In Süditalien häufen sich derzeit Hepatitis-A-Infektionen. Die Behörden reagieren mit drastischen Maßnahmen und warnen vor bestimmten Lebensmitteln. Seit Jahresbeginn haben Gesundheitsbehörden in der Region Kampanien deutlich mehr Hepatitis-A-Fälle als üblich gemeldet. Besonders betroffen sind demnach Städte wie Neapel. Die Zahlen liegen laut Medienberichten und offiziellen Angaben teils um ein Vielfaches über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die Behörden registrierten demnach bis Mitte März 2026 rund 65 Fälle, in einigen Medienberichten ist sogar von etwa 150 Infektionen seit Jahresbeginn die Rede, davon 84 allein in Neapel. Ärzte im Cotugno-Krankenhaus berichteten darin, dass sie viele Patienten behandeln und sogar Betten in der Notaufnahme nutzen mussten. Verunreinigte Meeresfrüchte als mögliche Ursache Experten vermuten, dass die Infektionen mit kontaminierten Meeresfrüchten zusammenhängen. Besonders Muscheln stehen im Verdacht. Sie können Krankheitserreger aus verschmutztem Wasser aufnehmen und anreichern. Offenbar gelangte verunreinigtes Abwasser in Zuchtanlagen. Viele Erkrankte in Neapel gaben an, zuvor rohe Muscheln gegessen zu haben. Besonders häufig betrifft es laut Berichten Menschen zwischen 30 und 40 Jahren. Reisen zu Ostern: Wo ist es warm genug zum Baden? Diabetes: Was beim Risiko oft übersehen wird Stadt verhängt Verbot für rohe Meeresfrüchte Die Stadt Neapel reagierte mit einer klaren Maßnahme: Bürgermeister Gaetano Manfredi verbot den Verkauf und Verzehr von rohen Meeresfrüchten in allen öffentlichen Lokalen. Restaurants, Fischmärkte und Händler müssen sich daran halten. Die Behörden kontrollieren die Einhaltung streng. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit Bußgeldern zwischen 2.000 und 20.000 Euro rechnen. Im Wiederholungsfall drohen sogar Betriebsschließungen. Auch andere Städte in der Region führten ähnliche Regeln ein. Zusätzlich raten Gesundheitsbehörden zur Impfung gegen Hepatitis A . Eine Impfung schützt vor dem Virus und gilt als wirksamste Vorsorgemaßnahme. Fachleute empfehlen außerdem, Meeresfrüchte nur gut durchgegart zu essen und auf gründliche Hygiene zu achten. Dazu gehört vor allem regelmäßiges Händewaschen und sauberes Arbeiten in der Küche.