Alkohol belastet das Herz stärker als viele denken. Das gilt auch für Bier. Gerade Menschen mit bestehenden Herzproblemen sollten ihren Konsum überdenken. Bier gilt oft als "leicht". Für Menschen mit Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern oder Herzinsuffizienz können aber auch Getränke mit geringem Alkoholgehalt gefährlich werden. Fachleute warnen: Schon kleine Mengen können den Blutdruck erhöhen, Herzrhythmusstörungen auslösen und die Herzleistung verschlechtern. Betroffene sollten den Konsum deshalb stark einschränken und am besten ganz vermeiden. Bier ist kein harmloses Getränk Viele halten Bier für eine "leichte" Form von Alkohol. Doch ein Standardglas (0,3 bis 0,5 Liter) enthält ähnlich viel Alkohol wie ein Glas Wein. Der Körper baut ihn nicht anders ab – und das Herz reagiert empfindlich. Schon ein einziges Bier (330 Milliliter) kann Vorhofflimmern verursachen, eine Herzrhythmusstörung, die das Schlaganfallrisiko erhöht. Alkohol steigert außerdem häufig den Blutdruck . Für Menschen mit bereits erhöhten Werten kann das gefährlich sein, vor allem, wenn Medikamente eingenommen werden, deren Wirkung durch Alkohol abgeschwächt oder verstärkt wird. Gesundheitsrisiko: Was passiert, wenn Sie Bier und Medikamente konsumieren Herzschwäche und Alkohol: ein riskantes Paar Besonders kritisch ist Bier bei Herzinsuffizienz. Hier schafft es das Herz nicht mehr, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Alkohol kann diese Schwäche verschärfen, Rhythmusstörungen begünstigen und auf Dauer sogar eine alkoholbedingte Kardiomyopathie, eine krankhafte Herzmuskelerweiterung, verursachen. Was Betroffene beachten sollten Keine Selbstexperimente: Medikamente und Alkohol können sich gegenseitig beeinflussen. Nie ohne Rücksprache mit dem Arzt die Trinkgewohnheiten ändern. Bei Herzrhythmusstörungen besser ganz verzichten: Schon kleine Mengen können Schübe von Vorhofflimmern auslösen. Auf Nebenwirkungen achten: Schwindel, schneller Puls, Müdigkeit oder Wassereinlagerungen können Hinweise sein, dass Alkohol das Herz zusätzlich belastet. Alternativen wählen: Alkoholfreies Bier, Mineralwasser oder Tees belasten das Herz nicht und helfen beim Flüssigkeitshaushalt. Regelmäßig zur ärztlichen Kontrolle: Gerade bei Herzschwäche und Bluthochdruck sollten Patienten die Wirkung ihrer Medikamente regelmäßig überprüfen lassen. Fazit Für Menschen mit Herzproblemen ist Bier alles andere als harmlos. Schon kleine Mengen können Blutdruck und Herzrhythmus destabilisieren und die Herzschwäche verschlimmern. Mediziner raten deshalb: Je weniger Alkohol, desto besser. Am sichersten ist völliger Verzicht.