Hannover: Starker Schneefall und Glatteis – DWD warnt vor Extremlage

latest news headlines 1 tag vor
Flipboard
Schneefall, Glätte, Dauerfrost: Hannover erlebt einen harten Wintereinbruch. Doch das Kritischste steht der Stadt erst noch bevor. Wer in den kommenden Tagen in Hannover mit dem Auto unterwegs sein muss, sollte seine Pläne überdenken. Wetterexperte Karsten Brandt findet deutliche Worte. "Planen Sie um, bleiben Sie zu Hause. Auf den Straßen besteht am Donnerstag und am Freitag Lebensgefahr", sagte er der "Bild"-Zeitung. Der Grund für die drastische Warnung: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für Niedersachsen winterliches und unbeständiges Wetter mit Schnee, Frost und gefährlicher Glätte. Mittwoch: Schneefall zieht von West nach Ost Bereits am Mittwoch setzt laut DWD von Westen her Schneefall ein, der im Tagesverlauf ostwärts zieht und dabei leicht abschwächt. Die Neuschneemengen liegen zwischen einem und fünf Zentimetern. Im Raum Göttingen erreichen die Temperaturen maximal minus zwei Grad, verbreitet herrscht Dauerfrost. Der DWD warnt vor Glätte sowohl tagsüber als auch nachts. Schneechaos im Norden: Experten warnen vor Lebensgefahr auf Straßen Fast 20 Zentimeter: Schneesturm trifft Bremen mit voller Wucht – Wetterdienst warnt Die eigentliche Zuspitzung folgt ab Donnerstagabend. Dann setzt erneut kräftiger Schneefall ein, der sich in der Nacht zum Freitag ostwärts ausbreitet. Im Flachland rechnet Meteorologe Frank Böttcher mit 15 bis 20 Zentimetern Neuschnee, zusätzlich zu dem Schnee, der bereits liegt. Im Weserbergland und im Harz können die Mengen noch deutlich höher ausfallen. Brandt stuft die Situation als "Extremlage" ein. Auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung erwartet Probleme und warnt gegenüber der "Bild": "Ich rechne mit erheblichen Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr." Samstag: Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen Am Samstag droht eine zusätzliche Gefahr: Die Wettermodelle prognostizieren vorübergehend gefrierenden Regen in Niedersachsen. Spiegelglatte Straßen wären die Folge. NDR-Meteorologe Frank Böttcher empfiehlt, wichtige Fahrten entweder auf Donnerstag vorzuziehen oder auf Sonntag zu verschieben. Hinzu kommt die extreme Kälte: In der Nacht zu Sonntag sollen die Temperaturen laut DWD auf minus sechs bis minus elf Grad fallen. Diese Werte könnten auch den Bahnverkehr weiter beeinträchtigen – eingefrorene Weichen waren bereits in den vergangenen Tagen ein Problem. Bahnverkehr bereits eingeschränkt Die Deutsche Bahn rechnet im Regionalverkehr in Niedersachsen noch bis mindestens Freitag mit wetterbedingten Verspätungen. Eine Sprecherin erklärte, dass in den vergangenen Tagen vor allem eingeschneite oder vereiste Weichen für Einschränkungen gesorgt hätten. Bei Extremfrost oder starken Schneeverwehungen kämen auch die vorhandenen Weichenheizungen an ihre Grenzen. Am Dienstagmorgen hatte eine gestörte Weiche bei Braunschweig bereits zu Problemen auf der Strecke Hannover–Braunschweig geführt. Regionalzüge mussten vorübergehend in Peine und Lehrte warten. Behörden warnen vor Gefahren Die Behörden mahnen zur Vorsicht: Das Betreten des Maschsees ist verboten. Auch Wälder sollten gemieden werden – unter der Schneelast könnten Bäume zusammenbrechen. Wann ist Besserung in Sicht? Wetterexperte Böttcher dämpft die Erwartungen: Eine durchgreifende Milderung sei noch nicht absehbar. Immerhin: Im Harz liegt eine rund 50 Zentimeter hohe Schneedecke, die Ski- und Rodellifte sind in Betrieb. Auch im Deister und im Solling ist Wintersport möglich.
Aus der Quelle lesen