Der größte Planet im Sonnensystem ist kleiner und flacher als bislang angenommen, zeigen neue Daten. Das hat weitreichende Folgen für die Forschung. Der Jupiter galt jahrzehntelang als genau vermessen. Doch neue Daten liefern jetzt ein deutlich präziseres Bild des größten Planeten im Sonnensystem. Die Ergebnisse zeigen: Der Gasriese ist nicht nur flacher, sondern auch etwas kleiner als vermutet. Die Daten für die neuen Messungen stammen von der Nasa-Raumsonde Juno, die Jupiter seit 2016 umkreist. Die Untersuchung wurde von Forschern des Weizmann Institute of Science in Israel geleitet und gemeinsam mit einem internationalen Team durchgeführt. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Nature Astronomy. Kleine Monde, große Geschichte: Forscher rekonstruieren Jupiters Vergangenheit Start zum Jupiter-Mond: Bauteile der Sonde zu anfällig? Jupiters Radius neu vermessen Bislang basierten die Angaben zur Größe Jupiters auf nur wenigen Messungen aus den 1970er-Jahren. Diese stammten von den Raumsonden Voyager und Pioneer. Juno lieferte nun Daten, die deutlich genauer als die jahrzehntealten Informationen sind. Entscheidend dafür war eine spezielle Umlaufbahn der Sonde, so die Forscher. Diese führte Juno mehrfach aus Sicht der Erde hinter den Planeten. Dabei wurde das Funksignal der Sonde durch Jupiters Atmosphäre gebogen und abgeschwächt. Mithilfe dieses Effekts konnten die Forscher den genauen Radius des Planeten berechnen. Flacher als gedacht Die neuen Ergebnisse zeigen: Am Äquator ist Jupiter rund acht Kilometer schmaler als bisher angenommen. An den Polen ist er etwa 24 Kilometer stärker abgeflacht. Damit ist der Planet insgesamt etwas kleiner und stärker zusammengedrückt als frühere Modelle nahelegten. Diese Unterschiede sind auf den ersten Blick zwar gering, für die Forschung aber entscheidend. Schon kleine Änderungen helfen dabei, Modelle über den inneren Aufbau des Planeten besser mit Messdaten zur Gravitation und Atmosphäre von Jupiter in Einklang zu bringen. Winde spielen eine wichtige Rolle Ein weiterer Fortschritt: Die neuen Berechnungen berücksichtigen erstmals Jupiters extrem starke Winde. Frühere Messungen ließen diesen Einfluss außen vor. Die Juno-Daten erlauben nun Einblicke in Temperatur, Dichte und Windstrukturen tief unter den Wolken. Das verbessert auch das Verständnis darüber, wie die Atmosphäre und das Innere des Planeten zusammenhängen. Jupiter dient dabei als Referenzobjekt für Gasplaneten, sowohl im Sonnensystem als auch darüber hinaus. Bedeutung für künftige Missionen Die neuen Methoden sollen auch bei der Auswertung von Daten der Esa-Mission Juice zum Einsatz kommen. Die Raumsonde wurde 2023 gestartet und trägt ein Instrument, das am Weizmann Institute of Science entwickelt wurde. Langfristig helfen die Ergebnisse, besser zu verstehen, wie Gasriesen entstehen und sich entwickeln. Da Jupiter vermutlich der erste Planet des Sonnensystems war, liefern seine Eigenschaften wichtige Hinweise auf die Entstehung der Planeten insgesamt, so die Forscher.