Arterienverkalkung: Steigt das Risiko durch hartes Wasser?

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Bei einer Arterienverkalkung verhärten Ablagerungen die Gefäße. Begünstigt der hohe Kalkgehalt in hartem Trinkwasser diesen Prozess? Unbehandelt ist eine Arteriosklerose , auch Arterienverkalkung genannt, einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall . Bis es dazu kommt, vergehen in der Regel jedoch viele Jahre. Symptome zeigen sich dabei oft erst, wenn die Gefäße bereits erheblich verengt sind. Kann kalkhaltiges, hartes Leitungswasser solch eine Gefäßverkalkung beeinflussen oder sogar vorantreiben? Was bedeutet "kalkhaltiges Wasser"? "Kalk" im Wasser besteht hauptsächlich aus gelösten Mineralstoffen wie Kalzium und Magnesium. Die sogenannte Wasserhärte gibt an, wie viel davon enthalten ist. Hartes Wasser ist also schlichtweg mineralreiches Wasser und damit kein ungewöhnliches oder grundsätzlich schädliches Phänomen. Kalkhaltiges Wasser trinken: Ein Risikofaktor für die Gefäße? Hartes, kalkreiches Leitungswasser ist in Deutschland keine Seltenheit, doch eine Arterienverkalkung begünstigt es nicht. Es lässt sich daher unbesorgt trinken. Hartes Wasser kann sogar gesundheitliche Vorteile haben, denn es enthält mehr Kalzium und Magnesium und ist ein guter Nährstofflieferant. Kalzium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der nach dem Trinken über den Magen in den Darm gelangt. Dort wird er je nach Bedarf in den Körper aufgenommen und etwa in Knochen und Zähnen gespeichert. Überschüssiges Kalzium wird normalerweise einfach ausgeschieden. Es lagert sich nicht in den Gefäßen ab. Arteriosklerose: Diese Blutwerte können darauf hinweisen Bei einer Arteriosklerose bilden sich im Laufe der Zeit allmählich sogenannte Plaques in den Gefäßwänden. Das sind Ablagerungen, die aus Blutfetten und anderen Blutbestandteilen sowie Bindegewebe und Kalzium bestehen. Diese Plaques rufen entzündliche Prozesse in der Gefäßwand hervor und lassen die normalerweise elastischen Arterien verhärten und dadurch gewissermaßen "verkalken". Das Kalzium in diesen Ablagerungen ist dabei Teil eines biologischen Umbaus innerhalb der Gefäßwand. Arteriosklerose vorbeugen: Tipps für den Alltag Mit einer gesunden Lebensweise lässt sich das Risiko für eine Arteriosklerose deutlich senken. Folgende Maßnahmen können dabei helfen: Rauchen Sie nicht: Nikotin begünstigt Gefäßverkalkungen und Durchblutungsstörungen. Ernähren Sie sich gesund: Zu empfehlen ist eine ausgewogene, ballaststoffreiche Kost, die viel Gemüse und Obst enthält, aber wenig gesättigte Fettsäuren, wenig Kohlenhydrate und wenig (besser noch keinen) Alkohol. Bewegen Sie sich regelmäßig: Fachleute raten dazu, sich über die Woche verteilt mindestens 150 Minuten lang mäßig anstrengend zu bewegen. Am besten eignen sich Bewegungsformen, die die Ausdauer trainieren (wie Joggen, Radfahren, Schwimmen, schnelles Spazieren). Alternativ sind pro Woche 75 Minuten anstrengende körperliche Aktivität zu empfehlen. Ergänzend sollten an zwei Tagen pro Woche Krafttraining oder Gymnastik hinzukommen. Nehmen Sie Check-up-Untersuchungen wahr: Der Hausarzt sollte regelmäßig Blutfettwerte (etwa Cholesterin), Blutzuckerwerte und Blutdruck kontrollieren. Fazit Kalkhaltiges Wasser lässt Arterien nicht verkalken. Arteriosklerose ist eine komplexe Erkrankung, die vor allem durch den Lebensstil und den Stoffwechsel beeinflusst wird, nicht durch die Wasserhärte. Wer etwas für seine Gefäße tun möchte, sollte auf eine gesunde Lebensweise achten.
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