Im Derby gegen den FC St. Pauli erlebte der HSV vor eigenem Publikum einen überaus bitteren Abend. Der Frust bei Mannschaft und Trainer ist groß. Das Bundesliga-Comeback im eigenen Volkspark hatte sich der Hamburger SV anders vorgestellt. Im emotional aufgeladenen Stadtduell gegen den FC St. Pauli blieben die "Rothosen" ohne Torerfolg – und ohne Punkte. Das 0:2 gegen den selbstbewusst auftretenden Rivalen legte schonungslos offen, wie steinig der Weg zum Klassenerhalt werden dürfte. Yussuf Poulsen wurde nach der Partie deutlich. Zwar habe es viele gute Dinge gegeben, sagte der neue HSV-Kapitän, "aber dafür können wir uns nichts kaufen, es ist einfach scheiße". Das Team sei im Spiel gut nach vorn gekommen. "Bis zum entscheidenden Pass", schränkte Poulsen ein. "Daran müssen wir arbeiten." Derbysieg beim Rivalen: St. Pauli zu clever für den HSV Aufregung im Derby: "St. Pauli wurde bestohlen" Polzin ärgert sich und lobt St. Pauli Auch Trainer Merlin Polzin fand nach dem ersten Bundesliga-Heimspiel seit mehr als sieben Jahren klare Worte. Er habe Ansätze erkannt, "wie wir Fußball in der ersten Liga spielen können", sagte der 34-Jährige zunächst, doch man habe eben auch gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt. "Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass wir mit dem 0:2 leben müssen. Das kotzt uns an", so Polzin. Der HSV hatte dem abgeklärten Auftreten des Stadtrivalen wenig entgegenzusetzen. Laut Polzin befinde sich der Klub weiterhin "in einem Prozess". Der Unterschied zwischen erster und zweiter Liga sei "immens". Trotz der Niederlage zollte Polzin dem Gegner Respekt. Man könne durchaus anerkennen, welche gute Arbeit beim FC St. Pauli geleistet werde, sagte der gebürtige Hamburger. Die Art und Weise sei etwas, "bei dem sich viele Mannschaften etwas abschauen können". Zudem stellte Polzin klar: "Wir waren sieben Jahre nicht in der ersten Liga und wollen uns nicht über eine Romantik definieren, sondern über Inhalte, die uns helfen, erfolgreich zu sein."