Hohe Spritpreise: Ricarda Lang ist für mehr Homeoffice

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Grünen-Politikerin Ricarda Lang ist fürs Spritsparen. Ein Tempolimit sei besser als Tankrabatte, sagt die Ökonomin Veronika Grimm. Angesichts stark gestiegener Spritpreise hat Grünen-Politikerin Ricarda Lang zur Entlastung Beschäftigter ein Recht auf Homeoffice gefordert. Ökonomin Veronika Grimm ist für ein Tempolimit statt Tankrabatte. "Jeder gesparte Tropfen Sprit ist im Moment gut für den Geldbeutel der Bürger", sagte Lang den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). "Beschäftigte brauchen jetzt ein Recht auf mobiles Arbeiten und Homeoffice überall dort, wo die Tätigkeit es zulässt und keine betrieblichen Gründe entgegenstehen." Gerade angesichts steigender Kosten für Sprit und Bahntickets könne Homeoffice viele Beschäftigte ganz konkret entlasten, sagte die Grünen-Politikerin. Klar sei aber auch, dass zu Hause Arbeiten in vielen Berufen keine Option sei. "Wer jeden Tag zur Arbeit fahren muss, darf mit den zusätzlichen Belastungen nicht allein gelassen werden." Wirtschaftsweise für Tempolimit Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm schlägt angesichts der Energiekrise ein Tempolimit vor. "Das wäre kein Schaden – vielleicht sogar ein kluges Signal, damit die Menschen die Situation ernst nehmen", sagte Grimm der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). Viele Länder des globalen Südens hätten schon einschneidende Maßnahmen wie eine Homeoffice-Pflicht und eine Einschränkung der Fahrzeugnutzung umgesetzt. "Je mehr wir verbrauchen, desto schlimmer trifft es letztlich diese Länder", warnte Grimm. Von anderen in Deutschland diskutierten Maßnahmen hält die Ökonomin nicht viel: "Die Regierung muss die Preise wirken lassen, damit die Energie-Nachfrage sinkt. Tankrabatte und Preisdeckel verzerren die Preise, sie sind der falsche Weg." Auch von einer Übergewinnsteuer hält Grimm "nichts". Taskforce-Leiter wollen schnelle Maßnahmen Die Leiter einer Taskforce der schwarz-roten Koalition haben schnelle Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise in Aussicht gestellt. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Armand Zorn sagte der Deutschen Presse-Agentur, angesichts der anhaltenden Krise seien weitere Maßnahmen notwendig, "möglichst innerhalb dieses Monats". Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) sagte der dpa: "Weitere Maßnahmen wie eine mögliche Entlastung über die Kfz-Steuer müssen nicht nur schnell, sondern vor allem zielgenau wirken, um Haushalte und Wirtschaft nachhaltig zu entlasten. Die zusätzlichen Steuereinnahmen des Staates durch den Ölpreisschock müssen wir den Bürgern zurückgeben." Zorn und Müller leiten eine von den Koalitionsfraktionen eingesetzte Taskforce zu den hohen Energiepreisen infolge des Iran-Krieges. Grünen-Chef Banaszak für Geschwindigkeitsbegrenzungen Angesichts der Preissteigerungen für Benzin und Diesel hat auch der Grünen-Co-Chef Felix Banaszak Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen vorgeschlagen, um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. "Ein befristetes Tempolimit reduziert sofort den Spritverbrauch, dämpft so die Preise und hilft solidarisch und unkompliziert allen, die im Beruf auf das Auto angewiesen sind", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag dem "Spiegel". "Wir brauchen jetzt grundlegende Maßnahmen, um die Menschen und die Unternehmen zu schützen – und das ohne ideologische Scheuklappen", so Banaszak. Er schlug zudem vor, das 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr wiederzubeleben. "Mindestens für die Dauer des Kriegs würde es Millionen Menschen den temporären Umstieg auf die Öffentlichen erleichtern", so der Grünen-Politiker. Er verstehe nicht, "dass das nicht mal diskutiert wird". Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Luftangriffe auf den Iran begonnen. Der Iran greift seitdem mit Raketen- und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an. Der Iran hält zudem die Straße von Hormus weitestgehend blockiert – durch die strategisch wichtige Meerenge verläuft normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Seither sind unter anderem die Rohölpreise stark gestiegen.
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