Viele Anleger möchten Rendite, aber begrenztes Risiko im Portfolio. Diese These unterstreichen viele Studien. Der Derivatemarkt hat genau das parat – aber wie geht das? Eine klassische Leserfrage in unserem Börsenbrief taucht beständig dann auf, wenn der Zins auf dem klassischen Tagesgeldkonto unter zwei Prozent sinkt . Wie erreicht man eine anständige Rendite , höher als Inflation und merklich höher als der Zinsmarkt, ohne voll ins Risiko gehen zu müssen? Denn viele Sparer haben Angst vor dem Aktienmarkt. Zu riskant, zu kompliziert, zu schwierig. Dabei ist es so einfach wie nie, ein Depot zu eröffnen, und es gibt in Form von Discountzertifikaten zum Beispiel Papiere, die weit unterhalb des Risikos direkter Aktieninvestments sein können. Zielrendite für jene, die eben mehr als auf dem Tagesgeld wollen, wären fünf Prozent jährliche Verzinsung. Ein Beispiel veranschaulicht die Zins-Jagd Bei Derivaten ist das Geld im Handel meist jederzeit verfügbar, denn die Papiere können fortlaufend gehandelt werden und die Geld-Brief-Spannen – also die Unterschiede zwischen An- und Verkaufskursen – sind oft sehr eng. Die Anbieter stehen im Wettbewerb und ermöglichen Privatanlegern dadurch Investitionen auf einem professionellen Niveau. Schauen wir uns das Ganze konkret an und rechnen es exemplarisch vor, für die WKN FA69XD. Dieses Discountpapier auf den Dax wirft exakt fünf Prozent Rendite pro Jahr ab. Das Zertifikat lässt sich zu jeder Zeit kaufen und verkaufen. Der Break-even liegt bei 18.800 Zählern und der Cap bei 19.750 Dax-Punkten. Heißt übersetzt: erst wenn der Dax am Laufzeitende unter 18.800 Punkten stehen sollte, gerät das Papier in die Verlustzone. Der Dax notiert gegenwärtig bei 24.450, damit sind 5.000 Zähler Luft nach unten und es gilt ein Discount auf den Dax von 22,5 Prozent. Mit Bonuspapieren Zinsen sichern: So schlagen Sparer die nächste Inflationswelle Zehn Prozent Zinsen? Das gibt es schon Das Papier ist also weitaus defensiver als ein Direktinvestment in den Aktienindex. Der Preis dafür? Der Gewinn ist für den Anleger bei den angepeilten fünf Prozent pro Jahr eben auch begrenzt. Mehr Discount für die gleiche Rendite ist bei der Nasdaq herauszuholen. Die Société Générale beispielsweise bietet Quanto (währungsgesicherte) Discountzertifikate an. Dort nehmen wir als Beispiel ein Papier mit Rendite von zehn Prozent, der Discount auf die Nasdaq beträgt aber sogar knapp 28 Prozent und der Break-even liegt bei 18.400 Nasdaq-Punkten. Die WKN für jenes Papier lautet FE1B2Z. Dieses Zertifikat läuft bis Juni 2027 – jenes auf den Dax drei Monate kürzer. Wer also das Doppelte oder mehr des Tagesgeldzinses erreichen möchte, für den sind Discounter ein sehr gutes Instrument. Wer mutiger sein möchte für die angepeilten fünf oder zehn Prozent, kann bei Einzelaktien mitmischen und sich zum Beispiel auch Nvidia anschauen. "Hoch volatile Basiswerte erlauben höhere Discounts und mitunter starke Renditen im Vergleich zu schwankungsarmen Basiswerten", so Lars Reichel von gettex. Bestes Beispiel ist die WKN DU8L7R. Das Zertifikat auf Nvidia bringt einen Discount von 17 Prozent zur Aktie bei einer Laufzeit ebenfalls bis März 2027. Die Rendite liegt bei satten 20 Prozent. Aber Achtung – das Papier ist nicht währungsgesichert, die Rückzahlung erfolgt in US-Dollar . Dies sollten Anleger immer im Blick haben und das Risiko abwägen.