Mit "MeinELSTER+" wird die Steuererklärung einfacher denn je. Doch wer vorschnell bestätigt, verschenkt womöglich Geld. Die Steuererklärung gehört für viele zu den lästigsten Aufgaben des Jahres. Jetzt verspricht der Staat eine radikale Vereinfachung: Seit dem 31. März können sich Steuerzahler erstmals bundesweit für die "Steuererklärung mit einem Klick" registrieren . Möglich macht das die neue App "MeinELSTER+". Ab dem 1. Juli soll dann ein Fingertipp reichen, um die Erklärung für 2025 abzugeben. Doch ist das auch für jeden sinnvoll? So funktioniert die Steuererklärung in Sekunden Die Idee ist so einfach wie verlockend: Die Finanzverwaltung nutzt ohnehin bereits vorhandene Daten – etwa von Arbeitgebern, Rentenversicherung oder Banken – und erstellt daraus automatisch eine fertige Steuererklärung inklusive Bescheid-Vorschau. Nutzer müssen diese nur noch prüfen und bestätigen. Stimmen Sie zu, ist Ihre Steuererklärung innerhalb von Sekunden erledigt. Der Zeitgewinn ist also enorm. Wer sich rechtzeitig freischaltet, kann sich den üblichen Papierkram künftig komplett sparen. Doch es gibt einen Haken: die begrenzte Datenbasis. Kommentar: Neuerung bei Steuererklärung entlastet Millionen Steuererklärung 2025: Diese Ausgaben sollten Sie unbedingt absetzen Erfasst werden vor allem Einnahmen, also alles, was dem Staat Steuern bringt. Was fehlt, sind viele potenziell steuermindernde Ausgaben, etwa Handwerkerrechnungen , Spenden, berufliche Kosten oder außergewöhnliche Belastungen . Wer einfach auf "Bestätigen" klickt, riskiert also, Geld zu verschenken. Darauf weist die Lohnsteuerhilfe Bayern hin. Hinzu kommt: Eine vorschnelle Zustimmung lässt sich kaum rückgängig machen. Wer erst nachträglich merkt, dass Ausgaben fehlen, muss Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen – fristgerecht und mit zusätzlichem Aufwand. Der vermeintlich einfache Weg kann damit im Nachhinein komplizierter werden als gedacht. Für wen sich die vorausgefüllte Steuererklärung lohnt Trotz der Einschränkungen hat die neue Funktion ihre Berechtigung. Sie richtet sich zunächst an eine klar definierte Gruppe: ledige, kinderlose Arbeitnehmer sowie Rentner ohne weitere Einkünfte. Von den rund 24 Millionen Elster-Nutzern kommt damit knapp die Hälfte für die Anwendung infrage. Für sie ist die Ein-Klick-Lösung vor allem dann sinnvoll, wenn kaum etwas abzusetzen ist. In solchen Fällen fällt die mögliche Steuererstattung ohnehin gering aus, und der Komfortgewinn überwiegt. Zudem könnte das Angebot Menschen dazu bringen, überhaupt erstmals eine Steuererklärung abzugeben – etwa weil der Aufwand bislang abschreckte. Für alle anderen gilt: Je komplexer die finanzielle Situation, desto weniger Zeitersparnis bringt die neue Elster-App. Wer größere Werbungskosten hat, außergewöhnliche Belastungen geltend machen kann oder unbedingt das Maximum an Steuern sparen möchte, muss weiterhin noch viel selbst nachtragen. Ein einfacher Klick auf "Bestätigen" hingegen bliebe weit vom Optimum entfernt. Dafür müsste der Funktionsumfang der App erst deutlich erweitert werden.