Ein kurzer Atemzug statt mehrerer Tests: Forscher arbeiten an einer neuen Methode, um allergischen Schnupfen zu erkennen. Der Ansatz könnte vielen Betroffenen eine frühere Diagnose ermöglichen. Gerade im Frühjahr leiden Millionen Menschen unter Niesen, juckenden Augen und einer verstopften oder laufenden Nase. Oft steckt Heuschnupfen dahinter – eine häufigen Form der sogenannten allergischen Rhinitis. Wird die Erkrankung nicht frühzeitig erkannt und behandelt, können sich daraus später weitere Überempfindlichkeiten oder sogar Asthma entwickeln . Eine aktuelle Studie zeigt nun: Ein einfacher Atemtest könnte helfen, diese Erkrankung schneller und einfacher zu erkennen als bisherige Methoden. Neuer Test kann Schnupfenarten unterscheiden Bisher erfolgt die Diagnose meist über Hauttests wie dem Prick-Test oder Blutuntersuchungen. Auch nasale Provokationstests kommen zum Einsatz. Dabei bringen Ärzte gezielt Allergene in die Nase ein, um eine Reaktion auszulösen. Dieser Test gilt als Goldstandard, doch er kostet Zeit, steht nicht überall zur Verfügung und kann Nebenwirkungen verursachen. Allergie nachweisen : Welcher Test für welche Allergie geeignet ist "Sehr vielversprechend" : Neuer Wirkstoff gegen schwere Immunreaktionen entwickelt Genau hier setzt die neue Methode an. Forscher analysieren sogenannte flüchtige organische Verbindungen in der Atemluft. Diese Stoffe entstehen bei Stoffwechselprozessen im Körper. Sie geben Hinweise darauf, ob Entzündungen in den Atemwegen vorliegen. Die Studie untersuchte insgesamt 102 Personen mit unterschiedlichen Formen von Schnupfen sowie gesunde Kontrollpersonen. Das Ergebnis: Bestimmte Verbindungen traten bei allergischen Patienten häufiger auf, insbesondere sogenanntes Decan und Nonadecan. Damit ließ sich mit statistischer Sicherheit zwischen allergischem und nicht-allergischem Schnupfen unterscheiden. Atemluft könnte auch Asthma anzeigen Zusätzlich stellten die Forscher fest: Höhere Werte bestimmter Stoffe wie Decan, Styrol und Nonanal traten vor allem bei Menschen auf, die auch mehr Stickstoffmonoxid (FeNO) ausatmen. Das Ausmaß an FeNO in der Atemluft ist ein bekannter Marker für Entzündungsprozesse in den Bronchien und Asthma – je stärker die Entzündung, desto höher der NO-Wert. Heuschnupfen als Risiko : Allergiker sollten diese Symptome nicht unterschätzen Pollenallergie : Die richtige Ernährung bei Heuschnupfen Die Atemanalyse hat einen entscheidenden Vorteil: Sie funktioniert ohne Eingriff in den Körper. Die Proben lassen sich leicht gewinnen – selbst bei Kindern oder unruhigen Patienten. Anschließend analysiert ein Gaschromatograph-Massenspektrometer die Zusammensetzung der Atemluft. Bevor der neue Test in die Arztpraxen gelangt, sind den Autoren zufolge jedoch weitere Studien mit mehr Probanden nötig. Nur so können sichergestellt werden, dass der Test auch mit hoher Genauigkeit Allergien aufdeckt.