Immobilien-Preise stark gestiegen: Wohnen in Deutschland immer teurer

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Kaufen wird wieder teurer: Immobilienpreise steigen bundesweit deutlich. Besonders in Großstädten zieht der Markt an und auch Mieter spüren die Folgen. Wer in Deutschland eine Immobilie kaufen will, braucht inzwischen vor allem zwei Dinge: starke Nerven und ein dickes Finanzpolster . Denn nach der kurzen Verschnaufpause infolge des Ukraine-Kriegs und der abrupt gestiegenen Zinsen ziehen die Preise wieder an. Neue Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zeigen: Wohnhäuser und Eigentumswohnungen waren Ende 2025 im Schnitt 4,15 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Damit setzt sich der Trend fort. Schon 2024 hatten die Preise wieder leicht zugelegt, 2025 fiel das Plus deutlich kräftiger aus. Besonders auffällig: In allen vier Quartalen des vergangenen Jahres ging es nach oben – zuletzt auch noch einmal um 1,0 Prozent vom dritten zum vierten Quartal. Finanzierung: So viel Gehalt brauchen Sie, um ein Haus zu kaufen Großstädte besonders teuer – Frankfurt an der Spitze Wie stark die Preisentwicklung vom Standort abhängt, zeigt der Blick auf die Metropolen. In den sieben größten Städten Deutschlands – darunter Berlin , Hamburg , München und Frankfurt – lagen die Preise zum Jahresende im Schnitt fast fünf Prozent über dem Vorjahresniveau. Frankfurt ragt dabei heraus: Dort verteuerten sich Wohnimmobilien um rund 5,7 Prozent. Am unteren Ende der Skala lag Stuttgart mit 2,2 Prozent. Berlin liegt zwar nur leicht über dem bundesweiten Durchschnitt, zählt aber weiterhin zu den teuersten Märkten insgesamt. Wer dort kaufen will, zahlt heute ein Vielfaches dessen, was noch vor 15 Jahren üblich war. Langfristig ein steiler Anstieg Der Blick in die Vergangenheit macht klar, warum vielen Kaufinteressierten schwindelig wird: Seit 2010 haben sich die Preise für Wohnimmobilien bundesweit mehr als verdoppelt. In einzelnen Städten wie Berlin fiel der Anstieg noch drastischer aus. Gewerbeimmobilien entwickelten sich dagegen deutlich schwächer – ein Effekt von Homeoffice und Konjunkturflaute. Beim Wohnen ist die Lage eine andere. Neubauten bleiben rar, Genehmigungen stocken, Baukosten sind hoch. Gleichzeitig wächst der Bedarf, vor allem in Ballungsräumen. Diese Schere aus knapperem Angebot und stabiler Nachfrage treibt die Preise weiter nach oben. Zinsen kein Bremsklotz mehr Dass die Preise nach dem Einbruch 2022/2023 wieder steigen, hat auch mit den Zinsen zu tun . Zwar sind Immobilienkredite deutlich teurer als zu Zeiten der Nullzinsphase, doch viele Käufer haben sich daran gewöhnt. Die Finanzierungsbedingungen gelten inzwischen als kalkulierbar. Und das reicht offenbar, um die Nachfrage wieder zu beleben. VDP-Chef Jens Tolckmitt rechnet deshalb auch für 2026 mit weiter steigenden Preisen. Allerdings, so betont er, gehe es deutlich gemächlicher zu als in den Boomjahren zuvor. Mieten steigen weiter – vor allem in Berlin Die Entwicklung trifft nicht nur Käufer, sondern auch Mieter. Steigende Kaufpreise schlagen langfristig auf die Mieten durch. Laut VDP sind die Kaltmieten in neuen Verträgen seit 2010 bundesweit um mehr als 80 Prozent gestiegen, in Berlin sogar um rund 140 Prozent. Wer zur Miete wohnt, ist somit zwar weniger stark betroffen als ein Wohnungskäufer, doch Entlastung ist auch hier nicht in Sicht. Während Kaufpreise zumindest zeitweise stagnieren können, kennen Mieten bislang vor allem nur eine Richtung: nach oben. Politik unter Druck Aus Sicht der Pfandbriefbanken ist klar, wo angesetzt werden muss: beim Neubau. Der von der Bundesregierung angestoßene "Bauturbo" sei ein Schritt in die richtige Richtung, reiche aber nicht aus. Gefordert werden unter anderem staatliche Bürgschaften, um Baufinanzierungen günstiger zu machen und Investitionen wieder attraktiver zu gestalten. Bis solche Maßnahmen wirken, dürfte allerdings noch Zeit vergehen. Für Käufer heißt das: Wer ein konkretes Objekt gefunden und die Finanzierung gesichert hat, braucht nicht auf fallende Preise zu warten. Und für Mieter bleibt die bittere Erkenntnis, dass Wohnen in Deutschland auch in den kommenden Jahren eher teurer als günstiger wird.
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