Verschleppte Blasenentzündung: Diese Folgen drohen

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Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt meist nach wenigen Tagen ohne Probleme aus. Ein anhaltender Infekt hingegen kann gefährlich werden. In der Regel heilt eine Blasenentzündung nach fünf bis sieben Tagen folgenlos ab. Verstärken sich die Symptome im Verlauf der Infektion, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Eine verschleppte Blasenentzündung birgt unter anderem das Risiko für eine Nierenbeckenentzündung . Blasenentzündung trifft vor allem Frauen Starker Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen und Ziehen im Unterleib sowie manchmal Blut im Urin : Besonders Frauen sind von Blasenentzündungen (Zystitis) geplagt. Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit zufolge erkranken 10 von 100 Frauen mindestens einmal pro Jahr an einer Blasenentzündung. Die Hälfte von ihnen erkrankt innerhalb eines Jahres erneut. Manche Frauen haben mit ständigen Harnwegsinfekten zu kämpfen. Ursachen für häufige Blasenentzündungen bei Frauen Da bei Frauen die Harnröhre kürzer ist als bei Männern und zudem nah am After liegt, haben sie ein größeres Risiko, an einer Blasenentzündung zu erkranken. Keime können leichter zur Harnröhre gelangen und in die Blase aufsteigen. Vor allem beim Geschlechtsverkehr können Bakterien in die Harnröhre verschleppt werden. Auch, wenn sich Frauen auf der Toilette von hinten nach vorn abputzen, ist das Risiko deutlich erhöht. Während der Schwangerschaft nimmt das Risiko für Blasenentzündungen ebenfalls zu. Das gilt auch ab den Wechseljahren. Ist die Abwehrfunktion der Blase geschwächt, etwa durch Kälte, hormonelle Verhütungsmittel oder Erkrankungen wie Diabetes mellitus, steigt das Infektionsrisiko ebenso. Blasenentzündung erkennen: Symptome einer Zystitis Typische Symptome einer Blasenentzündung sind: starker und ständiger Harndrang trotz leerer Blase Brennen und Stechen beim Wasserlassen Schmerzen im Unterleib trüber Urin manchmal Blut im Urin häufig ein strenger Geruch des Urins Behandlung mit und ohne Antibiotika So belastend die Symptome sein können: Laut dem Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) heilt der Infekt meist folgenlos aus. Viele Frauen ziehen zunächst eine Behandlung ohne Antibiotikum vor. Laut den Experten des BVF unterstützt eine Erhöhung der Trinkmenge – gegebenenfalls mit speziellen Blasentees aus der Apotheke – das Ausspülen der krank machenden Keime. Wärme und die kurzzeitige Einnahme von Schmerzmitteln, etwa mit dem Wirkstoff Ibuprofen , lindern Schmerzen, Brennen und Ziehen im Unterleib. Wer sich für ein Antibiotikum entscheidet, kann oft von einer Kurzzeittherapie über ein bis drei Tage profitieren. Da die häufigsten Erreger von Harnwegsinfektionen empfindlich gegenüber Antibiotika sind, reicht laut dem BVF oft eine kurze Behandlung aus. Wenn aus einer unkomplizierten Blasenentzündung eine komplizierte wird Besonders aufmerksam sollten Menschen den Verlauf einer Blasenentzündung beobachten, bei denen das Risiko für komplizierte Verläufe erhöht ist. Zu der Risikogruppe gehören beispielsweise: Diabetespatienten Schwangere Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr Personen mit bestehenden Erkrankungen der Nieren Personen mit anatomischen Besonderheiten im Bereich des Harntrakts Personen aus der Risikogruppe sollten bei Verdacht auf eine Blasenentzündung frühzeitig Kontakt mit ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Ärztin aufnehmen und die Therapiemöglichkeiten besprechen. Verschleppte Blasenentzündung: Reagieren bei Symptomverschlechterung Verbessern sich die Symptome nach wenigen Tagen nicht oder werden sie gar schlimmer, ist dringend ein Arztbesuch empfohlen. Eine verschleppte und unzureichend behandelte Blasenentzündung birgt gesundheitliche Risiken. Sie kann sich auf die Nieren ausbreiten und eine Nierenbeckenentzündung auslösen. Warnzeichen sind Fieber über 38 Grad, Schüttelfrost, starke Schmerzen in den Flanken, ein allgemeines Krankheitsgefühl sowie möglicherweise Übelkeit und Erbrechen . Nierenbeckenentzündung: Risiko für bleibende Schäden Eine Nierenbeckenentzündung, medizinisch Pyelonephritis genannt, kann bleibende Nierenschäden zur Folge haben. Entsprechend ist eine längere Antibiotikatherapie von ein bis zwei Wochen unumgänglich, um die Entzündung zu behandeln. In seltenen Fällen ist eine Einweisung in ein Krankenhaus notwendig und es müssen Antibiotikainfusionen verabreicht werden. In bis zu 80 Prozent aller Fälle ist der Verursacher einer Nierenbeckenentzündung das Bakterium Escherichia coli (E. coli), das Teil der Darmflora ist. Urosepsis: Akute Blutvergiftung durch eine Infektion im Harntrakt Im schlimmsten Fall kann eine Nierenbeckenentzündung eine Urosepsis nach sich ziehen. Eine Urosepsis ist eine lebensbedrohliche Blutvergiftung , die ihren Ursprung in einer schweren Infektion des Urogenitaltraktes hat. Dies ist laut dem BVF als Folge einer Blasenentzündung zwar selten, aber ein ernstes Problem: Eine Urosepsis kann selbst unter optimaler Therapie tödlich sein. Zu den Symptomen einer Urosepsis gehören: Schmerzen am Ursprungsort der Blutvergiftung, etwa in der Nierengegend Fieber Schüttelfrost Schwäche im weiteren Verlauf Verwirrtheit und Bewusstseinseinschränkungen erhöhter Puls niedriger Blutdruck schnelle Atmung verringerte Urinproduktion Eine Urosepsis ist ein medizinischer Notfall und muss sofort therapiert werden. Zur Behandlung der Urosepsis muss häufig der Kreislauf mittels intensivmedizinischer Behandlung unterstützt und schnell mit der Einnahme eines Antibiotikums gegen den vermuteten Erreger begonnen werden.
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