Ein paar Minuten mehr Schlaf, etwas Bewegung und ein bisschen mehr Gemüse – das klingt unscheinbar. Doch diese Anpassungen können das Herz schützen, zeigt eine aktuelle Studie. Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzversagen zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte und Todesfälle. Die Herzgesundheit zu unterstützen, ist daher eine wichtige Maßnahme, um möglichst lange gesund und fit zu sein. Viele Menschen glauben, sie müssten ihr Leben komplett umkrempeln, um ihr Herz zu schützen. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch: Schon drei kleine Veränderungen im Alltag reichen aus, um erstaunlich starke Effekte zu erzielen. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal "European Journal of Preventive Cardiology" veröffentlicht. Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Fokus Für die Studie werteten Forscherinnen und Forscher von der Universität Sydney (Australien) Daten von über 50.000 Menschen aus Großbritannien aus. Die Teilnehmer waren im Schnitt 63 Jahre alt. Über einen Zeitraum von acht Jahren beobachteten die Wissenschaftler, wie sich Schlaf, Bewegung und Ernährung auf die Herzgesundheit auswirken. Die Forscher untersuchten Schlaf, körperliche Aktivität und Ernährung, aber nicht getrennt, sondern gemeinsam. Diese Kombination nennen sie "SPAN" (Sleep, Physical Activity, Nutrition). Im Fokus stand der Effekt auf kardiovaskuläre Ereignisse. Dazu zählen Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall. Herzschutz: Drei Faktoren entscheiden gemeinsam Das Ergebnis: Wer alle drei Bereiche verbessert, profitiert besonders stark. Menschen, die optimal schliefen (etwa acht bis neun Stunden pro Nacht), sich täglich 42 Minuten moderat bis intensiv bewegten und sich oft, aber nicht immer ausgewogen ernährten, hatten ein um 57 Prozent geringeres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studienautor Nicholas Koemel erklärt in einer Pressemeldung zu der Studie: "Wir zeigen, dass die Kombination kleiner Veränderungen in einigen wenigen Lebensbereichen einen überraschend großen positiven Einfluss auf unsere Herz-Kreislauf-Gesundheit haben kann." Die Forschenden betonen allerdings auch, dass es sich bei der Studie um Beobachtungsdaten handelt. Das bedeutet: Die Studie zeigt Zusammenhänge, aber keine direkten Ursachen. Besser als 10.000 Schritte: So gesund ist "Japanisches Gehen" Auch kleine Veränderungen zeigen Wirkung Besonders bemerkenswert: Es braucht der Studie zufolge keine radikalen Umstellungen. Bereits kleine Anpassungen hatten messbare Effekte. Konkret zeigte die Studie, dass 11 Minuten mehr Schlaf pro Nacht, etwa 5 Minuten zusätzliche moderate bis intensive Bewegung pro Tag und eine kleine Portion mehr Gemüse pro Tag das Risiko für schwere Herzprobleme um etwa 10 Prozent senkt. Koemel nennt das eine "sehr ermutigende Nachricht". Denn wenige kleine Veränderungen seien für die meisten Menschen leichter umzusetzen und nachhaltiger als der Versuch, ein Verhalten grundlegend zu verändern. "Ich möchte die Menschen dazu ermutigen, die Bedeutung kleiner Veränderungen im Alltag nicht zu unterschätzen, egal wie unbedeutend sie auch erscheinen mögen,“ fuhr Koemel fort. Warum die Kombination so wichtig ist Die drei Faktoren beeinflussen sich den Studienautoren zufolge gegenseitig. Wer schlecht schläft, hat oft mehr Appetit und greift eher zu ungesunden Lebensmitteln. Gleichzeitig fehle bei Müdigkeit oft die Energie für Bewegung. Und auch umgekehrt gilt: Wer sich regelmäßig bewegt, schläft meist besser. Eine ausgewogene Ernährung liefert zudem die nötige Energie für den Alltag.