Immobilien: Deutsche wollen Eigenheim kaufen – haben jedoch zu wenig Geld

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Deutsche nehmen ungern Schulden auf, um sich größere Anschaffungen wie ein Eigenheim leisten zu können. Dabei wünschen sich sehr viele genau das. Ein Drittel der Deutschen (33 Prozent) will sich in Zukunft eine eigene Immobilie kaufen, von ihnen glauben aber 24 Prozent, dass sie dieses Ziel nie erreichen werden. Das ist eines der zentralen Ergebnisse eines neuen Berichts des Meinungsforschungsinstituts YouGov über die finanzielle Situation der Deutschen. Nur neun Prozent derjenigen, die sich ein Eigenheim wünschen, glauben auch, dass sie es sich jemals werden leisten können. Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig, könnten aber auch mit der Einstellung der Deutschen gegenüber Schulden zusammenhängen. Obwohl für einen Hauskauf die Aufnahme eines Kredits für die meisten zwingend erforderlich sein dürfte, würden 42 Prozent lieber Geld sparen, als Schulden für größere Ausgaben aufzunehmen. Nur 18 Prozent der von YouGov Befragten gaben an, dass manche Schulden eine gute Investition in die Zukunft sein könnten. Insgesamt haben nur 41 Prozent der Deutschen Schulden. Vor allem Ärmere haben Schulden durch Dispokredite Wenn Schulden aufgenommen werden, dann aus sehr unterschiedlichen Gründen, so der Bericht. Neben dem Kredit für ein Haus spielen Privatkredite, Autokredite und Überziehungskredite eine große Rolle. Letzteres ist vor allem in der Gruppe derjenigen, die sich selbst als finanziell im Rückstand beschreiben, besonders ausgeprägt. 33 Prozent aus dieser Gruppe haben demnach Schulden durch Kontoüberziehung. 24 Prozent der finanziell Abgehängten gibt an, Schulden durch einen Privatkredit zu haben. Der Anteil derer, die sich finanziell im Rückstand sehen, liegt insgesamt bei zehn Prozent. Die größte Gruppe mit 38 Prozent gibt an, finanziell "gerade so" mithalten zu können. 25 Prozent sagten, dass sie komfortabel leben könnten, und 18 Prozent befinden sich auf dem Weg dorthin. Viele Deutsche wollen nicht auf dem Kapitalmarkt sparen Im internationalen Vergleich geht es den Deutschen damit besser als den meisten. In Ländern wie Indonesien , Polen oder Spanien beschreiben die Menschen ihre finanzielle Lage teils deutlich besser; in Frankreich , Thailand oder den USA überwiegt hingegen die Unzufriedenheit. In Deutschland haben 37 Prozent der Befragten angegeben, aktuell bei nicht essenziellen Ausgaben mehr zu sparen als noch vor einem Jahr. Das wirkt sich auch auf das Sparverhalten der Deutschen aus. So gaben 25 Prozent an, aktuell kein Sparguthaben zu besitzen. 15 Prozent haben zwischen 1.000 und 5.000 Euro auf einem Bankkonto, etwa einem Tagesgeldkonto liegen, 15 Prozent haben zwischen 5.000 und 10.000 Euro gespart. 13 Prozent der Teilnehmenden haben bis zu 25.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto liegen. Obwohl die Deutschen lieber für große Anschaffungen sparen, als Schulden aufzunehmen, sparen sehr viele von ihnen auf ineffiziente Weise. Diejenigen, die mehr als 1.000 Euro an Sparguthaben haben, würden ungern Geld auf dem Kapitalmarkt investieren. 36 Prozent der Befragten in dieser Gruppe lehnen Geldanlagen grundsätzlich ab. Als Gründe nennt diese Gruppe die Angst vor Verlusten und Misstrauen gegenüber Finanzdienstleistern und Märkten. 18 Prozent würden weniger als zehn Prozent ihres Guthabens investieren und 19 Prozent würden zwischen zehn und 25 Prozent anlegen. Anlegen auf dem Kapitalmarkt muss aber nicht risikoreich sein. Wer sein Geld langfristig in einen breit gestreuten Fonds investiert, kann im Schnitt eine jährliche Rendite von sieben Prozent erwarten. Das Risiko ist sehr gering, da nicht auf einzelne Aktien, sondern in Tausende Unternehmen gleichzeitig investiert wird. Auf einem Tages- oder Festgeldkonto sind solche Renditen derzeit nicht möglich.
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