Parkplätze nach Feierabend für alle – Nürnberg, Erlangen und Fürth testen ein neues Modell bei Aldi Süd. So läuft es. Tagsüber voll, nachts verwaist: Die Parkplätze vieler Supermärkte stehen nach Geschäftsschluss stundenlang leer – während Anwohner in der Umgebung verzweifelt nach einem freien Stellplatz suchen. Dieses Missverhältnis wollen die mittelfränkischen Städte Nürnberg, Erlangen und Fürth nun mit einem gemeinsamen Pilotprojekt beheben. In Zusammenarbeit mit der Supermarktkette Aldi Süd testen die drei Städte das sogenannte Feierabendparken. Die Idee: In den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende sollen bislang ungenutzte Parkflächen von Supermärkten oder Bürogebäuden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, den Parkdruck in dicht bebauten Stadtteilen – etwa in der Nürnberger Südstadt – spürbar zu verringern. Tests in Nürnberg und Erlangen laufen bereits In Nürnberg und Erlangen laufen die Tests auf jeweils einem Parkplatz bereits. Fürth gab am Donnerstag den offiziellen Startschuss. Während in Nürnberg der Stellplatz direkt vor Ort gebucht und bezahlt werden kann, läuft die Buchung in Erlangen über eine digitale Plattform. Die Kosten liegen bei drei bis fünf Euro pro Nacht, Monatstickets sind für maximal 35 Euro erhältlich. Die Einnahmen fließen laut Stadt Erlangen an Aldi Süd und den Betreiber der Buchungsplattform. "Die Einnahmen aus dem Feierabendparken werden genutzt, um die Kosten für die Bereitstellung und Verwaltung der Parkplätze zu decken", erläuterte eine Aldi-Süd-Sprecherin. Ziel des Projekts sei es, insbesondere abends den Anwohnern bezahlbare Parkmöglichkeiten zu bieten. In Nürnberg sind laut Aldi zwei Standorte geplant Mit dem Modell stehen die drei Städte nicht allein. Düsseldorf hatte das Feierabendparken bereits 2024 auf ausgewählten Parkplätzen von Aldi Süd und Lidl eingeführt, Hamburg startete Anfang dieses Jahres einen Versuch mit Lidl in einem Wohngebiet. Das Potenzial für eine Ausweitung des Projekts scheint groß: In Nürnberg sind nach Angaben von Aldi Süd bereits zwei weitere Standorte geplant. Die Stadt Erlangen hat Kontakt zu weiteren Supermarktbetreibern aufgenommen und hofft, dass der Modellversuch Schule macht. Auch Fürth hat nach Angaben einer Stadtsprecherin bereits Pläne, das Angebot auf weitere Parkplätze auszuweiten.