Samsung und LG präsentieren eine neue TV-Technologie mit winzigen LEDs. Was Micro RGB wirklich bringt und für wen sich das Warten lohnt. Samsung und LG haben neue Fernseher mit sogenannter Micro-RGB-Technologie angekündigt. Die beiden südkoreanischen Hersteller wollen ihre Geräte auf der Consumer Electronics Show (CES) zeigen. Die Elektronikmesse findet vom 6. bis zum 9. Januar in Las Vegas statt. Samsung plant demnach fünf neue Modelle in den Größen 55, 65, 75, 85 und 100 Zoll. Auf der IFA 2025 hatte der Hersteller bereits ein 115-Zoll-Modell vorgestellt. LG will seinen "Micro RGB evo" in drei Größen anbieten: 75, 86 und 100 Zoll. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde das Modell bereits mit dem CES-Award für besondere Innovation ausgezeichnet. Was ist Micro RGB? Die neue Technologie basiert auf roten, grünen und blauen Leuchtdioden, die extrem klein sind – kleiner als ein Zehntelmillimeter. Der entscheidende Unterschied zu bisherigen LCD-Fernsehern: Jede dieser winzigen LEDs lässt sich einzeln ansteuern. Das ermöglicht eine präzisere Kontrolle von Helligkeit und Farbe an jedem Bildpunkt. Sicher fernsehen: Worauf bei Smart-TVs und Datenschutz zu achten ist Übersicht einfacher Modelle: Diese Fernseher sind für Senioren besonders geeignet Beide Hersteller haben ihre Geräte von unabhängigen Prüfinstituten zertifizieren lassen. Die Fernseher sollen besonders viele Farben darstellen können – konkret 100 Prozent des sogenannten BT.2020-Farbraums, ein Standard für Ultra-HD-Inhalte. Aktuelle Premium-Fernseher mit anderen Technologien erreichen typischerweise zwischen 70 bis 85 Prozent dieses Farbraums. Wie unterscheidet sich Micro RGB von OLED und Co? OLED-Fernseher haben selbstleuchtende Pixel. Jeder Bildpunkt lässt sich komplett ausschalten, was perfekte Schwarzwerte ermöglicht. Allerdings werden OLED-Displays nicht so hell wie LCD-Fernseher. QLED und Mini-LED sind LCD-Technologien mit verbesserter Hintergrundbeleuchtung. Sie können sehr hell werden, erreichen aber nicht die Präzision von OLED. Micro RGB soll beide Welten verbinden: Die winzigen LEDs ermöglichen eine präzisere Steuerung als bei Mini-LED, gleichzeitig sind hohe Helligkeitswerte möglich. KI soll Bilder verbessern Beide Hersteller setzen zudem auf Künstliche Intelligenz. Spezielle Prozessoren sollen Bildinhalte analysieren und automatisch optimieren. Konkret bedeutet das: Die Geräte skalieren niedrig aufgelöste Inhalte auf 4K hoch, glätten Bewegungen und passen sowohl die Helligkeit als auch den Kontrast an. Zusätzlich integrieren beide Hersteller KI-Assistenten für Bedienung und Inhaltssuche. Samsung bietet seinen "Vision AI Companion" und den Sprachassistenten Bixby, LG setzt auf Microsoft Copilot und Google Gemini. Für wen lohnt sich die neue Technologie? Die Micro-RGB-Fernseher richten sich an ein Premiumsegment. Weder Samsung noch LG haben bereits konkrete Preise genannt, die Geräte werden aber deutlich teurer sein als Einstiegsmodelle anderer Technologien. Hinzu kommt: Für die meisten Nutzer dürfte der Unterschied zu aktuellen OLED- oder Mini-LED-Geräten kaum wahrnehmbar sein. Die Verbesserungen zeigen sich vor allem bei sehr hellen HDR-Inhalten oder professioneller Bildbearbeitung. Interessant sind Micro-RGB-Fernseher für anspruchsvolle Nutzer, die Wert auf bestmögliche Bildqualität legen und bereit sind, einen Aufpreis für die neue Technologie zu zahlen. Samsung bietet die Geräte in verschiedenen Größen ab 55 Zoll an und deckt damit sowohl normale Wohnzimmer als auch größere Räume ab. LG konzentriert sich mit Größen ab 75 Zoll eher auf großformatige Anwendungen und Heimkinos. Zur Verfügbarkeit machen die Hersteller bislang keine genauen Angaben. Die Präsentation auf der CES im Januar deutet auf einen Marktstart im Frühjahr 2026 hin.