmloses Blutgerinnsel im Bereich des Afters ( Analthrombose ) bilden. Hämorrhoiden veröden: Gibt es Risiken? Vergrößerte Hämorrhoiden zu veröden, gilt als sicheres Behandlungsverfahren. Das Risiko für Komplikationen ist geringer als etwa bei der Gummibandligatur. Wenn es nach der Verödung von Hämorrhoiden zu Problemen kommt, handelt es sich größtenteils um urologische Komplikationen wie eine Entzündung der Prostata , Blut im Urin und Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt). Das Risiko für schwerwiegendere Komplikationen ist sehr gering. Auch Gerinnungshemmer erhöhen das Risiko für Blutungen bei einer Sklerosierung kaum. Wenn Sie Thrombozytenaggregationshemmer (wie ASS) oder Antikoagulantien (wie Heparin) einnehmen, müssen Sie die Mittel also nicht unbedingt absetzen, bevor Sie vergrößerte Hämorrhoiden veröden lassen. Allerdings besteht beim Hämorrhoidalleiden immer das Risiko, dass es wiederkehrt. Viele Menschen, die ihre Hämorrhoiden veröden lassen, bekommen schon nach zwei bis drei Jahren erneut Probleme mit vergrößerten Hämorrhoiden. Sich nach einer Verödung von Hämorrhoiden richtig zu verhalten, kann das Risiko für neu auftretende Hämorrhoiden verringern. Fachleute empfehlen vor allem, Verstopfung und starkes Pressen beim Stuhlgang zu vermeiden. Dazu sollten Betroffene sich ballaststoffreich ernähren (mit viel Obst, Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten), ausreichend trinken und sich regelmäßig bewegen (etwa wandern, schwimmen, Rad fahren).