Pixel Watch 4 im Test: Google verbessert Smartwatch mit neuen Funktionen

latest news headlines 3 wochen vor
Flipboard
Schnelleres Display, längere Akkulaufzeit und neue Gestensteuerung: Die Pixel Watch 4 verspricht viel. Doch wie gut funktioniert Googles Smartwatch im Alltag? Google setzt bei der Pixel Watch 4 nicht auf Revolution, sondern auf Evolution. Die vierte Generation der Smartwatch bringt zahlreiche Verbesserungen im Detail, die sich erst im Alltag zeigen. Besonders spannend: Erst kürzlich erhielt die Uhr ein Update , das eine vollständig neue Gestensteuerung nachliefert. Wir haben die 45-Millimeter-Version getestet und zeigen, was die Smartwatch kann und für wen sie sich lohnt. Erster Eindruck: Unauffällig elegant Die Pixel Watch 4 bleibt dem Design der Vorgänger treu und setzt weiterhin auf die charakteristische runde Form. Das Gehäuse besteht aus recyceltem Aluminium und fühlt sich hochwertig an, ohne dabei schwer zu wirken. Mit 36,7 Gramm ohne Armband liegt die 45-Millimeter-Version angenehm leicht am Handgelenk. Die getestete Moonstone-Variante präsentiert sich in dezentem Silber mit passendem Active Band. Das gewölbte Actua 360 Display verleiht der Uhr eine elegante Note, auch wenn es im Alltag eher ein optisches Detail bleibt. Die Displayfläche wirkt dadurch nicht größer als beim Vorgänger, da ein kleiner Rand weiterhin sichtbar ist. Verarbeitung auf hohem Niveau An der Verarbeitungsqualität gibt es kaum etwas auszusetzen. Das Aluminiumgehäuse fühlt sich solide an, ohne sich von anderen hochwertigen Materialien abzuheben. Die Krone bietet grundsätzlich eine gute Haptik, allerdings ist der Druckpunkt etwas weniger spürbar als beim Vorgängermodell – Geschmackssache. Huawei Watch 5 im Test: Warum Design und Innovation im Alltag scheitern "Made by Google": Google stellt Smartphones und weitere Hardware vor Das mitgelieferte Armband überzeugt mit seiner weichen Oberfläche, allerdings könnten die Abstände zwischen den Löchern feiner abgestuft sein. Im Test saß das Armband entweder zu eng oder zu locker. Ein Wechsel ist dank des einfachen Stecksystems aber unkompliziert möglich, außerdem ist die Uhr kompatibel mit allen 45-Millimeter-Armbändern der Pixel Watch 3. Das Display ist mit Corning Gorilla Glass 5 geschützt und nach IP68 sowie 5 ATM wasser- und staubdicht. Google gibt an, dass sowohl Display als auch Akku erstmals austauschbar sind – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und einer günstigeren Reparatur. Display und Bedienung: Schnell und reaktionsfreudig Das Actua 360 Display der Pixel Watch 4 löst mit 320 ppi auf und erreicht eine Spitzenhelligkeit von 3.000 Nits. Im Test zeigte sich: Die Helligkeit ist hervorragend, selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt das Display problemlos ablesbar. Das Always-on-Display funktioniert zuverlässig, allerdings lässt es sich zum Akkusparen auch ausschalten, was im Test bevorzugt wurde, um nicht permanent alles zu beleuchten. Besonders auffällig ist die Reaktionsgeschwindigkeit. Im Vergleich zur Pixel Watch 3 reagiert das Display merklich schneller. Das zeigt sich bereits bei der PIN-Eingabe: Während beim Vorgänger die Eingabe noch verzögert werden musste, damit alle Ziffern korrekt erfasst wurden, funktioniert das nun reibungslos. Die Navigation durch Menüs läuft flüssig und ohne Ruckler. Die Krone bietet beim Scrollen ein präzises haptisches Feedback, das genau richtig dosiert ist. Die Startseite lässt sich flexibel anpassen – sowohl optisch als auch mit individuellen Shortcuts. Bei der Bedienung gab es im Test keine Schwächen. Gestensteuerung: Das Update macht den Unterschied Anfang Dezember lieferte Google ein Update aus, das die Pixel Watch 4 um eine wichtige Funktion reicher macht: die erweiterte Gestensteuerung. Dabei handelt es sich um eine Funktion, die uns im Vergleich zu manchen anderen Smartwatches bisher gefehlt hatte. Über die Funktionen "Handgelenk-Drehen" und das zweifache Zusammenführen von Daumen und Zeigefinger (Doppeltipp) lassen sich jetzt Benachrichtigungen durchblättern und schließen, Wecker ausschalten, Timer bedienen, Musik