Bei Bluthochdruck sind häufig Medikamente nötig. Doch unabhängig davon kann ein gesundes Leben das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen und Typ-2-Diabetes erheblich senken. Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie) können ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse (wie Herzinfarkt und Schlaganfall ) und Typ-2-Diabetes deutlich senken, auch wenn sie bereits Blutdrucksenker einnehmen. Das zeigt eine neue Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston, die kürzlich im Fachmagazin "JAMA Network Open" veröffentlicht wurde. Langzeitdaten von über 25.000 Teilnehmern In die Studie flossen Daten von mehr als 25.800 Personen mit Bluthochdruck ein, die über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren beobachtet wurden. Im Schnitt waren sie zu Beginn 61 Jahre alt. Im Verlauf der Studie kam es zu über 3.300 Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mehr als 2.500 Fällen von Typ-2-Diabetes. Um einzuschätzen, ob die Studienteilnehmer gesund lebten, bewerteten die Forscher den Lebensstil anhand von fünf Kriterien: gesunde Ernährung Verzicht auf Tabakrauchen mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche wenig oder kein Alkohol normales Körpergewicht ( BMI zwischen 18,5 und 24,9) Je mehr dieser Punkte erfüllt wurden, desto besser fiel der sogenannte "Healthy Lifestyle Score" aus. Hoher Blutdruck: Fachleute empfehlen frühere Behandlung und niedrigere Werte Hartnäckiger Bluthochdruck: Wie sich der Blutdruck dann doch noch senken lässt Herzinfarkt, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes: Deutliche Risikosenkung möglich Dabei zeigte sich: Wer alle fünf Kriterien erfüllte, hatte im Vergleich zu Menschen ohne die genannten gesunden Gewohnheiten ein um 51 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse und sogar ein um 79 Prozent niedrigeres Risiko für Typ-2-Diabetes. Aber auch Teilnehmer, die ihren Lebensstil erst nach der Diagnose Bluthochdruck verbesserten, profitierten davon: Bei ihnen sank das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um zwölf Prozent und für Typ-2-Diabetes um 44 Prozent. Umgekehrt stieg bei Personen, deren Lebensstil-Bewertung nach der Bluthochdruck-Diagnose gesunken war, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes um 14 bis 75 Prozent an. Lebensstil bleibt zentraler Faktor Medikamente bleiben zur Behandlung von hohem Blutdruck auch in Zukunft wichtig. Doch die Studienergebnisse verdeutlichen: Erst wenn Betroffene umfassend dazu beraten werden, welche Rolle ein gesunder Lebensstil spielt und wie sie diesen umsetzen können, lassen sich die möglichen gesundheitlichen Risiken langfristig optimal senken.