Für die Verbannung von Lukas Mertens aus dem Kader gegen Dänemark nannte der Bundestrainer gesundheitliche Gründe. Der Spieler selbst widerspricht. Aus Silkeborg berichtet Nils Kögler Nationalspieler Lukas Mertens hat Bundestrainer Alfred Gíslason in Bezug auf seinen Nicht-Einsatz in der dritten EM-Hauptrundenpartie gegen Dänemark zumindest in Teilen widersprochen. "Ich hätte spielen können. Ich wäre auch bereit gewesen, das will ich nochmal klar sagen", sagte Mertens am Dienstag bei einem Medientermin des DHB . Gíslason hatte Linksaußen Mertens und Rechtsaußen Lukas Zerbe, die im bisherigen Turnierverlauf gesetzt gewesen waren, bei der 26:31-Niederlage gegen Dänemark aus dem Spieltagskader gestrichen. Die Entscheidung hatte Verwunderung ausgelöst. Gíslason hatte sich nach dem Spiel erklärt: "Beide haben bei sieben Spielen in zwei Wochen mehr oder weniger 60 Minuten gespielt", so der Bundestrainer. "Beide kamen aus dem letzten Spiel mit Muskelverhärtungen", sagte Gíslason weiter. "Beide waren an einem Punkt, wo ich Angst hatte, dass sie sich verletzen", wurde er in der ARD deutlich. "Klar, hätte ich die aufstellen und sagen können, ihr müsst spielen, aber ich habe auch nichts davon, wenn beide mit Zerrungen ausfallen würden." Mertens stellt nach Nichtnominierung klar: "Du willst immer spielen" Mertens zeigte sich jedoch wenig begeistert von dem Vorgehen: "Erstmal ist es als Spieler, wenn du hinter der Bank sitzt, kein schönes Gefühl, wenn du nicht eingreifen kannst. Du willst als Sportler immer spielen, als Handball-Profi immer auf der Platte stehen. Gestern war die Trainerentscheidung anders", sagte er. "Das habe ich akzeptiert." Er hoffe nun "volle Power" für das Entscheidungsspiel um den Halbfinaleinzug gegen Frankreich zu haben, "denn da geht es um alles", so Mertens. Am Mittwoch um 18 Uhr (im Liveticker bei t-online) reicht der DHB-Auswahl ein Unentschieden, um in die Runde der besten Vier vorzustoßen. Den zusätzlichen freien Tag habe er für "die ein oder andere physiotherapeutische Behandlung" genutzt, ließ Mertens wissen und gab auch zu: "In so einem Turnier ist jeder Tag Gold wert, den man irgendwie ein bisschen regenerieren kann. Ich kenne es aus der Klub-Ebene, dass ich alle drei Tage irgendwie unterwegs bin, aber klar nutzt man gerne nochmal den Tag, wo jetzt die anderen Jungs gespielt haben, zur Regeneration." Dass ihn die Pause aus dem Rhythmus bringen könnte, denkt er unterdessen nicht. "Dafür sind wir zu eng getaktet. Es ist ja jetzt nicht so, dass ich erst wieder in einer Woche spielen würde", sagte Mertens.