Siege, Aufstieg, Macht - vom Schwimmstar zur IOC-Präsidenten Coventry | DOKU | Sportschau

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Am 6. Februar wird sie ihre ersten Olympischen Spiele eröffnen: die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry. Seit einem halben Jahr ist sie im Amt. Die Geschichte des IOC dazu klingt vielversprechend: Erstmals ist es eine Frau, noch dazu jung und aus Afrika – das bringt Aufbruch und Veränderung. Die Sportschau begab sich in ihrer Heimat Simbabwe auf Spurensuche – und stieß auf eine andere Erzählung. Bei uns bekommt ihr die Vielfalt des Sports mit Dokus, Radsport, Wintersport und mehr. Abonniert diesen Kanal: https://www.youtube.com/@sportschau?%20sub_confirmation=1 Unser Fußball-Kanal mit Bundesliga, DFB-Pokal & Länderspielen: https://www.youtube.com/@SportschauFussball Sportschau bei Instagram: https://www.instagram.com/sportschau/ Sportschau bei Tiktok: https://www.tiktok.com/@sportschau?lang=de-DE Sportschau bei Whatsapp: https://whatsapp.com/channel/0029Va9i3DXKwqSNjGhkUo46 Sport-News bei: https://www.sportschau.de/ Ich werde diese Organisation mit so viel Stolz und mit unseren Werten führen und Euch alle stolz machen", sagte Kirsty Coventry nach ihrer Wahl zur IOC-Präsidentin in Griechenland 2025. Coventry ist seitdem die mächtigste Frau im Weltsport - zuvor war sie als Sportministerin Teil der Regierung in ihrer Heimat Simbabwe, einem Land im Süden Afrikas. Dort sind Journalisten eher unerwünscht. Ein halbes Jahr musste die Sportschau warten, bis sie zur Berichterstattung ins Land durfte. Die Situation dort ist beklemmend: Die Mehrheit der Bevölkerung kämpft ums tägliche Überleben. Menschen werden willkürlich verhaftet, jede Opposition unterdrückt. Kirsty Coventry ist der sportliche Superstar dieses Landes. Bei den Sommerspielen 2008 in Peking feierte sie ihren größten Triumph: vier Medaillen, darunter Gold in ihrer Paradedisziplin: 200 Meter Rücken - in Weltrekordzeit. Mit sieben olympischen Medaillen insgesamt ist sie bis heute Afrikas erfolgreichste Athletin. Nach den Erfolgen zeigte sich ein Mann oft an ihrer Seite: Robert Mugabe, der damalige Präsident Simbabwes. Mugabe war einst Hoffnungsträger für einen demokratischen Wandel im ehemals kolonial unterdrückten Rhodesien, das seit der Unabhängigkeit Simbabwe heißt. Stattdessen entwickelte er sich jedoch zu einem der schlimmsten Despoten des Kontinents, verantwortlich unter anderem für die Matabeleland-Massaker, bei denen rund 20.000 Menschen starben. Drei Jahrzehnte lang war Mugabe unantastbar, er herrschte mit Gewalt und nannte sich der "Hitler unserer Zeit". 2017 musste er nach einem Militärputsch zurücktreten. In Mugabes Amtszeit fallen die großen Erfolge Kirsty Coventrys als Schwimmerin. Er sucht die Nähe zu seinem Superstar, nennt Coventry sein "Golden Girl". Für ihren Erfolg in Athen 2004 erhält sie 50.000 Dollar aus der leeren Staatskasse, 2008 noch einmal 100.000 Dollar. Und das Regime bereitet Kirsty Coventry den Weg in die Regierung: 2017 übernimmt Mugabes einstiger Verbündeter Emmerson Mnangagwa nach einem Militärputsch die Macht. Er ist mitverantwortlich für die Menschenrechtsverletzungen des Regimes. Mnangagwa bildet sein erstes Kabinett und ernennt Coventry zur Ministerin für Sport, Bildung und Kultur. Erfahrung in der Führung einer Verwaltung hat sie nicht. "Für mich persönlich ist das eine aufregende Zeit und eine große Chance, junge Menschen zu stärken - durch Sport, Kunst, und Freizeitangebote", sagt Coventry damals. Wie sie zu dem Posten gelangen konnte, warum sie mit einer Regierung paktierte, der massive Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt werden? Coventry selbst wollte der ARD kein Interview für den Film geben. Die Menschenrechtsanwältin Beatrice Mtetwa sagt gegenüber der Sportschau: "Sie wollen Ja-Sager. Wenn man kein Ja-Sager ist, hat man in der Regierung keinen Platz. In Simbabwes Regierung werden Stellen längst nicht mehr nach Leistung vergeben. Leistung zählt nichts mehr." Mnangagwas Partei, der Coventry nicht angehört, hat das Land fest im Griff. Coventry stellte sich nie öffentlich gegen die Regierung, deren Mitglied sie war. Ihr Vorgänger, der heutige Oppositionspolitiker David Coltart, sagt: "Ich hatte seit etwa Anfang 2019 keinen direkten Kontakt mehr zu Kirsty. Zu der Zeit hat das Militär wieder Menschen getötet und ich habe sie kontaktiert und meine Sorge direkt geäußert – nicht als Kritik, sondern mit dem Hinweis, dass sie als Mitglied des Kabinetts eine gemeinsame Verantwortung für das Geschehen trägt." Im März 2025 schlägt Kirsty Coventrys große Stunde in der Sportpolitik. In einem Luxusresort in Costa Navarino in Griechenland wird sie zur Nachfolgerin von Thomas Bach als IOC-Präsidentin gewählt. Coventry war Bachs Wunschkandidatin. Sie setzt sich gegen die teils namhafte Konkurrenz im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit durch. #IOC #Olympia #Coventry
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