Sportwissenschaftlerin auf der 10: Linda Dallmann

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Die Fußballerinnen des FC Bayern können nach fünf Jahren erstmals wieder ins Halbfinale der Champions League einziehen. Das liegt auch an einer wiedererstarkten Nationalspielerin. Linda Dallmann stemmt nicht nur zusätzlich Gewichte im Kraftraum, sondern auch sonst allerhand in ihrem Profifußball-Dasein. Im Sommer will die Nummer 10 des FC Bayern ihren Master an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport in Ismaning fertig haben. Fitnessfreak, Sportwissenschaftlerin und Spielmacherin: Beim FC Bayern und in der DFB-Auswahl rückt die 31-Jährige immer mehr in den Vordergrund. "Der Sport ist zu hundert Prozent meine Leidenschaft. Ich war immer sehr viel im Gym, jetzt ist noch das Laufen dazu gekommen. Das hilft einfach für mein Spiel, weil wir sehr viel intensiv machen, sehr viel pressen wollen", sagt Dallmann, die auf Instagram den Account "Stahlmannlinda" betreibt, im dpa-Gespräch. Das zusätzliche Training habe ihr auch viel für die Verletzungsprophylaxe gebracht. Drei- bis viermal in der Woche legt die 74-fache Nationalspielerin eine extra Einheit ein. Über 20.000 Zuschauer erwartet Dieser Tage ist dafür allerdings wenig Zeit: Die Bayern-Frauen wollen am Mittwoch (18.45 Uhr/Disney+) ins Halbfinale der Champions League einziehen. In der Allianz Arena werden über 20.000 Zuschauern erwartet. Das Hinspiel in Old Trafford haben die Münchnerinnen mit 3:2 gewonnen. Ob der Blick bereits dem potenziellen nächsten Gegner FC Barcelona gilt? "Nein, dafür wissen wir zu genau, dass uns das Rückspiel gegen Manchester noch mal extrem fordern wird", sagt Dallmann. Die 1:7-Pleite bei Barça zum Auftakt ist nicht vergessen. "Ich hoffe natürlich, dass wir die Chance noch mal kriegen", so Dallmann. "Das wäre eine schöne Geschichte, wenn man Barcelona im Halbfinale wieder sieht und zeigt, dass man seitdem viel gelernt hat. Diese Saison war das unsere größte Lehrstunde." Vertrag bis 2027 verlängert - nach Frustphase 2025 Dass sich die Münchnerinnen danach keine Blöße mehr gegeben haben, kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft und im DFB-Pokal-Halbfinale stehen, ist auch ein Verdienst der nur 1,58 Meter großen Offensivakteurin. "Sie spielt eine herausragende Saison auf einem sehr hohen Niveau", lobte Bayern-Direktorin Bianca Rech kürzlich bei Dallmanns Vertragsverlängerung (bis 2027). Dallmann: "Diesen Spaß nicht mehr so hatte" Dabei liebäugelte Dallmann im vergangenen Sommer mit einem Wechsel, weil sie öfter auf der Bank saß. "Natürlich war es zum Ende der letzten Saison schon eine Phase, in der ich mir überlegt habe, ob ich mir was anderes suchen muss. Weil ich auch diese Leichtigkeit, diesen Spaß, den ich für mein Spiel auch brauche, nicht mehr so hatte." Jetzt sei sie froh, dass sie weiter an sich gearbeitet habe. Auch der neue Trainer José Barcala hat ihr geholfen: "Natürlich kommt mir sein spanischer Spielstil sehr entgegen. Er setzt total viel auf Ballbesitz und auf Positionsrotationen." Und im Nationalteam? Die WM 2023 verpasste Dallmann verletzt, bei Olympia 2024 stand sie nicht in Horst Hrubeschs Aufgebot. Nach teils furiosen Auftritten unter dessen Nachfolger Christian Wück ruhten bei der EM 2025 in der Schweiz besonders viele Hoffnungen auf Dallmann. Bundestrainer lobt Dallmann "Die EM war für mich natürlich etwas schwierig, weil ich nur die ersten zwei Spiele gestartet bin und danach nur noch jeweils für den Elfmeter und für eine späte Einwechslung gegen Spanien gebraucht wurde", sagt Dallmann im Rückblick. Ihr Stammplatz ging während des Turniers flöten. "Ich finde trotzdem, dass ich bei Christian viele gute Spiele gemacht habe, seitdem er das Amt übernommen hat." So glänzte die Münchnerin zuletzt in der WM-Qualifikation wieder. "Man braucht spielintelligente Spielerinnen – und das ist Linda", sagte Wück nach dem 5:0 gegen Slowenien. Und "zum letzten Mal" ergänzte er etwas genervt: "Ich weiß bis heute noch nicht, wieso es bei der EM nicht funktioniert hat."
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