Viele Ältere fühlen sich gesund und haben dennoch zu hohen Blutdruck. Das ist riskant: Denn unbehandelt drohen Folgeerkrankungen. Ein bisschen Schwindel, gelegentliche Kopfschmerzen: Viele Menschen nehmen solche Beschwerden nicht ernst. Doch dahinter kann Bluthochdruck als ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko stecken. Mediziner sprechen von Hypertonie, wenn die Werte dauerhaft über 140 zu 90 mmHg liegen. Zwei Drittel aller Menschen über 65 sind betroffen – oft, ohne es zu wissen. Vor allem bei Älteren steigt das Risiko: Mit den Jahren verlieren die Blutgefäße ihre Elastizität. Dadurch erhöht sich der Druck, den das Herz aufbringen muss, um Blut durch den Körper zu pumpen. Auch bestimmte Lebensgewohnheiten verstärken diesen Effekt: Wer jahrelang raucht, sich ungesund ernährt oder sich kaum bewegt, fördert die Entstehung von Bluthochdruck zusätzlich. Hinzu kommen Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes und chronischer Stress. Hoher Blutdruck oder hoher Puls: Was ist schlimmer? Bluthochdruck im Alter: Symptome ernst nehmen Oft bleibt Bluthochdruck lange unentdeckt. Denn die Erkrankung verursacht zunächst kaum Beschwerden. Dennoch gibt es Warnzeichen, die Betroffene nicht ignorieren sollten: Kopfschmerzen, vor allem am Morgen Schwindelgefühle oder Unsicherheit beim Gehen Herzklopfen oder ein unregelmäßiger Herzschlag Atemnot, besonders bei körperlicher Belastung Sehstörungen, etwa verschwommenes Sehen Nasenbluten ohne erkennbare Ursache Brustschmerzen oder ein Engegefühl im Brustkorb Auch unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Reizbarkeit oder Schlafprobleme können auf erhöhten Blutdruck hinweisen – gerade bei Frauen in der Lebensphase der Wechseljahre . Folgeerkrankungen von hohem Blutdruck Eine der häufigsten Folgeerkrankungen von Bluthochdruck ist die Arteriosklerose , bei der sich die Blutgefäße durch Ablagerungen verengen und verhärten. Diese Verengung erschwert den Blutfluss und erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erheblich. Darüber hinaus kann Bluthochdruck das Herz selbst schädigen, was zu einer sogenannten hypertensiven Herzkrankheit führen kann. Hierbei kann das Herzgewebe verdicken, was seine Fähigkeit, effizient Blut zu pumpen, beeinträchtigt. Alarmsignale: Herzinfarkt kann sich über mehrere Tage entwickeln Eine weitere gravierende Folge von dauerhaft hohem Blutdruck ist die Schädigung der Nieren. Der erhöhte Druck auf die Nierengefäße kann deren Filterfunktion stören und im schlimmsten Fall zu Nierenversagen führen. Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits an anderen Erkrankungen wie Diabetes leiden, da diese das Risiko für Nierenschäden weiter erhöhen. In solchen Fällen kann eine frühzeitige Behandlung von Bluthochdruck entscheidend sein, um die Nieren zu schützen und eine Dialysebehandlung zu vermeiden. So senken Sie Ihren Blutdruck Wenn Sie feststellen, dass Ihr Blutdruck regelmäßig zu hoch ist, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser entscheidet, welche Maßnahmen am besten geeignet sind, um den Blutdruck zu senken. Entwässerungsmittel und ACE-Hemmer gehören zu den gängigsten Medikamenten gegen Bluthochdruck. Diese müssen in der Regel dauerhaft eingenommen werden. Auch Sie selbst können viel tun: Wenn Sie sich gesund ernähren, regelmäßig bewegen und Übergewicht reduzieren, entlastet das Herz und Gefäße. Wichtig ist auch der Verzicht auf Nikotin und ein maßvoller Umgang mit Alkohol. Fazit Hypertonie gehört zu den häufigsten Alterskrankheiten, bleibt aber oft unerkannt. Dabei lässt sich erhöhter Blutdruck gut behandeln. Wenn Sie Ihre Werte kennen und gesund leben, können Sie Herzinfarkten und Schlaganfällen wirksam vorbeugen. Schon einfache Maßnahmen können dabei einen großen Unterschied machen.