Jeden Tag Hähnchen essen: Wie gesund ist Geflügel wirklich?

latest news headlines 1 woche vor
Flipboard
Geflügelwurst, Putenbrust, Brathähnchen: Geflügelprodukte gehören zu den liebsten Lebensmitteln der Deutschen. Doch wie gesund ist es, sie regelmäßig zu verzehren? Geflügelfleisch liegt im Trend: Noch nie wurde in Deutschland so viel davon gegessen wie heute. Pro Kopf landeten zuletzt nach den Berechnungen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) rund 14,7 Kilogramm Hähnchen, Pute und Co. pro Jahr auf dem Teller. Viele greifen bewusst zu Geflügel, weil es oft günstiger ist als andere Fleischarten und als fettarm und gesund gilt. Doch was passiert eigentlich im Körper, wenn Sie jeden Tag Geflügelfleisch essen? Und ist sein guter Ruf wirklich gerechtfertigt? Geflügelfleisch: Welche Nährwerte stecken drin? Geflügel gehört wie anderes Fleisch zu den nährstoffreichen Lebensmitteln. Es liefert hochwertiges Eiweiß, das der Körper unter anderem für Muskeln, Zellen und Enzyme benötigt. Wie viel Protein Sie täglich zu sich nehmen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel . Gleichzeitig gilt Geflügel als kalorienarme Proteinquelle. Der genaue Kaloriengehalt ist aber von dem Teil des Geflügels abhängig. Am magersten ist Brustfleisch, es enthält zwischen 100 und 130 Kilokalorien pro 100 Gramm. Keule und Flügel enthalten mehr Fett und daher auch mehr Kalorien, zwischen 150 und 170 Kalorien pro 100 Gramm. Gans und Ente sind allgemein fettreicher als Huhn und Pute. Neben wertvollem Eiweiß enthält Geflügelfleisch wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin B12, Eisen, Zink und Selen. Diese Nährstoffe unterstützen unter anderem das Immunsystem, die Blutbildung und die Funktion des Nervensystems. Gesund, oder nicht? Das kann passieren, wenn Sie jeden Tag ein Ei essen Diese Nachteile hat regelmäßiger Geflügelverzehr Doch diese Vorteile bedeuten nicht, dass der häufige Verzehr von Geflügelfleisch komplett unbedenklich ist. Krebsrisiko : Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt es für weißes Fleisch nach derzeitigem Wissensstand keine Beziehung zu Krebserkrankungen. Dennoch empfiehlt die Fachgesellschaft, nicht mehr als 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche zu essen. Dies könnte auch für das Krebsrisiko von Vorteil sein. Denn eine italienische Studie aus dem letzten Jahr deutete darauf hin, dass Menschen, die mehr als 300 Gramm Geflügel pro Woche essen, ein erhöhtes Risiko für die Gesamtsterblichkeit und insbesondere für Magen-Darm-Krebserkrankungen haben. Besonders augenfällig war dieser Zusammenhang bei Männern. Hinzu kommen mögliche gesundheitliche Nachteile durch die Zubereitungsart. Beim starken Erhitzen – etwa beim Grillen oder scharfen Anbraten – entstehen sogenannte heterozyklische Amine, die als potenziell krebserregend gelten. Blutfette : Geflügelfett enthält Cholesterin und gesättigte Fettsäuren, die sich ungünstig auf den Blutfettspiegel auswirken können. Besonders ungünstig wird es, wenn Geflügelfleisch frittiert wird. Wenn es sich also nicht um mageres Brustfleisch handelt, können daher auch Produkte aus Geflügelfleisch wie Brathähnchen, Hühnerflügel, Nuggets oder Geflügelbratwurst den Cholesterin- und Blutfettspiegel erhöhen. Bakterielle Belastung : Ein oft unterschätztes Risiko liegt außerdem in der Hygiene. Rohes Geflügel ist häufig mit Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter belastet, die zu Magen-Darm-Erkrankungen führen können. Jährlich werden in Deutschland Zehntausende solcher Infektionen registriert. Auch antibiotikaresistente Keime wurden in zahlreichen Proben nachgewiesen, sowohl in Bioprodukten als auch in Produkten aus konventioneller Haltung. Zwar lassen sich viele dieser Erreger durch gründliches Durchgaren abtöten, ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen – vor allem bei unsachgemäßer Lagerung oder Zubereitung. Ringe und Knötchen : Was die Augen über Cholesterinwerte verraten Hilfe bei Erbrechen und Durchfall : Drei einfache Hausmittel bei Lebensmittelvergiftung Was Sie beim Geflügelverzehr beachten sollten Um diese gesundheitlichen Nachteile zu minimieren, sollten Sie Folgendes beachten: Wenn Sie Probleme mit hohen Blutfettwerten haben, bevorzugen Sie mageres Fleisch und eine fettarme Zubereitung. Achten Sie darauf, das Fleisch nicht zu scharf anzubraten. Erhitzen Sie Geflügel vor dem Verzehr immer vollständig – mindestens zwei Minuten bei 70 Grad Celsius im Kern. Vermeiden Sie Kreuzkontaminationen: Rohes Fleisch sollte nicht mit Lebensmitteln wie Salat oder Obst in Kontakt kommen. Um zu vermeiden, dass rohe Lebensmittel im Spülbecken mit den Keimen in Kontakt kommen, sollten Sie rohes Geflügel nicht waschen. Nutzen Sie separate Schneidbretter und Messer für Fleisch und andere Lebensmittel. Waschen Sie sich die Hände vor und nach der Zubereitung gründlich mit Seife. Fazit Wie viel Geflügelfleisch ist gesund? Wie die meisten Lebensmittel ist der maßvolle Verzehr am besten. Geflügel liefert wertvolle Nährstoffe und kann Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Wer jedoch täglich große Mengen konsumiert, könnte seiner Gesundheit langfristig schaden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, insgesamt nicht mehr als 300 Gramm Fleisch pro Woche zu essen. Das bezieht sich auf rotes und weißes Fleisch, sowohl unverarbeitete als auch verarbeitete Fleischerzeugnisse wie Wurst. Wer täglich Geflügel isst, überschreitet diese Empfehlung schnell. Besser ist es, verschiedene Proteinquellen zu kombinieren. Dazu gehören neben Fleisch und Fisch auch Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte sowie deren Erzeugnisse wie Tofu und Tempeh, Nüsse und Saaten.
Aus der Quelle lesen