Schachtar Donezk ist seit vielen Jahren der erfolgreichste Fußballverein der Ukraine. Doch sein Präsident und Eigentümer ist bislang vor allem im Hintergrund aktiv. Der Tod der Trainer-Legende Mircea Lucescu hat auch über die rumänischen Landesgrenzen Menschen bewegt. Denn Lucescu prägte Vereine in Italien, der Türkei – und vor allem in der Ukraine. Mit Schachtar Donezk gewann er acht Meisterschaften und sechsmal den nationalen Pokal. Zu Lucescus öffentlicher Trauerfeier am Donnerstag kam daher auch Rinat Achmetov, der Besitzer und Präsident Schachtar Donezks. Der ukrainische Oligarch ist der reichste Mann seines Landes, sein Vermögen wird auf rund 7,9 Milliarden US-Dollar (circa 6,8 Milliarden Euro) geschätzt. Achmetov sagte bei seinem Besuch vor Medienvertretern: "Ich bin heute hier, um mich von meinem Freund zu verabschieden. Während unserer gemeinsamen Zeit haben wir sowohl Freud als auch Leid geteilt. So sind wir gute Freunde geworden. Er ist ein sehr wichtiger Mensch in meinem Leben." Zudem bekundete er Lucescus Ehefrau und seinem Sohn sein Beileid. Ukrainischer Oligarch war zwölf Jahre lang nicht im Stadion Im Anschluss reiste der 59-Jährige nach Krakau und besuchte das Europa-League-Spiel seines Vereins gegen den niederländischen Klub AZ aus Alkmaar. Seit der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 finden die Heimspiele von Schachtar nicht in Donezk statt. In dieser Saison ist Krakau der Heimspielort für die internationalen Partien Schachtars. Achmetov, der aus Donezk stammt, ist seitdem nicht bei einem Heimspiel seines Klubs gewesen. Das Spiel gegen Alkmaar war für ihn damit das erste Live-Spiel Schachtars seit fast zwölf Jahren. Generell ist der Oligarch eine Person, die die Öffentlichkeit eher meidet. Der Besuch des Spiels hat sich für Achmetov in jedem Fall gelohnt. Donezk gewann das Viertelfinal-Hinspiel gegen Alkmaar mit 3:0, steht mit einem Bein im Halbfinale. Dort würden die Ukrainer auf den Sieger der Partie Crystal Palace gegen AC Florenz treffen.