"Tatort" aus Dortmund: Damit lenkt die ARD vom eigentlichen Thema ab

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Wer den Dortmunder "Tatort" kennt, der weiß: Es kann anstrengend werden. Auch der neueste Krimi verlangt dem TV-Publikum einiges ab. Im neuen "Tatort: Schmerz" ermitteln Peter Faber (Jörg Hartmann), Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) und Ira Klasnić (Alessija Lause) in einem Mordfall, der sie über die Grenzen Dortmunds hinausführt: hinein in die Geschichte des Jugoslawienkriegs. Schwere Kost für einen Sonntagabendkrimi, der es den Zuschauenden mit einer komplexen Handlung nicht gerade leicht macht. Man möchte gern folgen können, wenn Faber und Herzog ihr Ermittlungstalent unter Beweis stellen. Doch selbst eingefleischten "Tatort"-Fans fällt das dieses Mal nicht leicht. Der letzte Fall aus Dortmund lief vor acht Monaten. Damals war in Deutschland noch Sommer. Den meisten Menschen fällt es schwer, sich zu erinnern, was damals gerade in ihrem eigenen Leben so los war. Wer weiß da noch, was im "Tatort" gezeigt wurde? "Tatort" am Sonntag: Darum geht es in der neuen Folge Rundfunkbeitrag: Kommission empfiehlt Erhöhung Nun schließt die Handlung des aktuellen Films, der am Sonntag ab 20.15 Uhr in der ARD gezeigt wird, aber nicht an diese Handlung, sondern an die des vorletzten Films an. An den "Tatort: Abstellgleis" aus dem März 2025 (!). Seitdem ist fast ein Jahr vergangen. Damals war Friedrich Merz noch kein Bundeskanzler, Gil Ofarim kein Dschungelkönig und Andrew Mountbatten-Windsor noch Prinz Andrew . Kurzum: Seitdem ist in Dortmund viel Wasser die Ruhr hinuntergeflossen. Trotzdem erwarten die Macher des "Tatorts", dass sich die Zusehenden an Einzelheiten aus einem ein Jahr alten Film erinnern. Im neuen Krimi geht es unter anderem um den Tod der zwei Kollegen Haller und Gabor aus der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU). Noch im Kopf zu haben, wie die beiden Nebenfiguren hießen, oder wo sie geblieben sind, kann für einen Ottonormalzuschauer keine Voraussetzung sein. Da hilft auch die Rückblende zu Beginn des Krimis wenig. Die Verantwortlichen sollten ernsthaft darüber nachdenken, einen Vorspann à la "Was bisher geschah" speziell für den Dortmunder "Tatort" einzuführen. Vom Hauptthema abgelenkt Hinzu kommt ein nicht weniger schwieriger Fall mit Beteiligten, die teilweise nur als Leichen ins Geschehen eingeführt werden, oder Tatverdächtigen, von denen nur Fotos gezeigt werden. Sie brennen sich einem nicht ins Gedächtnis, man hat Schwierigkeiten, den Ermittlungen zu folgen. Es ist ein wenig schade, dass die ARD das Publikum mit diesem "Tatort" derart herausfordert und es so vom Hauptthema ablenkt. Der Fall führt die Ermittelnden an die Grenzen des Ertragbaren. Zwangsläufig müssen sie sich mit den Qualen der Frauen im Krieg auseinandersetzen. Alle Darstellerinnen machen das in diesem Film auf eindringliche und überzeugende Weise und kommen mit ihrem grandiosen Spiel viel zu kurz. Stefanie Reinsperger kann trotzdem ein letztes Mal ihr Schauspieltalent unter Beweis stellen, um sich dann von ihrer Rolle als Rosa Herzog aus dem "Tatort"-Universum zu verabschieden. Wer bei diesem Sonntagskrimi einen langen Atem beweist, wird zuletzt mit einem guten Finale belohnt. Vielleicht hilft es, sich diesen Film mit dem Anspruch anzuschauen, nicht alles verstehen zu müssen. Teilen Sie Ihre Meinung mit Wie gefiel Ihnen dieser "Tatort"? Schreiben Sie eine E-Mail an [email protected] . Bitte nutzen Sie den Betreff "Tatort" und begründen Sie.
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