Hohe Energiepreise verunsichern Haushalte: Mehrheit für mehr Erneuerbare

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80 Prozent der Deutschen zeigen sich aufgrund der Lage im Iran besorgt um die deutsche Wirtschaft. Das zeigt eine neue Umfrage. Eine klare Mehrheit will daher von fossilen Energien unabhängig werden. Die überwältigende Mehrheit (93,7 Prozent) der Deutschen ist der Meinung, dass Deutschland mit Blick auf Energiepreise und Energieversorgung verwundbar ist und sich deshalb unabhängiger machen müsste. Das zeigt eine neue Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Energieversorgers Vattenfall. Die Ergebnisse liegen t-online vorab exklusiv vor. 90 Prozent der Befragten meinen zudem, dass international schwankende Energiepreise die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stark beeinflussen. 80 Prozent gaben an, stark oder sehr stark beunruhigt zu sein, wie sich die Lage im Iran auf die deutsche Wirtschaft auswirken könnte. "Dies ist eine fossile Verwundbarkeit" "Die Ergebnisse zeigen: Viele Menschen sind besorgt, denn sie erleben gerade sehr konkret, welche Energieabhängigkeiten bestehen und wie sie sich diese unmittelbar auf Preise im Alltag auswirken – bei Kraftstoffen ebenso wie bei Gas", fasst Robert Zurawski, Deutschlandchef von Vattenfall, die Ergebnisse zusammen. "Die Wahrheit ist: Dies ist eine fossile Verwundbarkeit", so Zurawski weiter. "Denn schon vor dem jüngsten Kriegsbeginn waren fossile Brennstoffe wie Erdöl, LNG oder Steinkohle in Deutschland und Europa deutlich teurer als in anderen Erdteilen, weil sie importiert werden müssen." Um diese Abhängigkeit zu reduzieren, sehen 62 Prozent der Befragten den Ausbau der Energienetze und der Speicher als zentralen Hebel. 56 Prozent nannten den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien. 38 Prozent sind der Meinung, dass mehr konventionelle Kraftwerke zu mehr Unabhängigkeit führen könnten. 25 Prozent gaben an, an fossiler Energie festhalten zu wollen. Reiche und Klingbeil streiten über Energiegesetze Über den Ausbau der Erneuerbaren streitet aktuell die Koalition aus Union und SPD auf Bundesebene. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) möchte den Ausbau von Wind- und Solaranlagen stärker am Ausbau der Stromnetze orientieren. Ihr bisheriger Vorschlag würde den Ausbau in bestimmten Regionen Deutschlands wahrscheinlich ausbremsen, sodass es scharfe Kritik an diesem Vorhaben gibt. Einem Medienbericht zufolge hat Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) gegen den Vorschlag nun sein Veto eingelegt. Viele Deutsche haben ihren Blick auf die erneuerbaren Energien der Umfrage zufolge seit Kriegsausbruch auch verändert. 57 Prozent der Teilnehmer finden demnach, dass der Ausbau der Erneuerbaren wichtiger geworden ist. Nur 17 Prozent meinen, dass der Ausbau unwichtiger ist als vor Ausbruch des Kriegs. "Viele Menschen spüren: Angesichts geopolitischer Verwerfungen und weltweiter Spannungen kann sich Deutschland weniger Energiewende langfristig nicht leisten", schlussfolgert Zurawski. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs sind die Energiepreise stark gestiegen, vor allem an der Zapfsäule, wo Benzin und Diesel die 2-Euro-Marke überschritten haben . Auch die Gaspreise sind gestiegen, zudem gibt es Sorgen um mögliche Engpässe beim Kerosin, dem Treibstoff für Flugzeuge.
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