pausieren sowie Anrufe annehmen und beenden. Im Test funktionierte die Gestensteuerung zuverlässig und auf Anhieb. Besonders praktisch: morgens den Wecker im Zehn-Minuten-Takt auf Schlummern zu stellen, ohne dabei die Augen öffnen zu müssen. Auch das Wegwischen von Nachrichten klappt gut, allerdings nicht mit allen Apps. Die nachträgliche Implementierung dieser Funktion ohne große Ankündigung zeigt, wie Google die Pixel Watch kontinuierlich verbessert. Gemini-Integration: Praktisch, aber mit Einschränkungen Mit dem Update wurde auch die Integration der Google-KI Gemini auf der Uhr verbessert. So lassen sich etwa Kalendereinträge jetzt deutlich besser bearbeiten. Durch die Funktion "Direkt mit der Uhr sprechen" können Anwender einfach durch Anheben des Handgelenks mit der KI interagieren. Wer diese nicht ständig aktiviert lassen möchte, kann die KI-Assistentin alternativ auch durch längeres Drücken der Taste über der Krone oder ein kurzes "Hey Google" aktivieren. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Kalender mit Gemini verknüpft ist. Die Einbindung eines zweiten Kalenders, zum Beispiel bei gemeinsamer Haushaltsführung oder für berufliche Termine, ist leider nicht möglich. Dadurch war der Nutzen der KI-Unterstützung im Test leider überschaubar. Oft ging es am Ende schneller, das Handy herauszuholen und den Termin manuell zu bearbeiten. Performance im Alltag: Zuverlässig und schnell Die Pixel Watch 4 setzt auf den Hauptprozessor Snapdragon W5 Gen 2. Im Alltag zeigt sich die Leistung durchweg positiv: Apps öffnen sich schnell, es gibt nur minimale Verzögerungen, die für Smartwatches völlig normal sind. Besonders beeindruckend ist das GPS-Tracking. Die Routenverfolgung funktioniert erstaunlich präzise, was vor allem bei der Navigation über Google Maps auffällt. Die neue Dual-Frequenz-GPS-Funktion bietet eine bessere Genauigkeit, selbst in dicht bebauten Stadtgebieten oder bewaldeten Gegenden. Fitness und Gesundheit: Umfangreiche Funktionen Die Fitnessfunktionen der Pixel Watch 4 umfassen über 40 verschiedene Trainingsmodi, darunter endlich auch beliebte Sportarten wie Fußball und Basketball. Die automatische Sporterkennung für Aktivitäten wie Radfahren oder Spazierengehen schlägt relativ schnell an. Für eine detaillierte Bewertung der Herzfrequenzmessung und anderer Gesundheitsfunktionen fehlten im Test Vergleichsmessungen mit medizinischen Geräten. Im Alltag arbeiteten die Sensoren jedoch zuverlässig. Besonders hervorzuheben ist das Schlaftracking. Die Uhr erkennt Schlaf- und Wachphasen erstaunlich genau. Im Test mit zwei kleinen Kindern und einer Katze, die regelmäßig für nächtliche Unterbrechungen sorgten, erkannte die Pixel Watch 4 zuverlässig, wann und wie oft der Träger wach war und wie lange das Wiedereinschlafen dauerte. Zudem stimmten die Daten gut mit dem subjektiven Erholungsgefühl am Morgen überein. Fitbit liefert umfangreiche Metriken wie einen Bereitschaftswert, Belastungsdaten und Trainingsempfehlungen, die dabei helfen sollen, das Training besser zu planen. Wer intensiv Sport treibt, findet hier eine Fülle an Daten zur Optimierung. Akkulaufzeit: Überraschend ausdauernd Die Akkulaufzeit ist eine der größten Stärken der Pixel Watch 4. Bei typischer Nutzung mit ausgeschaltetem Always-on-Display hielt die Uhr im Test über zwei Tage durch. Selbst mit eingeschaltetem Always-on-Display war die Laufzeit nur minimal kürzer. Der Energiesparmodus verlängert die Nutzungsdauer zusätzlich, falls man doch einmal länger ohne Lademöglichkeit auskommen muss. Auch die gelegentliche Nutzung der Navigation hatte keine allzu großen Auswirkungen auf die Akkulaufzeit. Noch beeindruckender ist die Ladegeschwindigkeit. Die neue Quick-Charge-Station lädt die Uhr in nur 45 Minuten von null auf 100 Prozent. Nach zehn Minuten steht der Akku bereits bei 30 Prozent, nach 15 Minuten bei knapp 50 Prozent. Damit ist die Pixel Watch 4 sogar schneller als die vom Hersteller versprochenen 60 Minuten. Das neue Ladedock ist seitlich angebracht, nicht flach wie beim Vorgänger. Die Uhr steht dadurch stabil, und der Magnet hält sie besser als das