OP-Komplikationen: Bewegung und gute Ernährung senken Risiko deutlich

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Schon mit einfachen Maßnahmen vor einem operativen Eingriff lässt sich das Risiko für Komplikationen effektiv senken. Was die Studie zeigt. Wer sich vor einer Operation gezielt vorbereitet, hat offenbar deutlich bessere Chancen auf einen komplikationsfreien Verlauf und eine schnelle Genesung. Das legt eine neue Analyse im Fachmagazin "Journal of the American College of Surgeons" nahe. Im Fokus stand die sogenannte Prähabilitation – ein gezieltes Behandlungsprogramm, mit dem Patienten vor einer Operation ihren Gesundheits- und Allgemeinzustand verbessern. Komplikationen fast halbiert In der Übersichtsarbeit wurden 23 hochwertige Studien untersucht, die zusammen mehr als 2.100 Patienten umfassten. Das Ergebnis fällt deutlich aus: Die Ernährungs- und Bewegungsprogramme reduzierten Komplikationen nach der Operation (wie Infektionen oder schlecht heilende Wunden) um 48 Prozent. Diese verzögern oft die Genesung. Gleichzeitig verkürzte sich der Krankenhausaufenthalt um 11 Prozent. BMI: Ältere profitieren von Übergewicht bei Operationen Studie warnt: Freitags höheres Sterblichkeitsrisiko bei OPs Besonders effektiv wirkte sich Bewegung aus: Trainingsprogramme vor der Operation senkten das Risiko für Komplikationen um 55 Prozent. Dazu gehörten Kraftübungen oder Intervalltraining, also wechselnde Belastungsformen. Die Dauer der Programme variierte zwischen zwei Wochen und sechs Monaten. Ernährungsprogramme beeinflussten dagegen vor allem die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus: Sie verkürzten diese um etwa 14 Prozent. Dabei erhielten die Patienten etwa fünf bis 14 Tage vor dem Eingriff spezielle Nährstoffpräparate, die das Immunsystem stärken und die Genesung fördern sollten. Operationen bei Senioren: Wiederholte Eingriffe können Gehirn schädigen Mehr Lebensqualität nach der OP Auch das Wohlbefinden verbesserte sich: Vor allem die vorhergehende Bewegung half Patienten dabei, nach der Operation im Alltag schneller wieder zurechtzukommen. Auf etwaige Schmerzen oder psychische Belastungen infolge des Eingriffs wirkten sich die Programme allerdings kaum aus. Früh starten lohnt sich Komplikationen wie Infektionen oder eine schlechte Wundheilung können die Genesung nach Eingriffen erheblich verzögern und führen oft zu längeren Klinikaufenthalten. Genau hier setzt die Prähabilitation an: Sie stärkt den Körper vorab und verbessert so die Erholung. Die Studienautoren betonen jedoch, dass weitere Forschung nötig ist. Denn je nach Art der Operation könnten unterschiedliche Programme sinnvoll sein. Auch Kosten und Zugang spielen eine wichtige Rolle. Klar ist aber schon jetzt: Wer sich gut vorbereitet, startet mit besseren Voraussetzungen in die Operation.
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