Krankenversicherung: Rentner zahlt nach Erhöhung fast 700 Euro im Monat

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Immer mehr Privatversicherte fragen die Verbraucherzentrale um Rat, weil die Beiträge stark gestiegen sind. Ein Fall ist besonders drastisch. Nicht nur zahlreiche gesetzliche Krankenkassen haben ihre Beiträge für 2026 erhöht , auch die privaten Krankenversicherungen (PKV) langen seit dem Jahreswechsel stärker zu. Wie die Verbraucherzentrale Hamburg mitteilt, haben sich die Beiträge für manche Privatversicherte sogar mehr als verdoppelt. Diese teils extremen Erhöhungen haben in den vergangenen Wochen die Nachfrage nach Beratungen zur privaten Krankenversicherung bei den Verbraucherschützern deutlich erhöht. Rentner soll fast 700 Euro im Monat zahlen "In den vergangenen Tagen haben wir mehrfach Versicherte beraten, deren PKV-Beiträge um mehr als 50 Prozent gestiegen sind", berichtet Anke Puzicha von der Verbraucherzentrale Hamburg . "Die Betroffenen müssen dann plötzlich einen dreistelligen Betrag zusätzlich im Monat für ihren Krankenversicherungsschutz aufbringen." In einem besonders schweren Fall musste ein Rentner statt der bisherigen 316,35 Euro nun 692,31 Euro monatlich zahlen – eine Erhöhung um 119 Prozent. Insbesondere bei älteren Versicherten registriert die Verbraucherzentrale solche hohen Beitragssprünge . Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) bestätigt, dass die durchschnittlichen Beitragserhöhungen im Vergleich zum Vorjahr bei rund 13 Prozent liegen . Die einzelnen Erhöhungen können allerdings deutlich darüber liegen, wie die Beispiele der Verbraucherzentrale Hamburg belegen. Verbraucherzentrale bittet um Erhöhungsschreiben Um einen besseren Überblick über den Umfang und das Ausmaß der aktuellen Beitragserhöhungen zu erhalten, bittet die Patientenberatung der Verbraucherzentrale Hamburg betroffene Privatversicherte, Kopien ihrer Erhöhungsschreiben zur Verfügung zu stellen. Diese können per E-Mail oder postalisch übermittelt werden. Die eingereichten Unterlagen sollen dabei helfen, die Entwicklung der Beiträge besser einzuordnen. Die Kontaktdaten lauten: Per E-Mail: [email protected] (unverschlüsselt) oder [email protected] (verschlüsselt) Per Fax: 040 24832-290 Per Post: Verbraucherzentrale Hamburg | Patientenberatung, Kirchenallee 22, 20099 Hamburg Im Gegensatz zu den regelmäßig diskutierten Erhöhungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finden die teils erheblichen Beitragserhöhungen in der PKV oft weniger Beachtung in der Öffentlichkeit. Doch für viele Privatversicherte bedeuten diese Erhöhungen eine spürbare Belastung. Frag t-online: Höherer Kassenbeitrag – steigt auch der Rentenzuschuss? GKV vs. PKV: Wie die Krankenversicherung Ihr Vermögen verschlingt Besonders betroffen sind nicht nur ältere Menschen, sondern auch Selbstständige oder Freiberufler, deren Einkommen sich nicht an steigende Prämien anpassen. "Ein Wechsel von der PKV zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist schwierig, oft sogar unmöglich. Finanzielle Engpässe sind kein Grund für eine Rückkehr", erläutert Puzicha. Ein Rentner hat allerdings ein Schlupfloch gefunden, mit dem er sich zurück in die gesetzliche Krankenkasse getrickst hat . Tarifwechsel schützt nicht vor Erhöhungen Auffällig ist, dass sich die Erhöhungen nicht nur auf langjährig bestehende Tarife beschränken. "Mehrere Ratsuchende haben uns berichtet, dass sie selbst nach einem kürzlich erfolgten Wechsel in einen günstigeren Tarif ihres Versicherers nun erneut mit deutlich höheren Prämien konfrontiert sind", so Puzicha. Vermeintliches Sparangebot: Verbraucherzentrale warnt Privatversicherte Ein Tarifwechsel innerhalb der eigenen Versicherung wird häufig als Mittel zur Beitragsentlastung betrachtet. Die Beratungspraxis in der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt jedoch, dass dies keine dauerhafte Garantie für stabile Beiträge ist. "Auf lange Sicht kann man den steigenden PKV-Beiträgen nicht entkommen", meint Puzicha. Angesichts der aktuellen Entwicklung rät die Verbraucherzentrale Hamburg dazu, Beitragserhöhungen sorgfältig zu prüfen und nicht vorschnell zu reagieren. Ein Tarifwechsel sollte nicht nur die Beitragshöhe, sondern auch die Leistungen und Selbstbehalte im Blick haben. Eine unabhängige Beratung sei daher ratsam, um langfristig nachteilige Entscheidungen zu vermeiden.
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