alte System. Ein kleiner Wermutstropfen: Die Pixel Watch 4 ist nicht mehr mit den alten Ladegeräten kompatibel. Zum Vergleich: Die Pixel Watch 3 brauchte mit dem alten Ladegerät 70 Minuten für eine Vollladung. Besondere Funktionen: Satelliten-SOS und mehr Die Pixel Watch 4 ist die erste Smartwatch mit eigenständiger Satelliten-Notfallkommunikation. Über geostationäre Satelliten kann im Notfall Hilfe gerufen werden, selbst wenn kein Mobilfunknetz oder WLAN verfügbar ist. Im Test brauchte diese Funktion zum Glück nicht ausprobiert zu werden, aber das Wissen, dass sie existiert, gibt ein beruhigendes Gefühl. Ebenfalls an Bord ist die Pulsverlust-Erkennung, die automatisch Notdienste alarmieren kann. Weitere Sicherheitsfunktionen umfassen Sturz- und Autounfallerkennung sowie den Sicherheitscheck. Praktisch im Alltag: Die Uhr funktioniert als Fernbedienung für Google TV, zeigt Nest-Kamera-Feeds an und ermöglicht kontaktloses Bezahlen über Google Wallet. Mit einem gekoppelten Pixel-Smartphone lässt sich die Uhr sogar als Fernauslöser für die Handykamera nutzen. Ein kleines Detail am Rande: Im Taschenlampenmodus leuchtet die Uhr weiterhin nur in Weiß oder Rot. Ein dimmbares Display mit mehreren Farben, wie es beispielsweise andere Hersteller anbieten, wäre hier praktischer gewesen. Preis und Verfügbarkeit Die Pixel Watch 4 ist seit Oktober 2024 erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 499 Euro für die 45-Millimeter-LTE-Version und bei 449 Euro für das Wi-Fi-Modell. Die kleinere 41-Millimeter-Variante kostet 449 Euro (LTE) beziehungsweise 399 Euro (Wi-Fi). Mittlerweile ist die Uhr bei verschiedenen Händlern bereits deutlich günstiger zu haben. Die 45-Millimeter-Version gibt es in drei Farbvarianten: Matte Black (schwarz) mit Obsidian-Armband, Polished Silver (silber) mit Porcelain-Armband und Satin Moonstone (grau) mit Moonstone-Armband. Die 41-Millimeter-Version bietet zusätzlich eine Champagne-Gold-Variante mit Lemongrass-Armband und eine Polished-Silver-Version mit Iris-Armband. Fazit: Solide Weiterentwicklung mit kleinen Highlights Die Pixel Watch 4 ist keine Revolution, sondern eine konsequente Weiterentwicklung eines bereits ausgereiften Produkts. Google hat an den richtigen Stellschrauben gedreht: Das Display reagiert schneller, der Akku hält länger und lädt deutlich schneller, das GPS-Tracking funktioniert präziser. Die nachträglich implementierte Gestensteuerung ist ein nettes Extra, das den Alltag etwas erleichtert. Die Uhr richtet sich an Android-Nutzer, die eine zuverlässige, technisch ausgereifte Smartwatch mit umfangreichen Funktionen suchen. Besonders interessant ist sie für Sportler, Fitnessfans, gesundheitsbewusste Personen und viel beschäftigte Menschen, die Wert auf konstante Weiterentwicklung und Zuverlässigkeit legen, ohne dabei von sinnlosen Funktionen überwältigt zu werden. Wer bereits die Pixel Watch 3 besitzt, findet hier zwar spürbare Verbesserungen, aber kein zwingendes Upgrade-Argument. Die Unterschiede sind eher evolutionär als revolutionär. Für Besitzer älterer Modelle oder Neueinsteiger ist die Pixel Watch 4 hingegen eine klare Empfehlung, vorausgesetzt, man möchte die vielfältigen Funktionen auch tatsächlich nutzen. Der LTE-Aufpreis von 50 Euro lohnt sich vor allem für Menschen, die häufig ohne Smartphone unterwegs sind, etwa Jogger oder Radfahrer. Wer ohnehin immer das Handy dabeihat, kann getrost zur günstigeren Wi-Fi-Version greifen. Google zeigt mit der Pixel Watch 4, dass keine spektakulären Neuerungen nötig sind, um eine gute Smartwatch noch besser zu machen. Die konstante Verbesserung im Detail, ergänzt um sinnvolle Software-Updates wie die Gestensteuerung, macht die Pixel Watch 4 zu einer der besten Android-Smartwatches auf dem Markt. Das Design ist unauffällig, aber schick, und genau das passt zu einer Uhr, die im Alltag zuverlässig funktioniert, ohne aufdringlich zu sein. Anmerkung der Redaktion: Google hat t-online das Gerät für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt, nimmt jedoch keinerlei Einfluss auf die inhaltliche redaktionelle Berichterstattung.
Aus der Quelle lesen