Mars-Mission: Nasa-Raumschiff soll mit Atomkraft angetrieben werden

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Nasa hat die bemannten Mondmissionen komplett umgeschmissen – jetzt gibt es weitere Planänderungen für die Erkundung des Mondes und von Mars. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa kippt ihre Pläne für eine Raumstation in der Mondumlaufbahn. Stattdessen will die Behörde mit den Bauteilen eine 20 Milliarden Dollar teure Basis auf der Mondoberfläche errichten. Dies teilte der neue Nasa-Chef Jared Isaacman am Dienstag in Washington mit. Außerdem plane die Nasa bis 2028 das erste nuklearbetriebene Raumschiff zum Mars zu schicken. Mit dem Strategieschwenk wollen die USA zum Mond zurückkehren – vor China , das eine bemannte Landung um das Jahr 2030 anstrebt. "Die Uhr läuft in diesem Wettkampf der Großmächte und Erfolg oder Niederlage wird in Monaten, nicht Jahren gemessen werden." "Die Nasa ist verpflichtet, erneut das fast Unmögliche zu erreichen: Vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Trump auf den Mond zurückzukehren, eine Mondbasis zu bauen, eine anhaltende Präsenz zu etablieren und die anderen Dinge zu tun, die eine amerikanische Anführerschaft im Weltraum sicherstellen." Ein Grund für die Neuausrichtung sind Verzögerungen bei der Entwicklung der Mondlandefähren durch die privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk und Blue Origin von Jeff Bezos . Einem Bericht des Generalinspekteurs der Nasa zufolge liegt SpaceX zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Die Nasa will nun diejenige Landefähre zuerst einsetzen, die zuerst fertig ist, anstatt an einer festgelegten Reihenfolge festzuhalten. Kleine Hubschrauber sollen den Mars erkunden Die nun angekündigte Mars-Mission "Skyfall" soll im Dezember 2028 starten und eine neue Form des nuklear-elektrischen Antriebs im Weltraum einsetzen. Das Raumschiff "Space Reactor-1 (SR-1) Freedom" soll drei kleine Hubschrauber zum Mars bringen. Die Mission setze auf sogenannte nukleare elektrische Propulsion (NEP). Diese arbeite laut NASA mit einem Bordreaktor, der Wärme in elektrische Energie umwandle, um besonders effiziente Triebwerke anzutreiben. Anders als die bislang genutzten radioisotopischen Generatoren (RTGs) diene diese Technologie nicht nur der Energieversorgung, sondern direkt dem Antrieb. Gemeinsam mit dem US-Energieministerium wolle man so Fähigkeiten für eine langfristige Exploration über den Mond hinaus entwickeln. Planänderung bei Raumstation betrifft auch ESA Durch die Abkehr von der als "Lunar Gateway" bekannten Raumstation ist aber auch die künftige Rolle wichtiger internationaler Partner wie der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Japans und Kanadas ungewiss. Diese hatten sich zur Lieferung von Bauteilen für die Orbitalstation verpflichtet. ESA-Chef Josef Aschbacher, der bei der Ankündigung anwesend war, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er werde die neuen Pläne prüfen und die Gespräche mit der Nasa fortsetzen. Isaacman erklärte, die Ausrüstung und die Zusagen der Partner könnten für die neuen Ziele auf der Mondoberfläche wiederverwendet werden. "Diese Mondstation wird nicht über Nacht erscheinen. Wir werden in den nächsten sieben Jahren rund 20 Milliarden Dollar investieren und sie mit Dutzenden Missionen bauen", sagte Isaacman. Wettlauf der Raumfahrtnationen Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Auch Russland will Menschen auf den Mond bringen, hat aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen. Bereits vor einigen Wochen hatte Isaacman den Plan für das krisengeplagte Mondprogramm "Artemis" komplett umgeschmissen. Die Mission "Artemis 3", mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, soll nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen. Anstelle dessen solle die "Orion"-Kapsel sich bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Diese Lander sollen von den privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk und Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos entwickelt und gebaut werden. Zudem solle es dann 2028 möglicherweise sogar gleich zwei Mondlandungsversuche geben - "Artemis 4" und "Artemis 5". Landungen seien dann anfangs alle sechs Monate, mit der Möglichkeit einer noch engeren Taktung geplant, sagte Isaacman nun. Die Mission "Artemis 2" solle unterdessen weiter wie geplant so bald wie möglich starten. Mit dieser Mission sollen erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen sollen bei der etwa zehntägigen Mission um den Mond herum fliegen. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 auf dem Mond. Der Start von "Artemis 2" hat sich aufgrund von technischen Problemen allerdings verzögert. Frühestmöglicher Starttermin ist momentan der 1. April.
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