Vogel-Bestimmung schützt womöglich vor geistigem Abbau im Alter

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Was tun, um möglichst lange geistig fit zu bleiben? Laut einer neuen Studie könnte ein guter Tipp hierzu lauten: Vögel beobachten und bestimmen. Wenn der Mensch lernt und eine neue Fähigkeit erwirbt, verändert sich bekanntlich die Struktur und Aktivität seines Gehirns. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt: Durch langjährige Übung entstandene Veränderungen im Gehirn bleiben bei Erwachsenen dauerhaft bestehen und helfen womöglich, geistige Fähigkeiten im Alter zu erhalten. Wie lässt sich geistigem Abbau entgegenwirken? Dass sich die geistigen und körperlichen Fähigkeiten mit fortschreitender Alterung verändern, ist völlig normal, mindert aber kaum die Sorge davor. Wer die eigene Leistungsfähigkeit frühzeitig fördert, kann aber dazu beitragen, sich eine gewisse Selbstständigkeit zu erhalten. Fachleute empfehlen dazu vor allem regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung sowie ein aktives geistiges und soziales Leben. Ein Forschungsteam wollte herausfinden, wie sich das Gehirn bei Menschen verändert, die jahrelange Erfahrung in einem Bereich ansammeln, in dem verschiedene Lernvoraussetzungen gefordert sind. Dabei interessierte es sich auch für die Frage, ob sich solche Veränderungen im Alter positiv auf das Gehirn auswirken. Gehirne von 58 Personen untersucht Dazu untersuchte das Team die Gehirne von 29 Erwachsenen im Alter von 24 bis 75 Jahren, die sehr fachkundig in der Vogelbestimmung sind, und verglich sie mit denen von 29 etwa gleichaltrigen Personen ohne entsprechende Fachkunde. Vogelarten sicher zu unterscheiden, ist eine komplexe Aufgabe: Sie erfordert einen scharfen Blick für Details, eine hohe Aufmerksamkeit und ein gut funktionierendes Gedächtnis. Neue Studie: Diese Hobbys halten das Gehirn jung Bei Demenz : Das könnte besser helfen als Alzheimer-Medikamente Musik als Demenzvorsorge: Das sagt die Wissenschaft Alle Teilnehmer der Studie unterzogen sich speziellen MRT-Untersuchungen zur Messung ihrer Gehirnstruktur und lösten verschiedene Aufgaben (wie etwa heimische und nicht heimische Vogelarten bestimmen), während ihre Gehirnaktivität gemessen wurde. Fachkunde beeinflusst Hirnstruktur und -funktion Die MRT-Aufnahmen zeigten, dass Hirnregionen, die für die Aufmerksamkeit, die visuelle Wahrnehmung und das Gedächtnis wichtig sind, bei den erfahrenen Vogelbeobachtern vergleichsweise kompakter waren. Dabei war die Leistung der Teilnehmer bei der Lösung ihrer Aufgaben umso besser, je ausgeprägter die strukturelle Verdichtung war. Das heißt, dass jahrelange Übung tatsächlich die Struktur des Gehirns verändert. Die Messung der Gehirnaktivität ergab, dass dieselben Hirnregionen bei den Vogelexperten auch stärker genutzt werden. Während einer Aufgabe zur Vogelbestimmung waren diese Hirnbereiche besonders aktiv – vor allem dann, wenn es um weniger vertraute, nicht heimische Vogelarten ging. Die Stärke dieser Aktivität hing ebenfalls direkt mit der Genauigkeit der Vogelbestimmung zusammen. Gegen Vergesslichkeit: Kann Gedächtnistraining helfen? Demenzrisiko senken: Ist Gartenarbeit dazu geeignet? Mögliche langfristige Auswirkungen aufs Gehirn Die strukturellen Unterschiede bestanden bei den älteren Vogelexperten fort. Das könnte bedeuten, dass sich altersbedingte Veränderungen in diesen Hirnregionen langsamer entwickeln könnten. Zudem konnten sich die älteren Vogelexperten in Tests unter anderem besser an Gesichter erinnern, wenn diese mit Vogelbildern kombiniert wurden. Dies legt nahe, dass sie sich Informationen besser merken können, wenn diese mit ihrem Spezialwissen verknüpft sind. Die Ergebnisse unterstreichen, wie anpassungsfähig das Gehirn ist. Vogelbestimmung oder andere anspruchsvolle Beschäftigungen verändern durch intensives Lernen und langjährige Praxis sowohl die Struktur als auch die Aktivität des Gehirns. Solche Veränderungen haben möglicherweise bis ins hohe Alter positive Effekte.
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