Männer erkranken seltener an rheumatoider Arthritis als Frauen. Und auch bei Symptomen, Verlauf und Begleiterkrankungen gibt es Unterschiede. Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die etwa dreimal häufiger bei Frauen als bei Männern auftritt. Sie äußert sich bei beiden Geschlechtern durch die gleichen Symptome – im Allgemeinen. Männer nehmen ihre Beschwerden jedoch teilweise anders wahr. Damit sie die Erkrankung dennoch rechtzeitig erkennen und behandeln lassen können, ist es wichtig, dass sie über die Unterschiede informiert sind. Eine rheumatoide Arthritis verursacht vor allem Gelenkschmerzen , Schwellungen und eine ausgeprägte Morgensteifigkeit, die oft länger als eine Stunde anhält. Am Anfang sind in der Regel kleine Gelenke betroffen, insbesondere Finger und Zehen. Meist treten die Beschwerden dabei auf beiden Körperseiten gleichzeitig auf, also symmetrisch. All das geschieht auch bei Männern mit Rheuma . Wie Studien zeigen, berichten sie aber tendenziell über weniger starke Schmerzen und geringere Einschränkungen als Frauen. Das bedeutet nicht, dass Männer auf eine ärztliche Behandlung verzichten können. Denn selbst wenn sie sich durch die Erkrankung subjektiv weniger belastet und beeinträchtigt fühlen, sind die wiederkehrenden Entzündungen bei ihnen nicht zwingend schwächer als bei Frauen. Ohne Gegenmaßnahmen ziehen sie nach und nach die betroffenen Gelenke in Mitleidenschaft, und zwar genauso schnell wie bei Frauen. Neben den Gelenkbeschwerden können – bei Männern wie bei Frauen – noch andere Symptome spürbar sein, etwa Abgeschlagenheit und Müdigkeit, ein allgemeines Krankheitsgefühl, eine leicht erhöhte Körpertemperatur, Muskel- und Gliederschmerzen sowie sogenannte Rheumaknoten (kleine, normalerweise schmerzlose Verhärtungen unter der Haut). In manchen Fällen greifen die chronischen Entzündungen auch auf Organe über, zum Beispiel Lunge, Leber, Nieren oder Augen. Wenn sich die Tränendrüsen entzünden, kann sich das dadurch bemerkbar machen, dass weniger Tränenflüssigkeit gebildet wird. Begleiterkrankungen bei Männern mit Rheuma Rheuma geht häufig mit Begleiterkrankungen einher. Wie Studien nahelegen, kommen einige davon bei Männern öfter vor als bei Frauen und umgekehrt. Während Männer mit Rheuma ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes haben, sind weibliche Betroffene offenbar anfälliger für Depression, Fibromyalgie und Schilddrüsenerkrankungen. Da all diese Erkrankungen die Prognose negativ beeinflussen können, ist es wichtig, auch sie rechtzeitig ärztlich behandeln zu lassen. ( In diesem Artikel erfahren Sie mehr über den Zusammenhang zwischen Rheuma und Herzerkrankungen.) Rheuma bei Männern: Dieser Verlauf ist typisch Bei Männern verläuft eine rheumatoide Arthritis – wie bei Frauen – grundsätzlich chronisch und fortschreitend: Die Entzündungen kehren schubweise wieder, oft über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Ohne Behandlung schädigen sie die Gelenke zunehmend, was deren Funktion immer stärker beeinträchtigen und dauerhafte Beschwerden nach sich ziehen kann. Um das zu verhindern, sind eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung entscheidend. Letztere scheint bei Männern teils besser anzuschlagen als bei Frauen. Darauf deuten jedenfalls einige Studien hin. Demnach führen moderne Therapiemethoden bei Männern tendenziell etwas häufiger einen Rückgang der Beschwerden herbei als bei Frauen. Allerdings sind diese Unterschiede im Durchschnitt eher geringfügig. Fachleute gehen davon aus, dass dahinter unter anderem die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Wahrnehmung von Beschwerden stecken. Zudem könnten bestimmte Begleiterkrankungen eine Rolle spielen, die mehrheitlich Frauen betreffen und die Schmerzen verstärken können – Depressionen zum Beispiel.